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Gas Nitrier Härten?, Kennt sich jemand mit Gas Nitrier Härten aus?

Beitrag 22.02.2002, 17:36 Uhr
Markert
Markert
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Mitglied seit: 08.02.2002
Beiträge: 0

Hallo CNC-User,

kennt sich jemand mit Gas Nitrier Härten aus?
Wenn ja, wie sehen evtl. Passungen hinterher aus usw.

MfG
Peter
:confused:

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Beitrag 13.05.2002, 21:29 Uhr
kesrith
kesrith
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Beiträge: 37

Hi Markert,

Nitrier-Härten wird oft im Formenbau eingesetzt um die Grundzähigkeit der Form-Einsätze zu erhalten. Da die Anforderungen an die Oberflächengüte im Formenbau eh recht hoch ist ,dürfte sie auch für die gängigen Passungen ausreichen...honen und polieren ist jedenfalls kein Problem wenn man/frau die geringe nitrierschicht-dicke berücksichtigt (ca 0,15 bis 0,3 mm ).
Schweissen lassen sich nitrierte Oberflächen  zumindest auf herkömmliche Art nicht . Das Teil wird beim Nitrieren ziemlich heiss, mit Verzug muss man/frau bei inhomogenen und dünnwandigen Konstruckten schon rechnen, fertige Passungen können darunter natürlich leiden.

vieleicht weiss jemand noch mehr zu dem Thema ?

Gruss      ........kesrith

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Beitrag 14.05.2002, 18:03 Uhr
Markert
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Gruppe: nicht aktiv
Mitglied seit: 08.02.2002
Beiträge: 0

Hi kesrith,

spielt das Material dabei eine Rolle?

MfG
Peter
:)

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Beitrag 16.05.2002, 19:38 Uhr
kesrith
kesrith
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Beiträge: 37

Hi Markert,

kann ich kompetent nicht beantworten, bin mir aber ziemlich sicher, dass es zumindest Kohlenstoff-Stähle (härtbare) sein müssen...  genaueres muss ich erst nachschauen, bin jetzt aber erst 'mal 14 Tage nicht erreichbar.

Gruss   ....kesrith :cool:

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Beitrag 07.06.2002, 19:50 Uhr
otto
otto
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Beiträge: 59

Hallo,
ich arbeite im formenbau halte aber vom nietriern gar nichts durch die hohe Härte
wird der bereich sehr spröde und natürlich auch brüchig d.h. formkanten können ausbrechen
und schweissen lässt es sich sehr schlecht.

zum verzug kann ich sagen das das werkstück ziemlich masshaltig bleibt bei einer grosse von 300 *300 max 0.02

hast du schon mal über induktionshärten nachgedacht ?

0.2 mm in der Borung lassen und dann ausschleifen wird wohl das beste sein
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Beitrag 07.06.2002, 21:00 Uhr
Markert
Markert
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Beiträge: 0

Hi otto

Danke für Deine Antwort.
Hierbei geht es aber um Kurz-Vollbohrer usw.

>ich arbeite im formenbau halte aber vom nietriern gar nichts durch die hohe Härte
Was gibt es für Werkzeuge sonst für alternativen?

MfG
Peter
:)
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Beitrag 09.08.2002, 19:50 Uhr
Dubi
Dubi
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Beiträge: 16

Zitat (Markert @ 22. Feb. 2002, 17:36 Uhr)
Hallo CNC-User,

kennt sich jemand mit Gas Nitrier Härten aus?
Wenn ja, wie sehen evtl. Passungen hinterher aus usw.

MfG
Peter
:confused:


Hallo Markert
Ich habe schon mehrere verschiedene Materalien zum testen zum Gasnitrieren gebracht. Die Abweichungen lagen bei allen Teilen so bei 0.01mm. Das waren Führungsplatten mit vielen Bohrungen und H7-Reibungen. Die Toleranzen bei den Bohrungsabstände von 0.02mm waren nach dem Gasnitrieren noch in der Toleranz. Die Oberflächenhärte und Verschleisfestigkeit ist sehr gut. Da wir auch lange Führungsleisten bis 570mm Gasnitrieren sieht die Sache schon anders aus. Mashaltigkeit bei 0.01mm, aber der Verzug liegt bei 0.2-0.4mm. Mit richten sieht es sehr schlecht aus da nicht mehr als 0.1mm drin liegen, sonst hast du 2 Teile in der Hand. Versucht hab ich auch schon nachzuschleifen was ein grosser Fehler war, da es zu Oberflächen Spannungen kommt und die Leiste sich dann nur noch zum Eisenbahngleis zum Kurven bauen, zu gebrauchen war. Also: Mashaltigkeit und Oberflächenhärte und Verschleisfestigkeit  ist ok, Nacharbeit schlecht.   :biggrin:  :biggrin:
Gruß Dubi
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Beitrag 28.08.2002, 14:10 Uhr
MACAM
MACAM
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Beiträge: 9

