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Fachkräftemangel, qulaifiziertes Personal? Müssen die Anforderungen angepasst werden?

Informationen zu Stellenangeboten

Hallo liebe Community,

wir möchten euch darauf aufmerksam machen , dass dies Forum dem fachlichen Erfahrungsaustausch und eben nicht für Stellenausschreibungen angelegt wurde! Es geht hier um Arbeitnehmer / Arbeitgeber und Arbeitsverhältnisse, rechtliche Belange und allgemeines zum Arbeitsverhältnis.
Wir erlauben seit einiger Zeit keine Stellenausschreibungen mehr im Forum.
Dennoch geben wir die Möglichkeit dazu über Marktplatz / "Stellenmarkt" - hierüber kann man auch Stellenangebote aufgeben diese werden dann auf jobinfo24 einem breiten Publikum gezeigt und bei fachlicher Ausrichtung auch dort in der Liste der IndustryArena eingereiht.
Für Unternehmen, Firmen, Jobagenturen & Co. gibt es professionelle Möglichkeiten Ihre Ausschreibungen zu platzieren.

Die AdminCrew
Beitrag 12.09.2018, 08:32 Uhr
BorisMueller
BorisMueller
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*
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Beiträge: 19

Hallo,
habt Ihr auch so Probleme qualifizertes Personal zu finden?
Wenn Bewerbungen kommen, dann wird teilweise nur ein kaum leserliches Bild von einem Lebenslauf geschickt. Kann man so etwas überhaupt als Bewerbung deuten? Warum macht sich niemand mehr die Mühe eine vernünftige Bewerbung zu schreiben? Wie handhabt Ihr so etwas? Geht Ihr auf private Anfragen ein in denen weder ein "Hallo" steht, geschweige denn ein Grund der Nachricht sondern einfach Hobbys aufgelistet sind, soll ich dann antworten "hey Sie sind perfekt geeignet kommen Sie vorbei"???

Wo sind die Zeiten hin, in denen man sich persönlich vorstellt und Eigeninitiative zeigt oder überhaupt irgendein Interesse aufweist?

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Beitrag 12.09.2018, 12:00 Uhr
coronet66
coronet66
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Beiträge: 963

ZITAT(BorisMueller @ 12.09.2018, 09:32 Uhr) *
Hallo,
habt Ihr auch so Probleme qualifizertes Personal zu finden?
Wenn Bewerbungen kommen, dann wird teilweise nur ein kaum leserliches Bild von einem Lebenslauf geschickt. Kann man so etwas überhaupt als Bewerbung deuten? Warum macht sich niemand mehr die Mühe eine vernünftige Bewerbung zu schreiben? Wie handhabt Ihr so etwas? Geht Ihr auf private Anfragen ein in denen weder ein "Hallo" steht, geschweige denn ein Grund der Nachricht sondern einfach Hobbys aufgelistet sind, soll ich dann antworten "hey Sie sind perfekt geeignet kommen Sie vorbei"???

Wo sind die Zeiten hin, in denen man sich persönlich vorstellt und Eigeninitiative zeigt oder überhaupt irgendein Interesse aufweist?


biggrin.gif
Ja willkommen in der neuen, tollen 4.0 Welt!
Ich kenne solche Bewerbungen und reagiere inzwischen nicht mal mehr darauf.
Warum auch?
Wer sich nicht einmal bei einer Bewerbung die geringste Mühe gibt, erwartet doch sicher auch keine Antwort darauf oder?
Wie soll ich mir jemanden, der es nicht schafft, eine vernünftige Bewerbung auf eine Facharbeiterstelle zu schreiben, an einem komplexen Bearbeitungszentrum vorstellen?
Auf dem hochpräzise Teile hergestellt werden?
Das sie/er programmieren, rüsten und einfahren und hinterher die Bauteile kontrollieren soll.
Tut mir leid, das kann ich nicht.
Ja, wir haben einen Fachkräftemangel.
Verursacht auch durch den Glauben an eine vollkommen technisierte Welt, in der wir keine Fachkräfte mehr benötigen.
Das ging in den 80er los und heute rächt es sich.
Tagtäglich und immer mehr.
Industrie 4.0 (oder was man dafür hält) wird nicht helfen. Im Gegenteil.
Fehler wiederholen sich......







