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Auswertung von Passungen

Beitrag 18.05.2021, 20:48 Uhr
Cubemaster
Cubemaster
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Hallo Zusammen,

Beispiel 1:
Wenn auf einer Zeichnung auf die DIN ISO 8015 verwiesen wird. Wonach müsste dann eine H7 und h7 Passung ausgewertet werden. Wir haben an unserer MM 4 Möglichkeiten, Gauss, Hülle (minumum), Pferch (maximum) und Tschebyscheff.
Gauss ist ein Mittelwert. Hülle wird bei Wellen verwendet und bei Kreisen eben Pferch.

Beispiel 2:
Auf der Zeichnung steht sowohl bei bei H7 als auch h7 ein E davor also es wird auf das Hüllprinzip verwiesen. Müssen demnach beide Elemente also sowohl der Kreis als auch die Welle als Hülle ausgewertet werden?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Grüße an alle!!



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Beitrag 19.05.2021, 04:24 Uhr
Messknecht-01
Messknecht-01
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Hallo Cubemaster,

Beispiel 1 bezieht sich in der DIN ISO 8015 auf Grundsatz 5.2. Normenhierarchie

Beispiel 2 bezieht sich auf die untergeordnete DIN ISO 14405-1 dem Unabhängigkeit Prinzip.


Gruß Messknecht
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Beitrag 19.05.2021, 04:49 Uhr
Messknecht-01
Messknecht-01
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Hallo Cubemaster,

zu der Frage Beispiel 2 werden die Bohrung oder Außendurchmesser über Pferch und Hüll ausgewertet. Zusätzlich wird das Örtliche 2 Punktmaß mit angewendet.

Gruß Messknecht
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Beitrag 22.05.2021, 21:55 Uhr
DanielWB
DanielWB
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ZITAT(Cubemaster @ 18.05.2021, 21:48 Uhr) *
Beispiel 1:
Wenn auf einer Zeichnung auf die DIN ISO 8015 verwiesen wird. Wonach müsste dann eine H7 und h7 Passung ausgewertet werden. Wir haben an unserer MM 4 Möglichkeiten, Gauss, Hülle (minimum), Pferch (maximum) und Tschebyscheff.
Gauss ist ein Mittelwert. Hülle wird bei Wellen verwendet und bei Kreisen eben Pferch.

Funktionsgerecht ausgewertet würde eine H7-(Innen)-Passung mittels eines Pferchzylinders und eine h7-(Außen)-Passung mittels eines Hüllzylinders. Allerdings kommt es auch etwas darauf an, mit welcher Art von Messsensor du arbeitest. Wenn du einen tastenden Messkopf verwendest, also nur Einzelpunkte antasten kannst, würde ich auf die funktionsgerechte Auswertung verzichten und ausschließlich mit Gausselementen arbeiten, denn die Berechnung nach Pferch-/Hüll- und Tschebyscheff sind sehr empfindlich gegenüber einzelnen Ausreißern, also Tastpunkten, die durch Einflüsse wie Schmutz oder auch rein zufällig nicht zum Rest der Tastpunkte passen. Mit einem kontinuierlich scannenden Tastkopf kann man hingegen Ausreißer effektiv automatisch entfernen und zusätzlich die Messpunkte mit entsprechenden Filtern aufbereiten, so dass das Ergebnis plausibel bleibt.

Auch gibt es Sensoren wie z.B. den Renishaw TP20, bei denen konstruktionsbedingt die sogenannte Tasterhysterese das Formergebnis beeinträchtigt und damit auch die Pferch-/Hüll- und Tschebyscheff-Ergebnisse. Bei dieser Art Taster musst du bei anderen Auswertungen als Gauss mit einem erheblichen Fehler rechnen. Am besten fährst Du dort ausschließlich mit Gauss-Auswertungen.

ZITAT
Beispiel 2:
Auf der Zeichnung steht sowohl bei bei H7 als auch h7 ein E davor also es wird auf das Hüllprinzip verwiesen. Müssen demnach beide Elemente also sowohl der Kreis als auch die Welle als Hülle ausgewertet werden?

