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Blue Competence Forum

Immer wieder verschwindet Werkzeug

Beitrag 25.10.2016, 16:12 Uhr
RageAgainstTheMachine
RageAgainstTheMa...
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
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Beiträge: 2

Hallo zusammen,

ich hoffe dieses Topic einigermaßen in die richtige Kategorie eingeordnet zu haben.

Wir haben auf unserem Shopfloor immer wieder das Problem, dass Werkzeugboards unvollständig sind und es dadurch zu längeren Stillstandszeiten kommt, da die Mitarbeiter mit Suchen des Werkzeugs beschäftigt sind.

Zum einen ist dies mit Sicherheit eine Frage der Disziplin, andererseits kommt es auch oft vor, dass
sich Mitarbeiter anderer Hallen oder Maschinen Werkzeug ausleihen und es auf diesem Wege für
immer vom eigentlichen Einsatzort verschwindet.

Mich würde interessieren ob euch diese Problematik bekannt vorkommt und was für Gegenmaßnahmen
eingeleitet werden können um dem Verschwinden von Werkzeug in der Produktion Herr zu werden.

Ich habe selbst ein paar Ideen, würde aber erstmal gerne andere Meinungen einholen.

Ich freue mich auf eure Antworten.

Gruß Fabian
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Beitrag 25.10.2016, 16:36 Uhr
MiBü
MiBü
Klugscheisser
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Mitglied seit: 18.05.2005
Beiträge: 2.192

Servus,

Ha ha @bekannt vorkommen!!

Was soll da helfen? Abschließen (was Sch***e ist) oder Prügelstrafe (was verboten ist) ;-)

Hatte es mal probiert, mit verschieden farblicher Markierung, einzigster Vorteil im Endeffekt ist, man weiß sofort ob es das eigene ist und nimmt es ohne Diskussion mit.

Derzeit schließe ich meist das Werkzeug was andere eventuell gebrauchen könnten weg. ;-)


--------------------
Gruß

Michael
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Beitrag 25.10.2016, 17:01 Uhr
tomloe
tomloe
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
*
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Mitglied seit: 24.08.2015
Beiträge: 24

Vermutlich ist das Problem, dass das Werkzeug nicht anders wo in der Firma landet sondern in privaten Werkstätten - daher muss man das Werkzeug für den privaten Gebrauch unattraktiv machen. Ich hatte mein Werkzeug mit rosa Lack eingepinselt - KEINER hat mein Werkzeug genommen und natürlich eine ordentliche Gravur (1 mm tief Minimum) damit man weiß wo es auch wieder hin muss.

Sollte es natürlich bei euch in der Firma grundsätzlich zu wenig Werkzeug geben muss mal ordentlich bestellt werden - ich kann dir ein paar Lieferanten nennen: Hoffmann, Hahn+Kolb etc bitte.gif
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Beitrag 25.10.2016, 18:14 Uhr
one4all
one4all
Level 2 = IndustryArena-Facharbeiter
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Mitglied seit: 30.08.2014
Beiträge: 66

Hallo.
Ich denke, dass die Mehrheit wird ähnliche Fälle haben.
Mal davon abgesehen, dass es mal Jemand nach Hause nimmt, geht Werkzeug kaputt, verschließt und wird alt .
Bei kaputtgehen sind die Inbusschlüssel ein Dauerbrenner. Besonders 6mm.Es war aber auch mal 14-er dabei.
Nicht verdreht, abgebrochen. Han den Kollegen gefragt, was et so nimmt... ;-)
Effektive Abhilfe gegen Nehmen-und-liegenlassen kenne ich nicht.
Von schimpfen bis betteln probiert.
Eine Idee hab ich noch, aber mein Chef will nicht:
Jeder Arbeitsplatz hat sein dort notwendiger Werkzeugsatz. Dem Mitarbeiter wird ein Budget zu Verfügung gestellt. Z.B. 100€. Bleibt davon was übrig, bekommt er es ausgezahlt.
Eine weitere Möglichkeit wäre Abmahnung und knallhartes Entlassen wegen Arbeitsverweigerung.
Will mein Chef auch nicht. Und ich auch nicht.
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Beitrag 25.10.2016, 19:09 Uhr
x90cr
x90cr
Level 7 = IndustryArena-Professor
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Mitglied seit: 09.02.2005
Beiträge: 2.345

Wenn ständig Kollegen Werkzeug holen liegt das wohl daran das sie selbst keins haben.
Es sollte daher sichergestellt sein das auch jeder die notwendigen Werkzeuge am eigenen Platz hat.
Und sollte mal etwas kaputt gehen sollte Reserve bereit liegen.
Wichtig ist das wenn jemand etwas aus der Reserve haben möchte weil etwas kaputt gegangen ist, er nicht ständig Anschiss deswegen bekommt, denn daraus folgt sonst das nur ungern gefragt wird und man stattdessen lieber das Werkzeug des Kollegen ausleiht oder dauerhaft umlagert.