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Beitrag 12.09.2018, 13:13 Uhr
BorisMueller
BorisMueller
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
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Mitglied seit: 21.08.2018
Beiträge: 19

ZITAT(coronet66 @ 12.09.2018, 12:00 Uhr) *
biggrin.gif
Ja willkommen in der neuen, tollen 4.0 Welt!
Ich kenne solche Bewerbungen und reagiere inzwischen nicht mal mehr darauf.
Warum auch?
Wer sich nicht einmal bei einer Bewerbung die geringste Mühe gibt, erwartet doch sicher auch keine Antwort darauf oder?
Wie soll ich mir jemanden, der es nicht schafft, eine vernünftige Bewerbung auf eine Facharbeiterstelle zu schreiben, an einem komplexen Bearbeitungszentrum vorstellen?
Auf dem hochpräzise Teile hergestellt werden?
Das sie/er programmieren, rüsten und einfahren und hinterher die Bauteile kontrollieren soll.
Tut mir leid, das kann ich nicht.
Ja, wir haben einen Fachkräftemangel.
Verursacht auch durch den Glauben an eine vollkommen technisierte Welt, in der wir keine Fachkräfte mehr benötigen.
Das ging in den 80er los und heute rächt es sich.
Tagtäglich und immer mehr.
Industrie 4.0 (oder was man dafür hält) wird nicht helfen. Im Gegenteil.
Fehler wiederholen sich......



genau das denke ich mir auch. Wie soll so jemand mit Konflikten umgehen oder sich mit Kunden auseinandersetzen???
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Beitrag 12.09.2018, 13:49 Uhr
Rainer60
Rainer60
Level 3 = IndustryArena-Techniker
***
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Mitglied seit: 15.11.2014
Beiträge: 286

Hoi

Ich denke es liegt an der mehrheitlichen Vollauslastung. Jeder Unternehmer weiss wie schwierig es ist Fachkräfte zu rekrutieren.
Solche Bewerber wie Boris beschrieb, sind genau die, auf welche man auch im grössten Druck verzichten kann.
Dann besser eine Hilfskraft einstellen und anlernen.

Übrigends - auch eine branchenfremde Frau kann an einem 3X-BAZ die FRK korrigieren, sofern das Interesse und Eignung vorhanden ist. Voraussetzung ist eine entsprechende Einarbeitung (auch im Umgang mit Messmitteln).


--------------------
Gruss Rainer

"Es gibt immer eine Lösung - manchmal auch eine Andere"l
Meine Ratschläge sind kostenlos und müssen nicht angenommen werden...
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Beitrag 12.09.2018, 14:01 Uhr
BorisMueller
BorisMueller
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Mitglied seit: 21.08.2018
Beiträge: 19

ZITAT(Rainer60 @ 12.09.2018, 13:49 Uhr) *
Hoi

Ich denke es liegt an der mehrheitlichen Vollauslastung. Jeder Unternehmer weiss wie schwierig es ist Fachkräfte zu rekrutieren.
Solche Bewerber wie Boris beschrieb, sind genau die, auf welche man auch im grössten Druck verzichten kann.
Dann besser eine Hilfskraft einstellen und anlernen.

Übrigends - auch eine branchenfremde Frau kann an einem 3X-BAZ die FRK korrigieren, sofern das Interesse und Eignung vorhanden ist. Voraussetzung ist eine entsprechende Einarbeitung (auch im Umgang mit Messmitteln).


ja aber eine solche Frau ist auch in der Lage eine vernünftige Bewerbung zu schreiben. :-)
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Beitrag 12.09.2018, 17:10 Uhr
Drehpapst
Drehpapst
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*****
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Mitglied seit: 28.04.2005
Beiträge: 651

Es ist wie es immer war.
Attraktive Berufe mit entsprechenden Weiterbildungsangeboten und Aufstiegsmöglichkeiten, die anständige Gehälter zahlen und ein gutes Betriebsklima bieten, werden immer Fachleute finden. Und wenn nicht, dann sucht man einen aus der nicht auf den Kopf gefallen ist und bringt ihm das, was er noch nicht kann, bei. Man wird einen finden, vorausgesetzt die Bedingungen stimmen.
So war das übrigens schon früher, also vor 30 Jahren.
Man erntet was man sät.


--------------------
Gruß,

Drehpapst


Willen braucht man. Und Zigaretten.
Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.
Helmut Schmidt
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Beitrag 12.09.2018, 20:48 Uhr
dreher1991
dreher1991
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Mitglied seit: 09.11.2013
Beiträge: 323