Ein E in einem Kreis heißt, dass das Element mit dem Hüllprinzip ausgewertet werden muss. Das bedeutet zwei Dinge: Erstens die Auswertung des Kleinstmaßes über den Pferchzylinder bei einer Bohrung bzw. des Größtmaßes über den Hüllzylinder bei einer Welle. Und zweitens wird dann das Größtmaß bei einer Bohrung bzw. das Kleinstmaß bei einer Welle als sogenanntes lokales Zweipunktmaß ermittelt. Diese Messung muss als Zylinder erfolgen, denn ein Kreis macht da keinen Sinn mehr, denn bei der Hüllbedingung kommt es darauf an, dass der Formfehler über die gesamte Länge der Bohrung bzw. der Welle über das Größenmaß kontrolliert wird.
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Beitrag 25.05.2021, 21:13 Uhr
Cubemaster
Cubemaster
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ZITAT(DanielWB @ 22.05.2021, 21:55 Uhr) *
Funktionsgerecht ausgewertet würde eine H7-(Innen)-Passung mittels eines Pferchzylinders und eine h7-(Außen)-Passung mittels eines Hüllzylinders. Allerdings kommt es auch etwas darauf an, mit welcher Art von Messsensor du arbeitest. Wenn du einen tastenden Messkopf verwendest, also nur Einzelpunkte antasten kannst, würde ich auf die funktionsgerechte Auswertung verzichten und ausschließlich mit Gausselementen arbeiten, denn die Berechnung nach Pferch-/Hüll- und Tschebyscheff sind sehr empfindlich gegenüber einzelnen Ausreißern, also Tastpunkten, die durch Einflüsse wie Schmutz oder auch rein zufällig nicht zum Rest der Tastpunkte passen. Mit einem kontinuierlich scannenden Tastkopf kann man hingegen Ausreißer effektiv automatisch entfernen und zusätzlich die Messpunkte mit entsprechenden Filtern aufbereiten, so dass das Ergebnis plausibel bleibt.

Auch gibt es Sensoren wie z.B. den Renishaw TP20, bei denen konstruktionsbedingt die sogenannte Tasterhysterese das Formergebnis beeinträchtigt und damit auch die Pferch-/Hüll- und Tschebyscheff-Ergebnisse. Bei dieser Art Taster musst du bei anderen Auswertungen als Gauss mit einem erheblichen Fehler rechnen. Am besten fährst Du dort ausschließlich mit Gauss-Auswertungen.

Danke Dir für die richtig gute und für mich (das wichtigste) verständliche Erklärung :-). Wir arbeiten mit einem SM25-2 Modul und den entsprechenden Tastern. Was ist hierzu deine Meinung. Würde man bei diesen auch lieber bei dem Gauss bleiben? Die meisten ca. 85-90% unserer Kunden arbeiten mit der Calypso, wir verwenden die INACA 3D. Leider ist diese nicht so bekannt. Oft kommt es alleine aus diesen Grund zu Diskussionen und Fragen wie "was wurde bei welcher Auswertung eingestellt und wie ist man hierbei vorgegangen". In der Regel müsste es egal sein mit welcher Software man ein Bauteil misst, leider ist es aber nicht so.

Wir hatten letztens eine Reklamation einer 45k5 Passung gehabt und erwarten diese in Zukunft auch weiterhin, warum?. Wir lassen die Passung extern schleifen. Der Lieferant prüft die Passung mit einem Bügel, welche nach seiner Meinung (nach unserer übrigens auch) i.O ist. In der Zeichnung wird auf das Hüllprinzip verwiesen. Der Kunde wertet mit der Calypso aus, mit dem Ergebnis das für den Kunden sehr viele Bauteile n.i.O sind da um 0,002 bis 0,003 zu groß. Nein ich habe mich nicht bei dem Koma vertan :-). Wenn wir die Passung nun mit 12 Punkten tasten und nach Gauss auswerten ist die Passung i.O. Mit dem Bügel auch i.O. Ich weiß das der Kunde mit der Calypso mehr als 1000 Punkte scannend aufnimmt und dann die Ausreißer eliminiert. Wir kommen da nicht zusammen. Es gibt keine Funktion die beeinträchtigt wird, nur weil ein Bauteil um den Wert von 0,002mm zu groß ist. Manchmal frage ich mich was das für Theoretiker sind.


