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Gewindefräsen/Prozesssicherheit

Beitrag 24.02.2021, 09:02 Uhr
Gilberg
Gilberg
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
*
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Mitglied seit: 24.10.2019
Beiträge: 16

Moin liebe Spänemacher,

bei uns steht demnächst eine (für unseren Bereich) etwas ungewöhnliche Arbeit an:

In Alu-Gussplatten (5083 bzw. 3.3547) sollen M3 Gewinde mit 3xD-Tiefe gefertigt werden. Pro Teil ca. 4500 Stück - da liegt auch die Besonderheit.
Wir haben uns verfahrenstechnisch für's Fräsen entschieden. Bearbeitungszeit spielt nicht so die Rolle, Maschinenkapazität haben wir im Moment genug und Termindruck haben wir auch keinen.

Ich habe trotzdem weder Lust auf Ausschuss, noch auf händische Nacharbeit.

Meine Idee ist, das Segmeintweise zu programmieren und zwischendurch immer mal den Grenzlehrdorn reinzustopfen. Ich habe diesbezüglich aber wenig bis keine Erfahrung und würde gern wissen wie ihr vorgehen würdet (Also klugsch****** ausnahmsweise durchaus erwünsch! smile.gif )
In welchen Intervallen würdet ihr prüfen? 50 Stück? 100 Stück? 1000 Stück? Ich habe wirklich keine Ahnung.
Der Fräser, den ich im Auge habe, schaufft genau die 3xD und hat 3 Gänge Schneidenlänge (also 1,5mm). Ich muss also pro Gewinde 5 mal nachsetzen und hoffe dabei, ohne Leerschnitt auszukommen. Oder würdet ihr einen machen? Oder hat es, aus welchen Gründen auch Immer, von Vorteil, mehr Bearbeitungszeit in Kauf zu nehmen und die Komplette Helix abzufahren?
Ich möchte die einzelnen Schritte im Gleichlauf von unten nach oben Fräsen - ich denke da wird niemand Einspruch einlegen - aber ich bin mir nicht sicher in welcher Reihenfolge ich die Schritte programmieren sollte (oben oder unten anfangen) - macht das überhaupt einen Unterschied?. Das Kernloch hat Durchgang (20mm-Platte), da sollte ich, trotz Unterlage, keine Probleme wegen der Späne bekommen.
Mit wievielen Fräsern würdet ihr kalkulieren?

PS: IKZ gibts nicht. sad.gif

Ich freue mich auf Tipps!

Beste Grüße!
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Beitrag 24.02.2021, 10:08 Uhr
brueckmeister
brueckmeister
Level 4 = IndustryArena-Meister
****
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Mitglied seit: 21.08.2013
Beiträge: 311

Warum nicht formen?

Keine Späne, weniger Werkzeugkosten.

Hast du schonmal so einen M3 Gewindefräser in der Hand gehabt?

Den musst du nur schief angucken und der fliegt dir von alleine weg.

M3 fräsen bei der Anzahl an Gewinden würde ich mir nicht freiwillig antun wollen.
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Beitrag 24.02.2021, 10:15 Uhr
AMG_C30
AMG_C30
Level 2 = IndustryArena-Facharbeiter
**
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 04.02.2007
Beiträge: 146

Hallo Gilberg,

wir haben sehr gute Erfahrungen mit den Mikro-Gewindefräsern 4001 von Gühring gemacht.
Die sind linksschneidend, man kann daher bei Rechtsgewinde von oben nach unten im Gleichlauf (mit kompletter Helix) fahren.
Nachteil ist, dass die nur 2.5xd haben, ähnliche Werkzeuge in 3xd gibt es nur rechtsschneidend.
Gegenüber den 3xd Gewindewirblern von Fraisa, welche wir vorher verwendet haben, war es mit den Gühring viel einfacher die Gewinde lehrenhaltig hinzubekommen und das bei wesentlich höheren Schnittwerten.
Wenn du für das Material gut geeignete Former oder Gewindbohrer findest und eine gute Aufnahme (Ausgleichsfutter) verwendest, müsste das doch auch mit formen oder schneiden gehen!
Fraisa hat beim Gewindebohren von tiefen Bohrungen mehrere Tiefenschritte als Lösung vorgschlagen, dürfte immer noch schneller gehen als fräsen.
Zu den Prüfintervallen kann ich nicht viel sagen, da bei uns solche Mengen nicht vorkommen.

Gruß Uwe
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Beitrag 24.02.2021, 11:42 Uhr
Gilberg
Gilberg
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
*
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 24.10.2019
Beiträge: 16

Hallo,

schonmal besten Dank für die Antworten.
Ich habe einfach Angst vor einem Steckschuss, deshalb möchte ich nicht bohren. Bei so vielen Gewinden ist es ja doch recht wahrscheinlich, dass da mal irgendwo ein Span blöd liegt. Die Maschine ist etwas schwach auf der Brust, was den Kühlmitteldruck angeht. Formen hat mein Unterbewusstsein im Vorhinein verdrängt. Schätzungsweise aus Skepsis, weil ich da auch wenig Erfahrung habe. Das geht auch meinen Kollegen so. Jetzt, wo ich ganz rational drüber nachdenke, ist das wohl wirklich die bessere Alternative und ich werde mich mal mit einem Hersteller auseinandersetzen.

Das Fräsen möchte ich aber noch nicht Verwerfen, also bin ich weiterhin für Tipps dankbar!

Offtopic: Von linksschneidenen Gewindefräsern habe ich noch nie was gehört. Ist aber 'ne richtig gute Idee. Wieso hatte ich die nicht?

Beste Grüße!
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Beitrag 24.02.2021, 14:13 Uhr
Hawky
Hawky
Level 4 = IndustryArena-Meister
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Mitglied seit: 28.05.2013
Beiträge: 428

ZITAT(Gilberg @ 24.02.2021, 11:42 Uhr) *
Offtopic: Von linksschneidenen Gewindefräsern habe ich noch nie was gehört. Ist aber 'ne richtig gute Idee. Wieso hatte ich die nicht?
Beste Grüße!


Die darfst aber nur in Australien benutzen.... schnell weg tounge.gif ...
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Beitrag 25.02.2021, 06:26 Uhr
Gramatak
Gramatak
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Mitglied seit: 10.03.2013
Beiträge: 301

Wir nutzen auch lineksdrehende Fräser und Fahren die Helix damit von oben nach unten komplett. Einen Leerschnitt oder einen Fräsgang mit AM solltest du auf jedenfall machen. Auch wenn es nur ALU ist, sobald das Werkzeug ein bissl stumpf wird passt das Gewinde mit einem Durchgang in der Regel nicht mehr. Und

Ich kann das Argument mit dem steckenden Bohrer durchaus verstehen (kann dir btw selbst beim Kernloch schon passieren) aber Former halten Grundsätzlich schon extrem lang und die könnte man ja genauso ab und zu tauschen.

Also wenn die Zeit egal ist würde ich auch lieber Fräsen aber mit 2-3 Durchgängen pro Gewinde. Is ja nur ALU, so 200+ Stk sollte man schon locker schaffen denke ich (is aber nur so ausm Bauch herraus).
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