Ja da geb ich euch recht das Thema Fachkräftemangel ist auch bei uns brisant wie bei jedem im moment.Bei uns würden sie am liebsten Schleifer (Rund und Flach)einstellen aber einerseits ist der Markt beim schleifen kleiner wie beim Drehen oder Fräsen also weniger Leute am Markt.Auf der anderen seite wird noch viel Konventionel geschliffen was auch nicht jedermanns sache ist .Jobs gibt es im moment ne menge aber halt nicht für jeden den passenden.Gibt Leute die wollen Programmieren,einstellen immer mehr lernen neue Steuerungen Maschinen kennenlernen etc..da was passendes zu finden ist auch nicht immer einfach,oder halt die Leute die ihr Programm vom büro bekommen wollen weil sie keinen bock haben und jeder Handgriff zu viel ist und wenn sie mal was selber schreiben müssen kotzen sie nur.Bin da übrigens der gleichen Meinung wie drehpapst dann man muss man halt kucken was sich für Leute bewerben und der wo am besten geeignet ist mit dem probiert man es.
Was auch noch so ne Rolle spielt ist meiner Meinung auch das Thema Lohn die Facharbeiter die in ihrem Bereich richtig was drauf haben können sich die Firma hier bei uns fast aussuchen vorausgesetzt man ist bereit evtl.bissl weiter zu fahren.Was halt krass ist ist die Schere die immer weiter auseinander geht habe Kollegen in der Schule gehabt der eine bei nem kleinen Lohnfertiger für 15€/h nur Einzelteile programmieren menge Überstunden etc..und ein anderer große Firma 19€/h fürs programme einfahren vom büro ist halt schon krass.Da rächt sich auch das z.b. in der Zeit um 2008 oder 2009 als die Krise war ne menge Betriebe niemanden Ausgebildet haben und jetzt hoffen dass sie irgendnem anderen Betrieb nen gut ausgebildeten Mann/Frau abwerben können.Hab 2009 angefangen zu lernen und da war es schon krass wie viele da gesagt haben sie nehmen keinen Azubi .In der Berufsschule hatten sie in den Jahrgängen statt 20 oder 25 Leute pro Klasse evtl. Nur 14 oder 10 Leute des merkt man halt einfach
Gruß Dreher 1991
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Beitrag 13.09.2018, 06:55 Uhr
Hexogen
Hexogen
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Beiträge: 1.585

Also, jetzt muss ich auch mal meinen Senf zu los werden.

Was wir denn hier unter Industrie 4.0 verstanden? Was die meisten für ein Bild haben ist falsch.

Zumal viele Firmen, ein Problem mit Facharbeitern habe, weil sie die Facharbeiter nicht zahlen wollen.

Was ich auch schlimm finde ist diese geforderte "Flexibilität".
Mit Kindern ist man dann unflexibel.
Wie bitte?
Grad dann muss man Flexibel sein. Auch aus der Sicher der Firma.
Ebenso wird mittlerweile für eine Montagetätigkeit, wo früher Frauen in Teilzeit genügten, eine Ausbildung erfordert.
Am besten ein Studium.
Und das natürlich für 8,5€ die Stunde mit 95%er Verfügbarkeit.
Heimarbeit, in Form von Montage oder Entgraten, gibt es mittlerweile überhaupt nicht mehr.

Dieses Fachkräftemangel ist Hausgemacht, das stimmt. Aber es wird auch wenig gegen getan.
Flexibilität gefordert, aber keine Flexibilität geboten.

Familien unfreundliches Klima ist heute an der Tagesordnung.
Grad für Frauen ist schwer was zu finden.


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Beitrag 13.09.2018, 08:55 Uhr
Bomberos
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Beiträge: 27

ZITAT(Hexogen @ 13.09.2018, 05:55 Uhr) *
Also, jetzt muss ich auch mal meinen Senf zu los werden.

Was wir denn hier unter Industrie 4.0 verstanden? Was die meisten für ein Bild haben ist falsch.

Zumal viele Firmen, ein Problem mit Facharbeitern habe, weil sie die Facharbeiter nicht zahlen wollen.

Was ich auch schlimm finde ist diese geforderte "Flexibilität".
Mit Kindern ist man dann unflexibel.
Wie bitte?
Grad dann muss man Flexibel sein. Auch aus der Sicher der Firma.
Ebenso wird mittlerweile für eine Montagetätigkeit, wo früher Frauen in Teilzeit genügten, eine Ausbildung erfordert.
Am besten ein Studium.
Und das natürlich für 8,5€ die Stunde mit 95%er Verfügbarkeit.
Heimarbeit, in Form von Montage oder Entgraten, gibt es mittlerweile überhaupt nicht mehr.

Dieses Fachkräftemangel ist Hausgemacht, das stimmt. Aber es wird auch wenig gegen getan.
Flexibilität gefordert, aber keine Flexibilität geboten.

Familien unfreundliches Klima ist heute an der Tagesordnung.
Grad für Frauen ist schwer was zu finden.


Da stimme ich dir voll und ganz zu.

Ein Kollege von mir hat auch gewechselt und so sein Gehalt als Fräser um 600€ brutto aufgebessert.
Er schichtet nicht mehr und kann relative flexibel kommen und gehen.

Einziger Nachteil er schafft an zwei BAZ`s mit Roborterbeladung die müssen halt laufen. Er muss öfters am Samstag oder Sonntag kommen
aber auch hier hat er wieder sein Zeit Fenster in dem er kommen und gehen kann wie er will.