Ein E in einem Kreis heißt, dass das Element mit dem Hüllprinzip ausgewertet werden muss. Das bedeutet zwei Dinge: Erstens die Auswertung des Kleinstmaßes über den Pferchzylinder bei einer Bohrung bzw. des Größtmaßes über den Hüllzylinder bei einer Welle. Und zweitens wird dann das Größtmaß bei einer Bohrung bzw. das Kleinstmaß bei einer Welle als sogenanntes lokales Zweipunktmaß ermittelt. Diese Messung muss als Zylinder erfolgen, denn ein Kreis macht da keinen Sinn mehr, denn bei der Hüllbedingung kommt es darauf an, dass der Formfehler über die gesamte Länge der Bohrung bzw. der Welle über das Größenmaß kontrolliert wird.

Danke das habe ich soweit nun verstanden :-)
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Beitrag 29.05.2021, 10:43 Uhr
Cubemaster
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Hallo,
habe leider falsch Zitiert.

Danke Dir für die richtig gute und für mich (das wichtigste) verständliche Erklärung :-). Wir arbeiten mit einem SM25-2 Modul und den entsprechenden Tastern. Was ist hierzu deine Meinung. Würde man bei diesen auch lieber bei dem Gauss bleiben? Die meisten ca. 85-90% unserer Kunden arbeiten mit der Calypso, wir verwenden die INACA 3D. Leider ist diese nicht so bekannt. Oft kommt es alleine aus diesen Grund zu Diskussionen und Fragen wie "was wurde bei welcher Auswertung eingestellt und wie ist man hierbei vorgegangen". In der Regel müsste es egal sein mit welcher Software man ein Bauteil misst, leider ist es aber nicht so.

Gruß
Christof
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Beitrag 29.05.2021, 12:19 Uhr
DanielWB
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Hallo Christof!

Ja, schieß mir ins Knie, ich hatte nicht gesehen, dass Du geantwortet hast. ;-)

Der SP25-Tastkopf mit dem SM25-2 Modul ist eine sehr gute Lösung, zufällig arbeite ich auch mit dieser Kombination. Da brauchst Du Dich natürlich nicht auf Gauss zu beschränken. Wenn Du in der Lage bist, bei der Messung Filter und Ausreißerentfernung zu verwenden, dann kannst Du sehr zuverlässig auch Pferch- und Hüllauswertungen benutzen. Allerdings ist es immer wichtig (sowieso) auf saubere Teile zu achten. Wenn ich mir manchmal unsere Taster ansehe, wenn unsere Gegenschicht acht Stunden lang gemessen hat, dann fällt auf, wieviel Schmutz sich auf dem Taster angesammelt hat.

ZITAT
Wir hatten letztens eine Reklamation einer 45k5 Passung gehabt und erwarten diese in Zukunft auch weiterhin, warum?. Wir lassen die Passung extern schleifen. Der Lieferant prüft die Passung mit einem Bügel, welche nach seiner Meinung (nach unserer übrigens auch) i.O ist. In der Zeichnung wird auf das Hüllprinzip verwiesen.

Wenn die Hüllbedingung gefordert ist, wird dadurch auch die Zylindrizität der gesamten Passung kontrolliert. In dem Fall darf sie 0,011 mm nicht überschreiten. Sowas kann man nicht mit einer Bügelmessschraube überprüfen. Gerade beim spitzenlosen Schleifen von Wellen kann sehr leicht ein Dreibogengleichdick entstehen, und diese Form bemerkt man mit einer Messschraube nicht. Es sieht dann so aus, als wäre der Durchmesser rundherum perfekt gleich, aber in Wirklichkeit ist die Welle leicht dreieckig.

Wir haben solche Probleme mit unseren Wellenlieferanten auch, und was meinst Du, wie die darüber denken? Die zucken mit den Schultern und sagen, dass man in Kauf nehmen muss, dass solche schlecht geschliffenen Wellen bei unseren Lieferungen sind. Zumindestens Du solltest dann aber solche Teile abfangen, bevor sie zum Kunden gehen.

ZITAT
Es gibt keine Funktion die beeinträchtigt wird, nur weil ein Bauteil um den Wert von 0,002mm zu groß ist. Manchmal frage ich mich was das für Theoretiker sind.

Wenn Ihr mit einem Kunden einen Vertrag eingeht (und die Zeichnung ist ein Vertragsbestandteil), dann solltet Ihr die Anforderungen des Kunden auch erfüllen. Dass hat nichts damit zu tun, dass bei dem Kunden nur Theoretiker sitzen, sondern davon hängen unter Umständen die Funktionen der Maschinen ab, die der Kunde baut.