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!! Mein alter Nickname: canon !!

Beginnt man das System zu hinterfragen, so erkennt man deutlich, dass die „Wahrheit“ zumeist entgegengesetzt des scheinbaren zu finden ist.
  • Wenn wir uns heute keine Zeit für unsere Gesundheit nehmen, werden wir uns später viel Zeit für unsere Krankheiten nehmen müssen.
  • Wenn es klemmt - wende Gewalt an. Wenn es kaputt geht, hätte es sowieso erneuert werden müssen.
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Beitrag 25.10.2016, 21:23 Uhr
dreher1991
dreher1991
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Mitglied seit: 09.11.2013
Beiträge: 358

Hallo Leute bei uns in der Firma ist es auch so ein Leidiges Thema. Am Anfang als ich dort an der Maschine stand waren meine Schränke offen. Nun ja was soll ich sagen am Anfang sind immer wieder Werkzeuge verschwunden. Als ich dann auch noch im Betrieb meine Vorrichtungen zusammensuchen musste hatte ich irgendwann keine Lust mehr und Schloss ab. Fanden manche zwar überhaupt nicht gut war mir aber egal, weil es bei uns immmer ein Gebettel ist bis man ein Werkzeug bekommt, geschweige denn man brauch einen neuen Drehmeißel etc. Was soll ich sagen seid meine Schränke zu sind ist nichts mehr weggekommen, ausserdem wissen meine Kollegen wo ein Schlüssel liegt. Weil es gibt für mich auch nichts schlimmeres als wenn du kommst und irgendeiner hat einen Drehstahl zerlegt und legt ihn dir auf den Tisch.Da ihn ja keiner Kaputt gemacht hat :-(, kannst du dann zum Meister rennen und dort versuchen dir einen neuen zu bestellen. Wobei man auch sagen muss dass es auch auf die Kollegen ankommt, habe auch Kollegen denen würde ich mein Werkzeug leihen ohne Bedenken, weil ich weiß ich bekomm es wieder oder wenn was kaputt geht ist ein neuer Halter Bestellt. Auf der anderen Seite gibt es Leute denen würde ich am liebsten nichts leihen was aber auch nicht geht. Ach noch ein Tipp meine Gabelschlüssel, Windeisen etc.. sind alle mit dem Namen der Maschine gekennzeichnet hab ich alles mit nem Druckluftschleiffer graviert.
Gruss Dreher 1991
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Beitrag 25.10.2016, 21:43 Uhr
stigmata
stigmata
Level 2 = IndustryArena-Facharbeiter
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Mitglied seit: 18.02.2006
Beiträge: 139

Jeder Mitarbeiter hat sogenannte Werkzeugkarten mit seinem Namen. Wird ein Werkzeug ausgeliehen wird dort diese Karte hinterlegt / aufgehängt . Jeder der es sucht , weis wo es ist.

Wird das Werkzeug ohne Werkzeugkarte entnommen und wird erwischt gibt es für jeden in der Abteilung 2x Leberkässemmel.

Entweder ihr habt nach 3 Monaten ein paar Mitarbeiter mehr mit fortgeschrittener Adipositas oder es funktioniert. ;-)


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# Waidmannsheil #
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Beitrag 25.10.2016, 23:32 Uhr
Andy742000
Andy742000
Level 7 = IndustryArena-Professor
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Gruppe: Banned
Mitglied seit: 15.09.2012
Beiträge: 3.738

Hi

Wer mit englichen oder denglichen Begriffen für einen Werkzeugstandort- oder ablegplatz um sich schmeisst, wo Wort wie Werkzeugausgabe, oder Werkzeugschrank oder Werkzeugboard ( oh auch schon wieder ein englicher Anteil ) ok - Regal um sich schmeisst, sollte wie die Vorposter die Ursachen ergründen. Aber bitte ohne Projektgruppe, oder solchen "Beschäftigungsmaßnahmen" wie LSS ( Lean Six Sigma )...