Der Fachkräftemangel besteht, ganz klar aber meiner Meinung ist er durch gerechte Bezahlung und attraktiven Arbeiten vermeidbar.
Gerade bei meinem Kollegen er arbeiten an einer Automatisierten Anlage.
Er fährt die Teile ein legt sie ab und die Maschine startet nach und nach die Aufträge.
Klar ist nicht ganz billig in der Anschaffung aber hier schafft ein bis zwei Mann quasi Drei Schicht + Wochenende und Ferien.

Von daher glaub ich, der Schlüssel bei dem momentan Fachkräftemangel ist die Automatisierung.
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Beitrag 13.09.2018, 09:06 Uhr
Hawky
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Beiträge: 310


Grad dann muss man Flexibel sein. Auch aus der Sicher der Firma.
[/quote]

Die Firmen müssen aber auch etwas flexibel sein. Das meinste oder?

Und ja meiner Meinung nach stimmt es, dass alle überqualifiziert sein müssen. Z.B. bei uns Werkzeugmechaniker mindestens Realschulabschluss. Die machen Lehre und dann gehen Sie weiter zur Schule und sind weg. Da kann man noch so viel ausbilden aber da bleibt keiner.
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Beitrag 13.09.2018, 09:29 Uhr
Hexogen
Hexogen
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Beiträge: 1.585

ZITAT(Hawky @ 13.09.2018, 10:06 Uhr) *
Die Firmen müssen aber auch etwas flexibel sein. Das meinste oder?

Und ja meiner Meinung nach stimmt es, dass alle überqualifiziert sein müssen. Z.B. bei uns Werkzeugmechaniker mindestens Realschulabschluss. Die machen Lehre und dann gehen Sie weiter zur Schule und sind weg. Da kann man noch so viel ausbilden aber da bleibt keiner.


Jap genau das meinte ich mit.
Die Firmen müssen selbst flexibler werden.

Nun die Ausbildung ist auch ein Thema. Aber wie will man die Jugend für solche Job´s begeistern?

ZITAT
Von daher glaub ich, der Schlüssel bei dem momentan Fachkräftemangel ist die Automatisierung.


Ich würde nicht unbedingt sagen, dass die Automatisierung der Schlüssel ist.
Automatisierte Anlagen brauchen eher besser ausgebildetes Personal, wie einen einfachen Bediener.
Da kommen wir wieder zum Punkt.
Man merkt es hier im Forum deutlich.
Es wird eine neue Anlage / Maschine gekauft. Im wert von mehreren Millionen und wo spart man? Am Personal.
Macht natürlich sinn... daumdown.gif


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Beitrag 13.09.2018, 10:59 Uhr
Bomberos
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Beiträge: 27

ZITAT(Hexogen @ 13.09.2018, 08:29 Uhr) *
Ich würde nicht unbedingt sagen, dass die Automatisierung der Schlüssel ist.
Automatisierte Anlagen brauchen eher besser ausgebildetes Personal, wie einen einfachen Bediener.
Da kommen wir wieder zum Punkt.
Man merkt es hier im Forum deutlich.
Es wird eine neue Anlage / Maschine gekauft. Im wert von mehreren Millionen und wo spart man? Am Personal.
Macht natürlich sinn... daumdown.gif


das ist ja das was ich gemeint habe.
Man sollte in die BAZ investieren und dann auch in den Ma. Mit Schulung Lehrgänge und unter anderem natürlich auch Gehalt
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Beitrag 13.09.2018, 11:46 Uhr
nico1991
nico1991
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Beiträge: 415

Kein mittelständisches Unternehmen kauft Maschinen oder Produktionsanlagen im Bereich von 500.000€ bis mehrere Millionen Euro um Personal einzusparen, sondern einfach aus dem Grund, um mit vorhandenem Personal mehr Output zu generieren, da die Nachfrage der Kunden nach immer günstigeren Werkstücken da ist.

Es ist demnach die logische Konsequenz des Fachkräftemangels. Zu allem übel nur braucht man für solche Anlagen zwangsläufig besser geschultes Personal. Ergo wird das Problem des Fachkräftemangels nicht kleiner sondern nur umso größer -> es ist ein Teufelskreis dem unser Hochlohnland Deutschland in unserer Lebzeit nicht entkommen wird.

Eine Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer wird ebenfalls oft durchgeführt, trifft aber im allgemeinen auf noch mehr Gegenwind aus der Bevölkerung als der Fachkräftemangel und zu wenig Qualifizierung des zur Verfügung stehenden Personals.