Um bei dem Beispiel der Welle 45k5 zu bleiben: Wenn der Durchmesser oder die Form 0,002 aus der Toleranz ist, dann ist vielleicht noch nicht unbedingt die Funktion des Bauteils gefährdet, aber die enge Toleranz wird ja einen Zweck haben. Diese Frage kann Dir letztendlich nur der Konstrukteur beantworten. 0,002 mm aus der Toleranz bedeutet in dem Fall 0,0075 mm von der Mitte der Toleranzzone entfernt, und das wären 36 Prozent Toleranzüberschreitung. Jetzt wäre natürlich zu klären, ob Ihr das Maß mit Eurem KMG bestätigen könnt.

Unsere Kunden würden so ein Teil möglicherweise nicht wegen einer einmaligen Abweichung von 0,002 reklamieren, aber wenn der Kunde dahinter kommt, dass wir bestimmte Maße generell nicht einhalten können, dann müssen wir unseren Prozess verbessern. Ehrlich gesagt sollte schon alle Alarmglocken klingeln, wenn man einen Auftrag annimmt mit so engen Toleranzen. Ich kenne viele Firmen, die würden rundheraus sagen: 45 k5 bekommen wir nicht prozesssicher hin.

Eure Messsoftware kenne ich zwar nicht, aber ich habe jetzt schon mit so einigen verschiedenen Softwarepaketen gearbeitet, aber meiner Erfahrung scheitert es meistens nicht an der Software. Calypso ist nicht automatisch besser, nur weil es bekannter ist.
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Beitrag 01.06.2021, 20:08 Uhr
Cubemaster
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ZITAT(DanielWB @ 29.05.2021, 12:19 Uhr) *
Hallo Christof!

Ja, schieß mir ins Knie, ich hatte nicht gesehen, dass Du geantwortet hast. ;-)
ZITAT

Alles gut!! Mein Fehler!! Ich bin nicht so der Forum Typ, daher kommt das eine oder andere nicht so wie ich er gerne hätte :-)


Der SP25-Tastkopf mit dem SM25-2 Modul ist eine sehr gute Lösung, zufällig arbeite ich auch mit dieser Kombination. Da brauchst Du Dich natürlich nicht auf Gauss zu beschränken. Wenn Du in der Lage bist, bei der Messung Filter und Ausreißerentfernung zu verwenden, dann kannst Du sehr zuverlässig auch Pferch- und Hüllauswertungen benutzen. Allerdings ist es immer wichtig (sowieso) auf saubere Teile zu achten. Wenn ich mir manchmal unsere Taster ansehe, wenn unsere Gegenschicht acht Stunden lang gemessen hat, dann fällt auf, wieviel Schmutz sich auf dem Taster angesammelt hat.
ZITAT

Das ist schonmal gut zu hören!! Allerdings bin ich mit der Software in dem Punkt nicht so besonders vertraut. Selbst die Firma die uns diese Verkauft hat, wendet dieses nicht bzw. kaum an. Ich habe mit den Eistellungen an einem Einstellring rumprobiert. Es gibt eine Einstellungswert für ein gemittelten Wert der zwischen 2-20 liegt. Und dann gibt es noch den Ausreißer Eliminierungswert zwischen 2-8.

Wenn die Hüllbedingung gefordert ist, wird dadurch auch die Zylindrizität der gesamten Passung kontrolliert. In dem Fall darf sie 0,011 mm nicht überschreiten. Sowas kann man nicht mit einer Bügelmessschraube überprüfen. Gerade beim spitzenlosen Schleifen von Wellen kann sehr leicht ein Dreibogengleichdick entstehen, und diese Form bemerkt man mit einer Messschraube nicht. Es sieht dann so aus, als wäre der Durchmesser rundherum perfekt gleich, aber in Wirklichkeit ist die Welle leicht dreieckig.

Wir haben solche Probleme mit unseren Wellenlieferanten auch, und was meinst Du, wie die darüber denken? Die zucken mit den Schultern und sagen, dass man in Kauf nehmen muss, dass solche schlecht geschliffenen Wellen bei unseren Lieferungen sind. Zumindestens Du solltest dann aber solche Teile abfangen, bevor sie zum Kunden gehen.


Wenn Ihr mit einem Kunden einen Vertrag eingeht (und die Zeichnung ist ein Vertragsbestandteil), dann solltet Ihr die Anforderungen des Kunden auch erfüllen. Dass hat nichts damit zu tun, dass bei dem Kunden nur Theoretiker sitzen, sondern davon hängen unter Umständen die Funktionen der Maschinen ab, die der Kunde baut.