Hallo Markert

Ich habe gute Erfahrungen mit Micropuls-Plasmanitrieren gemacht. Wir geben die Teile in die Härterei Gerster AG  (siehe www.gerster.ch)

Im Normalfall läuft das so: Werkstück komplett herstellen (mit allen Passungen, Freiformflächen u.s.w) - zum Nitrieren schicken - fertig.

Das relative teure Verfahren benützen wir jedoch nur bei Werkstücken welche auf Verschleiss beansprucht werden, denn die Randschicht ist nur zwischen 0.2 - 0.3mm hart.

Freundlich Grüsst

MACAM
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Beitrag 20.09.2003, 12:47 Uhr
Guest_5Achsfräser_*
Themenstarter

Gast



Hallo an Alle,

Gasnitrieren lassen sich nur Warmarbeitsstähle. Dazu zählen z.B. 1.2311,2312,2343,
2738 usw. Mit anderen Stählen kann es nicht funktionieren, da die Temperatur beim Gasnitrieren bei ungefähr 500 Grad liegt. Ein Kaltarbeitsstahl würde in seiner Struktur zerstört werden und keine Oberflächenhärte annehmen.
Und noch etwas! Wir sprechen hier nicht vom Härten, dies ist etwas anderes.
Weiterhin muß unbedingt gesagt werden, daß hier immer von einer verzugsfreien Wärmebehandlung gesprochen wird, daß ist einfach nur blödsinn. Ich würde sagen
wir eiigen uns auf verzugsarme Wärmebehandlung. Der Verzug kommt immer auf die Werkstückgeometrie an.
Zum Thema schweißen kann ich sagen, daß man gasnitrierte Teile natürlich auf herkömmliche Art schweißen kann. Es schäumt nur sehr stark und die Gefahr von Lunkern ist groß. Wenn eine Kante z.B. an einer Spritzgußform ausbricht hat man bei gasnitrierten Einsätzen ein Problem. Dies solltet Ihr deswegen möglichst lassen oder wenn vom Kunden verlangt, den Kunden darauf aufmerksam machen, daß die Kantenfestigkeit nicht gewährleistet werden kann. Setzt gasnitrierte Teile am besten nur für Führungen ein, aber nicht für Formgebende Teile.
Es wird zwischen Kurzzeitgasnitrieren und Gasnitrieren unterschieden.
Pulnieren erzielt im übrigen das selbe wie Kurzzeitgasnitrieren und kann selbst im eigenen Klühoffen durchgeführt werden. Am besten macht man dies am Wochenende, da dies sehr lange dauert.


5Achsfräser



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Beitrag 20.09.2003, 14:44 Uhr
Franz.X
Franz.X
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Mitglied seit: 27.04.2003
Beiträge: 60

Hallo, 5-Achsfräser

Zum Thema: "Gasnitrieren lassen sich nur Warmarbeitsstähle"

Wir lassen 41CrS4 (Warmarbeitsstahl?!?) nitrieren.
....in Großserie.

mfg
Franz.X
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Beitrag 20.09.2003, 16:07 Uhr
Daniel .
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Beiträge: 1.429

Kann ich auch nicht bestätigen das sich nur Warmarbeitsstähle nitrieren lassen.

Nitrieren ist auch sehr verbreitet um die Oberflächenhärte von Massenteilen zu erhöhen.
Beispiel:
9SMn28 lässt sich wunderbar nitrieren /gasnitrocarborieren bzw. Tenifer behandeln
(oder auch gleichzeitiges aufkohlen und aufsticken)
Es kommt also nicht in erster Line auf den Kohlenstoffgehalt an.

Beim Nitrieren bilden sich sehr harte nitrite in der Randschicht aus Stickstoffverbindungen. (Ja Nitriren kann man mit Gülle biggrin.gif)
Man kann das also thermoschemisches Behandeln, oder auch Diffusionshärten dazu sagen.
Positive Auswirkungen auf die Nitrierhärte haben im übrigen die Legierungselemete
Aluminium und Chrom.