Und noch etwas zum Schluss: wenn es so einfach wäre würde es jeder richtig machen :)
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Beitrag 13.09.2018, 12:00 Uhr
Parlendin
Parlendin
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naja begeistern muss man die Leute in dem man sie an die Hand nimmt und ihnen Perspektiven gibt. Ein Freund hat auch eine Ausbildung als Zerspannungsmechaniker gemacht und immer wenn er bei den Drehern war, bekamm er stupide und monotone Arbeiten, erklärt hat ihm niemand etwas und gelernt hat er beim einlegen von teilen und auf den Knopf drücken auch nichts. Er musste sich dann für die Zwischenprüfung konventionelles Drehen durch einen Crash Kurs lernen.
So vergrault man auch Leute und man muss halt auch alle Schulabschlüsse als potentielle Azubis sehen. Nachdem die Hälfte aller Schüker aufs Gymnasium geht und man in unserem Beruf auch immer mehr nachdenken muss und auch komplexe Zusammenhänge erfassen muss, ist einer vom Gymnasium genauso gut wie einer von der Hauptschule wenn sie bereit sind den Job zu machen und es auch wirklich können

Klar müssen die Firmen auch flexibler werden, mit einem zwei bis Dreischicht System lockt man niemanden, da kann die Bezahlung noch so gut sein. Vielleicht kommen Leute aber nur weil sie Geld brauchen und deswegen den Nachtzuschlag mitnehmen wollen. Wenn man die leute halten will, muss man sich überlegen wie man dies bewerktstelligt. Flexible arbeitszeiten helfen vielen Familien schon sehr, Gleitzeit für Überstunden damit man früher gehen kann wenn etwas ist oder man einfach mal nen Tag frei braucht.

Man muss die Leute auch fordern die gefordert werden wollen. Das ist anstrengend aber es lohnt sich die nicht mit monotoner Arbeit in die Ecke zu stellen. Wenn man den Leuten möglichkeiten gibt selbst die Firma mit zu gestalten durch Ideen und vorschläge, die dann wirklich auch ernsthaft diskutiert werden und man dafür dann auch eine Rückmeldung bekommt.

Ich glaube sehr wohl das es viele da Draußen gibt, die den Beruf sehr gerne und mit Begeisterung machen würden, nur man muss Ihnen das zeigen das man hier nicht nur auf nen knopf drückt und das Gehirn aus macht und man für seine Leistung auch bezahlt wird. Weiterhin muss man Ihnen auch eine Zukunft bieten können, Ihnen zeigen das mit Ende der Ausbildung erst der spannende Aspekt der Arbeit kommt.

Und vielleicht auch die Ausbildung als solches straffen. In meinem ersten Betrieb wo ich nach meinem Studium eine Ausbildung machen wollte, wäre das erste 3/4 Jahr Bohren, sägen und feilen dran gewesen... Tut mir leid aber das ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr Zeitgemäß. Man sollte das alles händisch können, aber ich sehe es ja jetzt in meinem Betrieb, hier feilt man mal einen Grat weg oder eine kleine Unebenheit, von Hand sägt man maximal 15 mm Stangenmaterial und bohren an nem Bohrständer kann man jemanden ja auch innerhalb von einer Woche vermitteln.
3,5 Jahre jemanden auszubilden was man auch 2,5-3 Jahren schafft, schreckt vielleicht auch einige ab.
Bitte nicht falsch verstehen, viele Dinge sind konventionell immer noch sinnvoll oder erleichtern einem den Arbeitsalltag sehr, aber die Zeiten in dem ich einen Morsekegel an einer kleinen konventionellen Drehbank ohne Digitalanzeige per Hand drehe, sind glaube ich seit langem vorbei.
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Beitrag 13.09.2018, 12:49 Uhr
Bomberos
Bomberos
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Beiträge: 27

Also das Unternehmen von dem ich rede hat 40 Mitarbeiter als würde ich schon sagen das es ein Mittelständischen Unternehmen ist.
Die haben zwei so Roboteranlagen die frage ist ob ein Mittelständisches Unternehmen so eine Investition über macht/riskiert.
Klar in erster Linie stehen riesen Kosten die sich meiner Meinung aber rentieren, sofern es natürlich von den Teilen her passt.
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Beitrag 13.09.2018, 15:55 Uhr
Rainer60
Rainer60
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Beiträge: 286

Hoi
Zum Thema Bekämfung des Fachkräftemangel hab ich schon so einiges gesehen und an Vorträgen gehört u.a. von Wellness am Arbeitsplatz.

Sicher ist es angenehm in einer Fertigung zu arbeiten, in welcher ein Raumklima herrscht dass botanische Gärten blühen, wie z.B. bei Ferrari.

Auch ist es toll wenn Kicker oder Billardtische rumstehen. Essen und Trinken ganztags zur freien Verfügung. Ruhezonen, Fitnessgeräte und Fahrsimulator.

Ich stelle mir vor, dass Chef oder Verkäufer mit Kunden einen Betriebsrundgang macht. Da lärmen 4 am Kicker, einer schlürft nen Osaft an der Theke und der Kollege daneben mampft eine Banane. Drei liegen in der Ruhezone mit Ohrstöpsel verbunden, andere stemmen Gewichte oder rennen aufem Laufband. Einer macht ein Race auf dem Fahrsimulator und ein anderer lässt seine Drone fliegen - alles schon gesehen super.gif

Es wurde empfohlen die neuesten Betriebsmittel zu beschaffen, um damit Fachkräfte anzulocken. Ein überdurchschnittlicher Lohn wäre das mindeste und flexible Arbeitszeiten sowieso.