Um bei dem Beispiel der Welle 45k5 zu bleiben: Wenn der Durchmesser oder die Form 0,002 aus der Toleranz ist, dann ist vielleicht noch nicht unbedingt die Funktion des Bauteils gefährdet, aber die enge Toleranz wird ja einen Zweck haben. Diese Frage kann Dir letztendlich nur der Konstrukteur beantworten. 0,002 mm aus der Toleranz bedeutet in dem Fall 0,0075 mm von der Mitte der Toleranzzone entfernt, und das wären 36 Prozent Toleranzüberschreitung. Jetzt wäre natürlich zu klären, ob Ihr das Maß mit Eurem KMG bestätigen könnt.

Unsere Kunden würden so ein Teil möglicherweise nicht wegen einer einmaligen Abweichung von 0,002 reklamieren, aber wenn der Kunde dahinter kommt, dass wir bestimmte Maße generell nicht einhalten können, dann müssen wir unseren Prozess verbessern. Ehrlich gesagt sollte schon alle Alarmglocken klingeln, wenn man einen Auftrag annimmt mit so engen Toleranzen. Ich kenne viele Firmen, die würden rundheraus sagen: 45 k5 bekommen wir nicht prozesssicher hin.

Eure Messsoftware kenne ich zwar nicht, aber ich habe jetzt schon mit so einigen verschiedenen Softwarepaketen gearbeitet, aber meiner Erfahrung scheitert es meistens nicht an der Software. Calypso ist nicht automatisch besser, nur weil es bekannter ist.

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Beitrag 01.06.2021, 20:14 Uhr
Cubemaster
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Entschuldigung, kann bitte jemand den missglückten Versuch einer Antwort löschen? :-(
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Beitrag 02.06.2021, 22:10 Uhr
Markus92
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Interessant wird es besonders bei sehr alten Zeichnungen nach der alten DIN7167.
Dort gilt nämlich generell das Hüllprinzip für alle Maße wenn ich mich recht erinnere...
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Beitrag 20.06.2021, 19:50 Uhr
Cubemaster
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ZITAT(DanielWB @ 29.05.2021, 12:19 Uhr) *
Hallo Christof!

Ja, schieß mir ins Knie, ich hatte nicht gesehen, dass Du geantwortet hast. ;-)

Der SP25-Tastkopf mit dem SM25-2 Modul ist eine sehr gute Lösung, zufällig arbeite ich auch mit dieser Kombination. Da brauchst Du Dich natürlich nicht auf Gauss zu beschränken. Wenn Du in der Lage bist, bei der Messung Filter und Ausreißerentfernung zu verwenden, dann kannst Du sehr zuverlässig auch Pferch- und Hüllauswertungen benutzen. Allerdings ist es immer wichtig (sowieso) auf saubere Teile zu achten. Wenn ich mir manchmal unsere Taster ansehe, wenn unsere Gegenschicht acht Stunden lang gemessen hat, dann fällt auf, wieviel Schmutz sich auf dem Taster angesammelt hat.


Wenn die Hüllbedingung gefordert ist, wird dadurch auch die Zylindrizität der gesamten Passung kontrolliert. In dem Fall darf sie 0,011 mm nicht überschreiten. Sowas kann man nicht mit einer Bügelmessschraube überprüfen. Gerade beim spitzenlosen Schleifen von Wellen kann sehr leicht ein Dreibogengleichdick entstehen, und diese Form bemerkt man mit einer Messschraube nicht. Es sieht dann so aus, als wäre der Durchmesser rundherum perfekt gleich, aber in Wirklichkeit ist die Welle leicht dreieckig.

Wir haben solche Probleme mit unseren Wellenlieferanten auch, und was meinst Du, wie die darüber denken? Die zucken mit den Schultern und sagen, dass man in Kauf nehmen muss, dass solche schlecht geschliffenen Wellen bei unseren Lieferungen sind. Zumindestens Du solltest dann aber solche Teile abfangen, bevor sie zum Kunden gehen.


Wenn Ihr mit einem Kunden einen Vertrag eingeht (und die Zeichnung ist ein Vertragsbestandteil), dann solltet Ihr die Anforderungen des Kunden auch erfüllen. Dass hat nichts damit zu tun, dass bei dem Kunden nur Theoretiker sitzen, sondern davon hängen unter Umständen die Funktionen der Maschinen ab, die der Kunde baut.