Konzepte gibt es "viele". Sowohl dem Diebstahl wie auch die betriebsinterne Verschleppung zu minimieren. Ebenso gehört es neben der "Doktrien" von oben auch ein Kontrollsystem dazu. Bei den bewaffneten Streitkräften nannte man das "Stuben- und Revierdurchgang" ! Hier heißt es ganz bewusst Aufgaben zu deligieren.

Eigentlich beginnt es in der Planung, warum braucht man an jedem Arbeitsplatz von der Wasserwaage, über den Schraubendreher, bis zum Entriegler für den Papierhandtuchhalter alles was in der Firma insgesamt gebraucht werden könnte ???

Minimalisierte Bereitstellung von Handwerkzeugs was ausschliesslich für die Prozessaufgabe notwendig ist ! Mehr nicht ! Wer mehr braucht, wie Einrichter oder sonstige Personen bekommen eine persönlichen Rüstwagen ( abschließbar ). Und sind auch für den Inhalt verantwortlich.
Es gibt für den Schadens- oder Ausfall- , Bruchfall ein Magazin, wo man sich im Notfall Ersatz beschaffen kann. Zugänglich nur via eh meist schon vorhanden elektronischen Zugangskarten oder -transponder. Hier muss dann auch via Zusatzangabe vom "holenden" eingeben werden, weswegen er dieses benötigt !
-> und schon hat man ein Statistik, von wem, von welcher Arbeitsstelle verschwindet gezielt was... und warum ( besser weshalb )

Wenn jeder sich nur das nachholen kann, wofür er an seinem Arbeitsplatz eine Berechtigung oder Bedarf hat, oder aus eher personenarmen Bereichen immer wieder Werkzeuge verschwinden, bekommt man das sehr schnell mit. Hier sieht man auch VerSch*** / Bruch, denn man prüfen könnte.

Teilweise gibt es auch noch 24 Stunden menschlich besetzte Werkzeugausgaben... Hier helfen aufgelaserte QR -oder sonstige Matrix Codes... Nur wer den Teil mit einem gültigen Code- Teil abgeben kann, bekommt Ersatz, oder meldet "Diebstahl" ...

Letzter Satz oder Beispiel: Wenn an einem Arbeitsplatz nur ein 3er Imbus und ein 9 er Maulschlüssel gebraucht wird, und er hat einen markierten Teil noch, bekommt er natürlich Ersatz. Wenn er was haben möchte, was so an dem Arbeitsplatz nicht vorgesehen ist, gibt es nicht ! Diebstahl bleibt Option erhalten.. aber dann kennt man sehr schnell seine Pappenheimer !


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MfG
Andy

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4 BIT NC, Kugelschrittschaltwerk
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und nun nicht weiter gekommen als bis zur Sinumerik ;-)

PS : Ich hasse R- Parameter ! Aus Rxxx wird unter Beachtung der Mond-Parabel und der "ERDschen" Glockenkurve nach der Division mit PI/8 + Werkhallenhöhe ein neuer sinnvoller Parameter Rxxx

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Beitrag 26.10.2016, 05:57 Uhr
TurnMillLeo
TurnMillLeo
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
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Beiträge: 17

Guten Morgen Forum,

wenn ich mir das hier so durchlese kann ich mir total mit unserer Firma identifizieren.

Sind eine Firma mit Produktion, Einzelfertigung und Werkzeugbau.

Der Werkzeugbau ist zuständig für so ziemlich alles. Man nennt es auch Mädchen für alles oder Industriemachaniker biggrin.gif
Daher haben wir einen eigenen Werkzeugwagen und die Produktion auch.

Es verschwindet ständig das Werkzeug. Immer wenn man dann etwas braucht ist es nicht vorhanden und man muss improvisieren.
Was wieder unnötig viel Zeit in Anspruch nimmt, die wir nicht haben da wir den A**** voll arbeit haben.

So das leidigste Thema bei dem Thema

Der Chef, was auch verständlich ist, verpasst meistens dem der neues Werkzeug bestellt einen totalen Einlauf wo denn das ganze Werkzeug schon wieder sei. Daher hat man keine Lust mehr etwas zu bestellen und improvisiert lieber um dem Chef und dem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

Sind nur ein Familienbetrieb mit ca. 50 Leuten (Verwaltung,Konstruktion, Fertigung und Werkzeugbau) dh.

extra Werkzeugausgabe oder elektronische Werkzeugausgabe UNBEZAHLBAR


Haben jetzt unser Werkzeug markiert mit WZB aber bringt auch nichts weil wenn es weg ist, ist es weg.
Höchstens hat der, der es mitgenommen hat ein schlechts Gewissen aber sonst nichts.
Ein Metalldetektor müsste her aber wir sind ja nicht bei der Stasi...