Cool gell, aber ich frage mich nur wer das sponsoren soll bei den Preisen die momentan zu erzielen sind.



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Gruss Rainer

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Beitrag 14.09.2018, 06:14 Uhr
Hexogen
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ZITAT(nico1991 @ 13.09.2018, 12:46 Uhr) *
Kein mittelständisches Unternehmen kauft Maschinen oder Produktionsanlagen im Bereich von 500.000€ bis mehrere Millionen Euro um Personal einzusparen, sondern einfach aus dem Grund, um mit vorhandenem Personal mehr Output zu generieren, da die Nachfrage der Kunden nach immer günstigeren Werkstücken da ist.

... dem unser Hochlohnland Deutschland in unserer Lebzeit nicht entkommen wird ...


Nun ... Eine DMG kostet zwar keine Mille, aber es gibt durchaus welche die sich solche Anlagen kaufen.

Wie gesagt schau doch mal die Posts hier durch.
Wie oft kommt die Anfrage, mein Chef hat eine neue Maschine gekauft und mich daran gestellt.
Auch wenn die Maschine 60000 gekostet hat. Und für eine Schulung, im Wert von 3000 ist dann kein Geld da?

Und ein "Hochlohnland" sind wir schon lange nicht mehr.
Da wurde alles für getan, dass Deutschland den Niedriglohnländer Konkurrenz macht.
Es dreht sich schließlich nicht alles nur um diese eine (unsere) Branche.

Bestes Beispiel > Erntehelfer.


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Beitrag 14.09.2018, 06:21 Uhr
Hexogen
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ZITAT(Rainer60 @ 13.09.2018, 16:55 Uhr) *
Ich stelle mir vor, dass Chef oder Verkäufer mit Kunden einen Betriebsrundgang macht. Da lärmen 4 am Kicker, einer schlürft nen Osaft an der Theke und der Kollege daneben mampft eine Banane. Drei liegen in der Ruhezone mit Ohrstöpsel verbunden, andere stemmen Gewichte oder rennen aufem Laufband. Einer macht ein Race auf dem Fahrsimulator und ein anderer lässt seine Drone fliegen - alles schon gesehen super.gif

Es wurde empfohlen die neuesten Betriebsmittel zu beschaffen, um damit Fachkräfte anzulocken. Ein überdurchschnittlicher Lohn wäre das mindeste und flexible Arbeitszeiten sowieso.

Cool gell, aber ich frage mich nur wer das sponsoren soll bei den Preisen die momentan zu erzielen sind.


Klar das ein 40 Mann Betrieb nicht die gleichen Leistungen bietet wie Rolex. Im übrigen, das was Du beschrieben hast wirst bei Rolex wieder finden. Z.b. Ruhezone als Liegefläche aus Gras auf dem Dach des Gebäudes.

Kleinbetriebe können aber mehr tun. Eben für Frauen die arbeiten wollen.
Das ist der Punkt auf den ich hinaus will.

Ein Kicker und eine vernünftige Ausbildung und Schulung des Personals, kostet nicht viel Geld.


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Beitrag 14.09.2018, 11:42 Uhr
h-cnc
h-cnc
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Beiträge: 16

Ich bin wirklich überrascht wie viele verschiedene Ansichten, Erfahrungen und Meinungen hier auftauchen!
Das Thema "Fachkräftemangel" begleitet uns natürlich auch schon seit etlichen Jahren...

Wir setzen mittlerweile sogar komplett auf unsere Ausbildung, um uns unsere Facharbeiter passend auf unsere Bedürfnisse zu "erschaffen".
Wir versuchen durch neue modernere Maschinen und ein gutes Betriebsklima den Azubis Lust darauf zu machen, nach der Ausbildung auch zu bleiben.
Wir bieten an, dass Sie nach der Ausbildung einen Meister oder Techniker in Teilzeit machen können oder andere Weiterbildungen in Richtung Qualitätsmanagement.

Anders hat man heute leider keine Chance.
Schichtarbeit muss bei uns auch gemacht werden, da wir in der heutigen Zeit unsere Liefertermine gar nicht mehr anders realisieren könnten.
Trotzdem bieten wir an, dass innerhalb der Schicht die Arbeitszeit flexibel auf die Wochentage verteilt werden kann (z.B. Mo.-Do. je 1h mehr, Freitags 4h eher Feierabend usw.).

Wir versuchen komplett den Stress aus der Fertigung rauszuhalten, trotz eventuell enger Termine.

Trotzdem wird es immer Arbeitnehmer geben, denen irgendwas nicht passt.