Es gibt im übrigen spezielle Nitrierstähle die sich besonders zum Nitrieren eignen


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Gruß Daniel
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Beitrag 23.09.2003, 19:17 Uhr
det
det
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Hi

Wir stellen Spindeln für Werkzeugmaschinen her und benutzen beim Gasnitrieren nur Nitrierstähle bevorzugt 1.8550.
Bei Toleranzen im H7 Bereich fertigen wir knapp über die Toleranzgrenze, da Gasnitrieren ca 0.007 auf die Fläche aufträgt. Bei genaueren Toleranzen (H6) ist es sinnvoll nach dem Nitrieren zu schleifen, weil die Maßveränderung von der Stahlzusammensetzung der jeweiligen Herstellungscharge abhängt. Auch der Nitriervorgang spielt eine Rolle.

Fazit: Immer gleicher Stahlhersteller, immer gleicher Gasnitrierofen und ein paar Versuche dann wird´s.

mfg Det
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Beitrag 23.09.2003, 20:22 Uhr
CNC-Fuchs
CNC-Fuchs
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Beiträge: 1.324

Middach,

Nitrierhärten:

Nitrierhärten erzeugt dünne harte Randschichten, die Nitride enthalten. Als Nitridbildner wirkt vor allem Al(Aluminium), deshalb in den meisten Nitrierstählen enthalten, daneben Cr, Mo und V(Chrom Molybdän, Vanadium). Randzone 0,2-0,6mm dick, Härte HV=900, anlaßbeständig bis zu 500°C.

Gasnitrieren:

Fertigteile, meist vergütet, werden bei 500-550°C mit NH3(Ammoniak) begast. Es spaltet atomaren Stickstoff ab, der in das Gefüge diffundiert und mit den Legierungselementen harte Nitride bildet. Dadurch geringe Volumenvergrößerung, die nur bei engen Toleranzen beachtet werden muß. Es entstehen Druckspannungen in der Randzone, dadurch erhöht sich die Dauerfestigkeit der Bauteile.

Die langen Glühzeiten (60h für 0,6mm Tiefe) haben das Verfahren nicht gegenüber dem Einsatzhärten durchsetzen können. Zudem ist der Kernwerkstoff bei hohen Flächenpressungen nicht tragfähig genug. Hierfür nur martensitische stärkere Randzone geeignet. Es treten keine Gefügeumwandlungen auf, Abkühlung nach dem Nitrieren beliebig langsam, dadurch kein Verzug.

Anwendung z.B bei Werkzeugen für die Kunsstoffherstellung, Bohrstangen, Schneckenwellen, Maschinenspindeln.

(Quelle: Das Techniker Handbuch 13. Auflage Alfred Böge, Vieweg Verlag)





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Gruß,

CNC-Fuchs
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Beitrag 24.09.2003, 09:33 Uhr
Awanger
Awanger
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Beiträge: 88

Hallo,

sollte das Werkstück im "Allgemeinen" vor dem Nitrieren nicht gehärtet bzw. vergütet werden?
Ich meine es so, harte Schicht und weicher Kern --> das ist doch dieser Hühnereiereffekt, die Schale/Schicht kann einbrechen.
Welcher schlaue Mensch hat mir das mal erzählt wacko.gif


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Gruß
Rainer A.
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Beitrag 22.02.2005, 20:22 Uhr
fischer
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Beiträge: 2

Hallo an alle Pulnierer und Nitrierer!

Nach dem Pulnieren bekommt das Werkstück eine graue Farbe! Wie bekomme ich das Werkstück wieder blank ohne abschleifen?! Vielleicht ist es mit Chemiie möglich oder mit pollieren, wenn ja mit welchen Möglichkeiten so das ich die feine Gravur nicht beschädige!

Ich würde mich über eine Antwort freuen!
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Beitrag 22.02.2005, 20:36 Uhr
Daniel .
Daniel .
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Beiträge: 1.429

Antwort:
Polieren, Polieren wenn die Einnitriertiefe ausreichend ist!!!
Wenn nicht dann lieber gar nicht,denn dadurch zerstörst Du die dünne Nitritschicht.
Die graue Farbe kommt ja durch die Einlagerung von Stickstoff im Randbereich, ist also Quasi der Nebeneffekt.
Übrigens ist die Schicht auch eine Art korosionsschutz.




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Gruß Daniel
_____________________________________________

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Beitrag 23.02.2005, 00:00 Uhr
uli12us
uli12us
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Eventuell hilft ja dieses elektrische Verfahren zum Schweissnähte reinigen.
Dafür wird aber ne leichte Säure verwendet. Ich hab keine Ahnung ob sich das auf die Teile auswirkt.

Gruss Uli
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