Grüße an euch spanende Späne macher

turnmillleo

m8.gif


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Grüße aus Bayern!!
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Beitrag 26.10.2016, 06:35 Uhr
chTinu
chTinu
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
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Mitglied seit: 07.12.2012
Beiträge: 43

In unserem Betrieb ist dieses Problem auch bekannt.
In der Produktion muss der Bediener sich vom Sichtleiter den Zettel unterschreiben lassen welche Wendeplatten/Bohrer er benötigt. Der Verbrauch in der Produtkion wurde dadurch enorm gesenkt.
Für die Instandhaltung haben wir jedem Arbeiter einen abschliessbaren Werkzeugboy mit allen benötigten Werkzeugen gegeben und es ist so dass der Instandhalter selber dafür Verantwortlich ist das am Abend auch alle WZ wieder in seinem Boy sind.
Finde das Problem ist nur so zu lösen dass jeder selber für sein WZ verantwortlich ist und das er auch einem anderen Arbeiter ohne Probleme sagen darf:"ne das ist mein WZ hol dir doch ein neues", wenn er genau weiss die letzten 5x mal habe ich es von dem nicht zurückbekommen. Wieso den Kopf für einen anderen hinhalten?

Auch das Problem das dein Chef dem Einkäufer einen Einlauf verpasst kann sich auf lange sicht negativ auf die Qualtität auswirken, man immer mehr und mehr anfängt zu improvisieren und nach ein paar Monaten hat man das dann immer schon so gemacht und wieso sollte man dann noch das teuere richtige Werkzeug kaufen?
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Beitrag 26.10.2016, 07:52 Uhr
LucyLou
LucyLou
Level 5 = IndustryArena-Ingenieur
*****
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Mitglied seit: 16.02.2008
Beiträge: 652

Hallo,

Da muss mal Unterschieden werden welche Werkzeuge wegkommen.

Maschinenwerkzeuge wie Dreh-, Fräs-, Bohrwerkzeuge oder
Handwerkzeuge Ring-Gabel Schlüssel, Schraubendreher

Maschinenwerkzeuge sind entweder Standard mäßig in der Maschine drinnen oder
werden in die andere Maschine ausgelagert. Zudem kommt noch dazu das es keine Anderen Maschinen gibt.

Bei Handwerkzeugen liegt auf jeder Maschine nur das auf was bei dieser Maschine benötigt wird zum Unmittelbaren Einsatz.
Ring-Gabelschlüssel Satz, Sechskant Stiftschlüssel Satz sowie Torx Plus Schlüssel

mfg Peter


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Alle Angaben ohne Gewähr und einige mit Gewehr

2014 -Anayak Performer VH Plus 2000 Bj2003 TNC426/430 F280476 29
2014 - Ibarmia ZVH55 3000L TNC530 340490 03 SP7
2017 - SHW UFZ6S TNC530 340490 02 SP4 Bj1993 Refit 2003
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Beitrag 26.10.2016, 08:50 Uhr
milldevil
milldevil
Level 2 = IndustryArena-Facharbeiter
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Beiträge: 50

Hi,

Werkzeugboard ?
Sind da Fräser und Bohrer in Rohform (nicht in einer Aufnahme gespannt) drin ?

Wir bewahren die Werkzeuge in einer SK-Aufnahme eingespannt auf.
( Derzeit ca. 1000 Werkzeuge in SK40 DIN 69871 Aufnahmen).

Jede Werkzeugaufnahme ist gekennzeichnet und nummeriert.
Jetzt gibt es genau 2 Möglichkeiten, wo das Werkzeug sein kann.
Entweder in der Werkzeugwand oder im Magazin der Werkzeugmaschine.
Wir haben uns Kunststoff-Stopfen aus dem Reif-Katalog gekauft, auf welche wir mit einem Marker die Maschinennummer geschrieben haben.
Wird ein Werkzeug aus der Wand entnommen, wird der Stopfen in die Wand, an den Platz des entnommenen Werkzeugs gesteckt.
So weis man, wo ein Werkzeug, welches in der Wand fehlt, ist.