Wir haben auch schon "berufsfremde" Leute eingestellt, z.B. KFZ-Mechaniker, Maler/Lackierer,...
Vielleicht hatten wir da mehr Glück als Verstand, aber diese Leute gehören mit zu den besten Mitarbeitern.

Wichtig ist, dass Sachen verständlich erklärt und gezeigt werden und der ein oder andere Lehrgang gemacht wird.
Man darf seine Mitarbeiter nicht dumm sterben lassen, das führt nur zu Unzufriedenheit.

Aber es ist heute schon teilweise erschreckend, mit welcher Einstellung sich manche Leute bewerben oder zur Arbeit gehen.
Ob wirklich immer die Arbeitgeber Schuld an allem sind?!

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Beitrag 14.09.2018, 14:30 Uhr
BorisMueller
BorisMueller
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Beiträge: 19

ZITAT(h-cnc @ 14.09.2018, 11:42 Uhr) *
Ich bin wirklich überrascht wie viele verschiedene Ansichten, Erfahrungen und Meinungen hier auftauchen!
Das Thema "Fachkräftemangel" begleitet uns natürlich auch schon seit etlichen Jahren...

Wir setzen mittlerweile sogar komplett auf unsere Ausbildung, um uns unsere Facharbeiter passend auf unsere Bedürfnisse zu "erschaffen".
Wir versuchen durch neue modernere Maschinen und ein gutes Betriebsklima den Azubis Lust darauf zu machen, nach der Ausbildung auch zu bleiben.
Wir bieten an, dass Sie nach der Ausbildung einen Meister oder Techniker in Teilzeit machen können oder andere Weiterbildungen in Richtung Qualitätsmanagement.

Anders hat man heute leider keine Chance.
Schichtarbeit muss bei uns auch gemacht werden, da wir in der heutigen Zeit unsere Liefertermine gar nicht mehr anders realisieren könnten.
Trotzdem bieten wir an, dass innerhalb der Schicht die Arbeitszeit flexibel auf die Wochentage verteilt werden kann (z.B. Mo.-Do. je 1h mehr, Freitags 4h eher Feierabend usw.).

Wir versuchen komplett den Stress aus der Fertigung rauszuhalten, trotz eventuell enger Termine.

Trotzdem wird es immer Arbeitnehmer geben, denen irgendwas nicht passt.

Wir haben auch schon "berufsfremde" Leute eingestellt, z.B. KFZ-Mechaniker, Maler/Lackierer,...
Vielleicht hatten wir da mehr Glück als Verstand, aber diese Leute gehören mit zu den besten Mitarbeitern.

Wichtig ist, dass Sachen verständlich erklärt und gezeigt werden und der ein oder andere Lehrgang gemacht wird.
Man darf seine Mitarbeiter nicht dumm sterben lassen, das führt nur zu Unzufriedenheit.

Aber es ist heute schon teilweise erschreckend, mit welcher Einstellung sich manche Leute bewerben oder zur Arbeit gehen.
Ob wirklich immer die Arbeitgeber Schuld an allem sind?!


Meine beiden besten Männer sind gelerntet KFZ-Mechatroniker und Gärtner. Und ich kann von beiden ohne mit der Wimper zu zucken und mit voller Überzeugung sagen, dass sie erodieren können. (Das können nicht viele von sich behaupten)

Allerdings ist es schwer Leute zu finden die wirklich lernen wollen und auch Interesse für Ihren Beruf an den Tag legen.

Halbherzig eingestellte Angestellte kann ich beim besten Willen nicht durch die Arbeitszeit ziehen.


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Beitrag 14.09.2018, 16:46 Uhr
faenger
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Beiträge: 331

@BorisMueller

Und woher weißt du dann das die Person mit der miesen Bewerbung nicht zerspanen kann??

Nur weil sein Wort und seine Schrift nicht der „Norm“ entsprechen?

Ich hatte während meiner Werkzeugmacher Ausbildung einen Russischen Staatsbürger, welcher bei uns Teilezurichter lernte. Der Typ hatte es nicht so mit deutsch in Wort und Schrift, wirklich ganz ganz schlecht, konnte aber Feilen wie andere erodieren. Als dann mein Werkzeugmacher Kollege kündigte wollte er unbedingt die Werkzeugmacher Ausbildung machen. Leider hat das Unternehmen so gedacht wie du.

Anderes Beispiel, in meiner Abteilung arbeitet ein ungelernter an einem Sechs Achs BAZ. War vor meiner Zeit Kantinenjunge der altgesellen. Irgendwann haben sie ihn mal nen bissl an eine alte Bohle Fräse gelassen. Und ohne große Schulungen, keinerlei Lehre, nicht mal Bäcker, ist er in der Lage heute an einer HH 640 Steuerung zu arbeiten.