Um bei dem Beispiel der Welle 45k5 zu bleiben: Wenn der Durchmesser oder die Form 0,002 aus der Toleranz ist, dann ist vielleicht noch nicht unbedingt die Funktion des Bauteils gefährdet, aber die enge Toleranz wird ja einen Zweck haben. Diese Frage kann Dir letztendlich nur der Konstrukteur beantworten. 0,002 mm aus der Toleranz bedeutet in dem Fall 0,0075 mm von der Mitte der Toleranzzone entfernt, und das wären 36 Prozent Toleranzüberschreitung. Jetzt wäre natürlich zu klären, ob Ihr das Maß mit Eurem KMG bestätigen könnt.

Unsere Kunden würden so ein Teil möglicherweise nicht wegen einer einmaligen Abweichung von 0,002 reklamieren, aber wenn der Kunde dahinter kommt, dass wir bestimmte Maße generell nicht einhalten können, dann müssen wir unseren Prozess verbessern. Ehrlich gesagt sollte schon alle Alarmglocken klingeln, wenn man einen Auftrag annimmt mit so engen Toleranzen. Ich kenne viele Firmen, die würden rundheraus sagen: 45 k5 bekommen wir nicht prozesssicher hin.

Eure Messsoftware kenne ich zwar nicht, aber ich habe jetzt schon mit so einigen verschiedenen Softwarepaketen gearbeitet, aber meiner Erfahrung scheitert es meistens nicht an der Software. Calypso ist nicht automatisch besser, nur weil es bekannter ist.


Das Du/Ihr das gleiche System nutzt finde ich super. So kann die eine oder Andere Frage besser beantwortet werden.
Ich achte selber auch sehr auf Sauberkeit. Wische die Kugel vor dem Kalibrieren immer ab, auch die Tasten werden immer kurz vorher rausgehengt und gereinigt.

Unser Kunde bzw. die QM Leiterin besteht darauf, dass wir 3 Kreise scannen. 1x in Z bei 3mm, 17mm und bei 33mm. Und dass nach dem Hüllprinzip auswerten. Ja, und sobald ein Kreis auch nur um 0,001mm raus ist werden die Teile reklamiert. Messe ich diese erneut, passiert es sehr oft, dass die Maße auf unserer MM innerhalb der k5 Passung sind. Letztlich arbeitet auch unsere LH1210 in einem Fehlerbereich von 0,0029. Zumindest steht das auf dem Stempel den ich so deute. Somit kann ich solche Reklamationen nicht nachvollziehen.

Damit wir die Teile dennoch rausfischen wird alles 100% gemessen.

Du fragst ob wir die Maße bestätigen können. Ja und nein. Ja weil es passiert, dass das Maß auf 1/1000 mit dem Maß des Kunden übereinstimmt. Und nein weil bei erneuter Messung das Maß um 2/1000 eben daneben liegt :-). Und das ist doch nichts ungewöhnliches oder etwas doch? Deswegen verstehe ich die Reklamation nicht.

Wir bestätigen unseren Kunden in den AB 0,03 für alle Form und Lagetoleranzen. Alles andere wird verlagert. Auch das besagte Teil.

Der Beitrag wurde von Cubemaster bearbeitet: 20.06.2021, 19:52 Uhr
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Beitrag Gestern, 19:28 Uhr
Messknecht-01
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Hallo,

du hast es schon richtig erwähnt euere Messmaschine hat eine Messunsicherheit, somit ist es möglich dass ihr aufs 1/1000 gleich messen könnt oder ihr liegt auch mal 2/1000 daneben.

Habt ihr für eure Bauteile eine Eingriffsgrenze im Messprotokoll programmiert, das ihr bei Toleranzausnutzung über 75% z.b. in die Fertigung eingreifen könnt somit dürften keine Ausschussteile entstehen.

Das mit den 3 Kreissegmente für das Hüllprinzip auf die Zylinderlänge ist absolut okay. Aber wenn die Toleranz 0,001mm überschritten ist, gleich zu reklamieren ist etwas übertrieben. Mist euere Kunde exakt mit der gleichen Messstrategie wie ihr auch, seine Messmaschine hat ja auch eine Messunsicherheit?

Was meinst du mit alles andere wird verlagert?
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