Verwaltet wird das Ganze über eine Software in der auch die Informationen der Werkzeugdaten (Ausspannlänge, Werkzeuglänge und Radiuskorrektur ) und vor allem auch der Ort des Ersatzwerkzeugs gespeichert werden.
z. B. : Werkzeugaufnahme A32 : Bohrer HM Ø8,5 Schrank 1, Schublade A, Fach 31
( Dies dürfte auch mit einer Excel-Liste zu machen sein.)

Jetzt kommt eventuell die Frage auf, warum wir die Stopfen verwenden, wo das Ganze doch durch die Software verwaltet wird.
Meine Mitarbeiter wissen mit der Zeit, wo sich die Werkzeuge welche ständig gebraucht werden, in der Wand befinden, und schauen gar nicht mehr in die Verwaltung.

An den Maschinen befinden sich keine Bohrer, Fräser, Wendeplatten etc.
Schon allein dadurch, dass wir nicht mehr an jeder Maschine ein “geheimes Werkzeuglager“ haben, hat sich die Investition in dieses System amortisiert.
Ganz zu schweigen von der Suchzeit nach Werkzeug und der Zeit die draufgeht um die Werkzeuge eventuell einzuspannen.
Denn da geht das Suchen wieder los (Werkzeugaufnahme, Spannzange, Werkzeug, Werkzeugschlüssel…..).

Auch bei der Mitarbeitereinweisung sparen wir Zeit.
Die Mitarbeiter müssen nicht mehr wissen was genau eine CNMG 060804 UC6010 ist, sondern können über die Nummer der Werkzeugaufnahme auf das Ersatzwerkzeug in der Schublade zugreifen.
( Wenn Du mal 500 Teile in den Sand gesetzt hast, weil jemand statt einer Platte mit R0,2 eine Platte mit R0,4 eingebaut hat……..weißte Bescheid).

Auch bei den Werkzeugkosten sparen wir.
Müssen Werkzeug und Aufnahme vor jedem Gebrauch verheiratet werden, nimmt kein Mensch einen schon benutzten, aber noch guten Bohrer.
Es wird immer ein neues Werkzeug eingespannt.
Da es jetzt umständlicher ist ein Werkzeug auszuwechseln, werden die Werkzeuge nur getauscht, wenn diese auch wirklich verschlissen sind.

Das Ganze geht natürlich nicht von heute auf morgen.
Irgendwann muss man aber anfangen.


Vale
Bernd
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Beitrag 26.10.2016, 09:50 Uhr
CNCFr
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Ich bin total verblüfft, mit welcher Selbstverständlichkleit hingenommen wird, dass Werkzeug "verschwindet", d.h. geklaut wird, und dass das offensichtlich ein weit verbreitetes Phänomen ist. Sind sich die Leute, die einen Bohrer, ein Schraubenschlüssel oder einen Hammer mit nach Hause nehmen, eigentlich nicht im Klaren darüber, dass sie damit ihre bürgerliche Existenz aufs Spiel setzen?
Ich muss dabei immer an einen Fall denken, den ich vor einiger Zeit in meiner Umgebung erlebt habe: Eine Frau angestellt in einem Supermarkt ist zuständig für Milch und Käse. Sie muss unter anderem Joghurt mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum aussortieren und vernichten (lassen). Einen dieser aussortierten Joghurts vernichtet sie nicht, sondern will ihm mit nach Hause nehmen. Sie wird dabei erwischt und fritslos gekündigt.
Sie macht daraufhin sofort einen (erfolglosen) Selbstmodrversuch und wird deshalb in die Psychatrie eingewiesen. Nach der Entlassung aus der Psychiatrie erfolgt umgehend der zweite Selbstmordversuch, diesmal erfolgreich.
Jetzt kann jeder "Joghurt mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum" z.B. durch "6mm Inbusschlüssel" ersetzen.
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Beitrag 26.10.2016, 09:51 Uhr
CNCFr
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ZITAT(CNCFr @ 26.10.2016, 09:50 Uhr) *
Ich bin total verblüfft, mit welcher Selbstverständlichkleit hingenommen wird, dass Werkzeug "verschwindet", d.h. geklaut wird, und dass das offensichtlich ein weit verbreitetes Phänomen ist. Sind sich die Leute, die einen Bohrer, ein Schraubenschlüssel oder einen Hammer mit nach Hause nehmen, eigentlich nicht im Klaren darüber, dass sie damit ihre bürgerliche Existenz aufs Spiel setzen?
Ich muss dabei immer an einen Fall denken, den ich vor einiger Zeit in meiner Umgebung erlebt habe: Eine Frau angestellt in einem Supermarkt ist zuständig für Milch und Käse. Sie muss unter anderem Joghurt mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum aussortieren und vernichten (lassen). Einen dieser aussortierten Joghurts vernichtet sie nicht, sondern will ihm mit nach Hause nehmen. Sie wird dabei erwischt und fritslos gekündigt.
Sie macht daraufhin sofort einen (erfolglosen) Selbstmodrversuch und wird deshalb in die Psychatrie eingewiesen. Nach der Entlassung aus der Psychiatrie erfolgt umgehend der zweite Selbstmordversuch, diesmal erfolgreich.
Jetzt kann jeder "Joghurt mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum" z.B. durch "6mm Inbusschlüssel" ersetzen.