Lange Rede kurzer Sinn, gib doch der schlechten Bewerbung eine Chance. Der soll für dich teile fräsen oder drehen, wahrscheinlich keine Aufträge an Land ziehen. Lade ihn zu einem Praktikum ein und schau ob er in der Lage ist deine Anforderungen zu erfüllen. Nur weil er schlecht in Wort und Schrift ist, heißt es nicht dass er nicht rechnen kann. Und rechnen ist für uns zerspaner ja besser wie deutsch. Ich bin auch immer noch nicht in der Lage als und wie richtig in einen Satz einzubauen, darf aber trotzdem als Cam Programmierer arbeiten.

Gruß
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Beitrag 18.09.2018, 09:13 Uhr
BorisMueller
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ZITAT(faenger @ 14.09.2018, 16:46 Uhr) *
@BorisMueller

Und woher weißt du dann das die Person mit der miesen Bewerbung nicht zerspanen kann??

Nur weil sein Wort und seine Schrift nicht der „Norm“ entsprechen?

Ich hatte während meiner Werkzeugmacher Ausbildung einen Russischen Staatsbürger, welcher bei uns Teilezurichter lernte. Der Typ hatte es nicht so mit deutsch in Wort und Schrift, wirklich ganz ganz schlecht, konnte aber Feilen wie andere erodieren. Als dann mein Werkzeugmacher Kollege kündigte wollte er unbedingt die Werkzeugmacher Ausbildung machen. Leider hat das Unternehmen so gedacht wie du.

Anderes Beispiel, in meiner Abteilung arbeitet ein ungelernter an einem Sechs Achs BAZ. War vor meiner Zeit Kantinenjunge der altgesellen. Irgendwann haben sie ihn mal nen bissl an eine alte Bohle Fräse gelassen. Und ohne große Schulungen, keinerlei Lehre, nicht mal Bäcker, ist er in der Lage heute an einer HH 640 Steuerung zu arbeiten.

Lange Rede kurzer Sinn, gib doch der schlechten Bewerbung eine Chance. Der soll für dich teile fräsen oder drehen, wahrscheinlich keine Aufträge an Land ziehen. Lade ihn zu einem Praktikum ein und schau ob er in der Lage ist deine Anforderungen zu erfüllen. Nur weil er schlecht in Wort und Schrift ist, heißt es nicht dass er nicht rechnen kann. Und rechnen ist für uns zerspaner ja besser wie deutsch. Ich bin auch immer noch nicht in der Lage als und wie richtig in einen Satz einzubauen, darf aber trotzdem als Cam Programmierer arbeiten.

Gruß


Also ich habe nie etwas von "schlechtem Deutsch" gesagt. Mir geht es um die Sozialkompetenz. Wenn jemand wenigstens versucht eine Bewerbung aufzusetzen, ist das bei mir schon die halbe Miete. Aber wenn einfach nur folgendes kommt:"welche Schichten werden gearbeitet?" und das als Privatnachricht. Ohne ein "Guten Tag, Namen oder geschweige denn um was es eigentlich geht. Was soll ich davon halten? So jemanden kann ich nicht auf Kunden loslassen.

Und nebenbei: Er soll nicht drehen oder fräsen sondern Drahterodieren ;-)

Der Beitrag wurde von BorisMueller bearbeitet: 18.09.2018, 09:14 Uhr
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Beitrag 20.09.2018, 17:43 Uhr
V4Aman
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Tja da gehts heutzutage schon mit der antiautoritären Kindererziehung los wink.gif
Die haben alle keinen Respekt gelernt und brauche auch keinen zu grüßen wenn sie nicht wollen.


--------------------
Gruß V4Aman


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Alle sagten: "Das geht nicht." Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat's einfach gemacht.
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Beitrag 26.09.2018, 11:50 Uhr
BorisMueller
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ZITAT(V4Aman @ 20.09.2018, 17:43 Uhr) *
Tja da gehts heutzutage schon mit der antiautoritären Kindererziehung los wink.gif
Die haben alle keinen Respekt gelernt und brauche auch keinen zu grüßen wenn sie nicht wollen.


traurig aber wahr
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Beitrag 30.11.2018, 10:15 Uhr
Mikestones
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Die Sache ist eben, dass große Firmen immer darauf aus sind, Prozesse zu optimieren, um eine hohe Effizienz zu erlangen. Ich persönlich denke schon, dass die Digitalisierung, genau so, wie auch in anderen Bereichen sehr hilfreich ist. Ich persönlich nutze schon lange das JobMesse - T5 Karriereportal, um Stellen zu finden und ich denke, dass das auch bei den meisten anderen hier so ist bzw. war. Man darf denke ich nicht vergessen, dass auf der anderen Seite der Bewerbung Menschen sind und Unternehmen sollten auch nicht nur auf die "Papiere" schauen, sondern auf die Person und dessen wirkliche Erfahrungen. Man kann anhand des Unternehmensprofils und der Stelle manchmal sehen, ob man sich online bewerben soll, oder vielleicht auch einfach anruft bzw. hingeht.
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