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Beitrag 26.10.2016, 10:17 Uhr
RageAgainstTheMachine
RageAgainstTheMa...
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Das mit der farblichen Markierung finde ich fürs erste gar nicht so schlecht. So kann man das Werkzeug zumindest schon mal einem bestimmten Arbeitsbereich zuordnen.

Gegen Diebstahl hilft das natürlich auch nicht, da wäre die Methode mit dem Budget nicht so verkehrt. Aber erklär sowas mal dem Betriebsrat ;-)

Eine Idee wäre vielleicht auch noch die Komplexität der Werkzeugauswahl zu reduzieren. Sprich statt 10 einzelnen Imbusschlüsseln ein Multitool oder "Schlüsselbund" zu verwenden. Müsste man halt prüfen, ob diese Tools dann auch für den jeweiligen Anwendungsfall geeignet sind.
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Beitrag 26.10.2016, 14:28 Uhr
Guest_guest_*
Themenstarter

Gast



Aus eigener jahrzehntelanger Erfahrung, kann ich nur sagen, daß es kein Mittel gibt, um Werkzeugverlust zu verhindern.
Man kann ihn lediglich drastisch reduzieren. Am wenigsten "Verluste" haben "Persönliche Werkzeuge", also ausreichend ausgestattete und abschließbare Werkstattwagen, mit einem Ordnungssystem, daß fehlende Teile sofort erkennen läßt. Für diesen Werkstattwagen ist jeweils nur ein Mitarbeiter verantwortlich. Und nur dieser Mitarbeiter hat auch den Schlüssel dafür. beim Verlassen der Firma, muß dieser Werkstattwagen auch wieder vollständig übergeben werden.
Erfahrungsgemäß achten die meisten Mitarbeiter fast pedantisch auf "Ihr Werkzeug". Die Anfangs-Investition für "ordentliches Werkzeug" für die einzelnen Mitarbeiter, macht sich jedenfalls schnell bezahlt, weil jeder auf Vollständigkeit und Zustand "seines Werkzeugs" achtet.
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Beitrag 26.10.2016, 22:35 Uhr
one4all
one4all
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Beiträge: 66

Schon interessant wie viele Betriebe das gleiche Problem haben ;-)
Ich hatte 2014 zwischen Weihnachten und Neujahr alleine in der Firma alle Werkzeugschränke ausgeräumt, alles sortiert und für jeden Platz dort das notwendige Wz hingelegt. Der Rest kam in einen Schrank. Da ist heute noch genug vorhanden. (Handwerkzeuge)
Es konnte mir keiner erklären wozu der Schweißer am A-Platz 5 Stück 17 Gabel braucht, da er nur schweißt und keine Montage durchgeführt.
Ich hatte auf meinem Tisch (2m^2) Wendeplatten im Wert von ca. 6000 € ausgebreitet, sortiert und im Schrank eingeräumt.
Davon ist nichts mehr zu sehen.Die Bunker bunkern nicht nur Platten, Fräser und Bohrer, sondern nun auch SK40 Aufnahmen, aufgespannte Werkzeuge, Messerköpfe und Messmittel.
Suiziedgefährdet bin ich zwar nicht, aber alle erschießen ist auch verboten... ;)
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Beitrag 27.10.2016, 18:36 Uhr
heinzderheinz
heinzderheinz
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Hallo
Ich bin im Service tätig und hab mein eigenes Werkzeug dabei. Manchmal kommt es jedoch vor das ich vom Kunden irgendwas brauche zb.Stablampe(wenn meine nicht geladen ist) oder auch mal ein Ringschlüssel. Also, was auch immer. Jetzt packst du am abend zusammen und nimmst was mit vom Kunden. Es fällt mir dann irgendwann mal auf: "Oh Schei..., das ist von Kunde XY". Kunde Anrufen: "Du sorry, hab das versehentlich mitgenommen, tut mir leid. Geht gleich per UPS an dich zurück."
Was ich damit ausdrücken möchte, es gibt den Grund "Versehentlich was mitgenommen" oder schlicht und einfach DIEBSTAHL.Letzteres führt zur sofortigen Kündigung.
Ich hab 12 Servicetechniker wo jeder sein eigenes Werkzeug hat. Mir ist bewusst wenn er am "Schrauben" ist und sich der 4er Inbus in den tiefen der Maschine verabschiedet, bekommt er einen neuen. Man nennt dies Vertrauen!! Gibt kein Anschiss. Nur wenn ein 4er Inbuss mit Kugelkopf ständig erneuert werden muss, weil die Kugel weg ist, dann hab ich auch mein Problem. Dann frag ich nur "Wie lang war den diesmal das Rohr um die Kugel zu Köpfen?" Nur um das gleich vorweg zu nehmen, wir reden nicht über "Billig Werkzeug".
Resümee: Egal was du einführst als Kontrollsystem, vergiss es. Ehrlichkeit dir gegenüber ist ein muss.
Jetzt fällt mir noch was ein. War vor ein paar Jahren bei einer Firma die Edelmetalle (Gold) bearbeiten von der Stange. Hab ständig 2 Begleiter gehabt. Was passiert wenn du irgendwelche Bleche weg schraubst? Sind Späne dahinter,oder? Hab dann was abgewischt(Gereinigt) dann einfach nur das Putztuch in die Tasche gesteckt. Ich wurde dann ganz schnell von diese 2 Begleitern gebeten dieses Tuch doch bitte in den dafür bereitgestellten Behälter zu legen. Das war Routine/Reflex wie auch immer, jedoch keine vorsätzliche Tat. Manchmal bedeutet auch dass wenn man ein Putztuch einsteckt dieses auch wertvoll sein kann. thumbs-up.gif


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Beste Grüße aus dem Schwarzwald
heinzderheinz
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Beitrag 30.10.2016, 12:57 Uhr
Andy742000
Andy742000
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Beiträge: 3.738

ZITAT(milldevil @ 26.10.2016, 09:50 Uhr) *
Hi,

Werkzeugboard ?
Sind da Fräser und Bohrer in Rohform (nicht in einer Aufnahme gespannt) drin ?

Vale
Bernd

Hi

Ein Brett, ein irgendwas, egal, halt eine Fläche wo zb Ringschlüssel angehängt werden können, oder Maulschlüssel über 2 Hacken hängt, oder eine ein Quer angebrachtes Blech, Plastik oder Holzstück mit Bohrungen, wo zb Schraubendreher, Imbus- oder Torxschlüssel eingehängt / gesteckt werden können.
Ein Aufbewahrungsbrett für Handwerkszeuge !
Wenn du das ganze auf das benötigtie Minimum reduzierst, und das Teil nicht die Größe einer Werbetafel an einer Hauswand erreicht, erhält man auch sehr schnell den Überblick was fehlt.

Ich kenne da Versionen, wo die Boards / Bretter relativ Farblich dunkel gehalten sind, aber man trotzdem noch das Werkzeug auf die schnelle erkennen kann. Fehlt ein Werkzeug oder ist es nicht eingehängt, wird an der Position eine weiße Fläche sichtbar...Da erkennt man auf 10 Meter Entfernung "Huch, da fehlt ja was !"

Persönliche Werkzeuge im Mehrschichtbetrieb unter Produktionsbedingungen halte ich für unnötige Kapitalbindung. Hier kann man auf gemeinschaftliches genutztes Werkzeug in der Minimalbestückung setzen.


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MfG
Andy

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und nun nicht weiter gekommen als bis zur Sinumerik ;-)

PS : Ich hasse R- Parameter ! Aus Rxxx wird unter Beachtung der Mond-Parabel und der "ERDschen" Glockenkurve nach der Division mit PI/8 + Werkhallenhöhe ein neuer sinnvoller Parameter Rxxx

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