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Hartdrehen mit MMS ?, Möglichkeiten Bauteile 52-56HRC mit MMS zu bearbeiten

Beitrag 28.06.2017, 14:57 Uhr
Furior
Furior
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Hallo zusammen,

wir haben ein neues Projekt in dem wir Bauteile mit einer Härte 52-56HRC nachbearbeiten müssen.
Material 1.4028 (X30Cr13), die Spantiefen liegen bei 0,1mm.
Da diese Zwischenbereich der Härte bisher mit CBN Werkzeugen nicht wirklich besser funktioniert als mit HM, haben wir von verschiedenen Stellen schon gehört dass es mit einer Nassbearbeitung wohl besser funktioniert.
Nun steht noch die Idee im Raum ob MMS auch eine Lösungsansatz wäre ?

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Thema, sofern es welche gibt ?
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Beitrag 28.06.2017, 15:28 Uhr
Micha1405
Micha1405
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Hallo

Also von einer Nassbearbeitung würde ich euch abraten. CBN und KSS, das verträgt sich einfach nicht. Beim Arbeiten mit CBN entsteht an der Schneidspitze eine recht hohe Temperatur. Wenn da dann Kühlmittel drauf kommt ist das wie ein Schock für das CBN. Das ergibt dann eine recht kurze Lebensdauer der Platten. Ein teures Hobby.

Es gibt aber auch CBN-Sorten die für diesen halbgaren Bereich besser geeignet sind. Beispiel wäre z.B. die BNX 10 von Sumitomo.

Gruß
Michael
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Beitrag 28.06.2017, 15:37 Uhr
firezs
firezs
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Hi,

das funktioniert, sogar relativ gut mit dem richtigen Schneidstoff.
In meinem Ausbildungsbetrieb haben wir induktiv gehärtete Wellen in Großserie Plan gedreht,
Härte Außen bis 64 HRC, ab ca. 3mm komplett weich.
Wegen der Bearbeitungszeit (Engpassmaschine) wurde nur 1 Werkzeug verwendet.
Schneidstoff war CBN,Schnittiefe max 0.5 mm, VC 80 m/min, f 0.12, NASS. (weicher Bereich trocken nicht bearbeitbar)

Bearbeitung war: Plandrehen von D32 auf D15. sowie anfasen 0.4mm x 45° im harten Bereich.
Standzeit 4500-5000 Teile pro Schneidkante, Hersteller Sumitomo, Standzeit der Konkurenz war ca. die Hälfte.
Genauen Schneidstoff kann ich leider nicht mehr nennen, da die ganze Produktion nach Indien verlagert wurde...

MfG

Der Beitrag wurde von firezs bearbeitet: 28.06.2017, 15:38 Uhr
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Beitrag 28.06.2017, 23:13 Uhr
Sokke
Sokke
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Huhu,

warum steht Keramik als Schneidstoff nicht zur Debatte?

CBN würde ich bei dieser Härte komplett ausschließen. Sandvik z.B. empfiehlt den Einsatz von CBN erst ab 58 HRC.

Grüße
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Beitrag 29.06.2017, 06:37 Uhr
Anwendungstechniker_BFT
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ZITAT(Sokke @ 28.06.2017, 22:13 Uhr) *
Huhu,

warum steht Keramik als Schneidstoff nicht zur Debatte?

CBN würde ich bei dieser Härte komplett ausschließen. Sandvik z.B. empfiehlt den Einsatz von CBN erst ab 58 HRC.

Grüße


Ich schließe mich an , Mit Keramik sollte es funktionieren , wenn eben alles stimmt , Bei diesen Bearbeitungen ist es wichtig das Revolver , Halter usw 100% steht . Vibrationen sind ebenfalls zu verhindern .

Zur Frage :

MMS halte ich für keine Lösung da CBN nicht geschmiert werden muss , es sei den die Oberflächengüte soll nochmal verbessert werden , Standzeit bringt MMS jedenfalls keine .

Ich würde wenn CBN eine Beschichtete einsetzten Mit ! Spanleitstufe ! dann sollte es gehen ,jedoch ist Cost per Part mit Keramik wahrscheinlich deutlich niedriger .
Gruss Marcel


--------------------
Seit 20 Jahren Anwendungstechniker , wenn man Späne stapeln könnte gäbe es jetzt eine Treppe zum Mond .
https://www.facebook.com/BFT-Burzoni-Deutsc...02662796633409/
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Beitrag 29.06.2017, 09:17 Uhr
Furior
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ZITAT(Micha1405 @ 28.06.2017, 15:28 Uhr) *
Hallo

Also von einer Nassbearbeitung würde ich euch abraten. CBN und KSS, das verträgt sich einfach nicht. Beim Arbeiten mit CBN entsteht an der Schneidspitze eine recht hohe Temperatur. Wenn da dann Kühlmittel drauf kommt ist das wie ein Schock für das CBN. Das ergibt dann eine recht kurze Lebensdauer der Platten. Ein teures Hobby.

Es gibt aber auch CBN-Sorten die für diesen halbgaren Bereich besser geeignet sind. Beispiel wäre z.B. die BNX 10 von Sumitomo.

Gruß
Michael



Ich meinte in meinem Startpost dass wir mit Hartmetall als Schneidstoff arbeiten da CBN in diesem Bereich nicht gut funktioniert hat, Sumitomo ist auch bereits zum Einsatz gekommen, leider ebenfalls ohne Erfolg....
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Beitrag 29.06.2017, 09:19 Uhr
Furior
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ZITAT(Sokke @ 28.06.2017, 23:13 Uhr) *
Huhu,

warum steht Keramik als Schneidstoff nicht zur Debatte?

CBN würde ich bei dieser Härte komplett ausschließen. Sandvik z.B. empfiehlt den Einsatz von CBN erst ab 58 HRC.

Grüße


Weil wir eine relativ scharfe Schneide benötigen, wir überdrehen unter anderem einen Bund außen der in einer Fase ausläuft und wenn die Schneide hier nicht mehr scharf ist, schiebt man dort relativ schnell einen Grat hin.
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Beitrag 29.06.2017, 11:06 Uhr
Micha1405
Micha1405
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ZITAT(Furior @ 29.06.2017, 09:17 Uhr) *
Ich meinte in meinem Startpost dass wir mit Hartmetall als Schneidstoff arbeiten da CBN in diesem Bereich nicht gut funktioniert hat, Sumitomo ist auch bereits zum Einsatz gekommen, leider ebenfalls ohne Erfolg....


Wie waren denn eure Schnittdaten? Bei einer Schnitttiefe von lediglich 0,1 würde ich auf jeden Fall auf eine Schneide mit R0,4 gehen. Wenn es die Oberflächengüte zulässt runter mit der Schnittgeschwindigkeit und hoch mit dem Vorschub.

Gruß
Michael
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Beitrag 29.06.2017, 11:22 Uhr
Furior
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ZITAT(Micha1405 @ 29.06.2017, 11:06 Uhr) *
Wie waren denn eure Schnittdaten? Bei einer Schnitttiefe von lediglich 0,1 würde ich auf jeden Fall auf eine Schneide mit R0,4 gehen. Wenn es die Oberflächengüte zulässt runter mit der Schnittgeschwindigkeit und hoch mit dem Vorschub.

Gruß Michael


Die sind noch nicht ganz fix, aktuell haben wir die besten Ergebnisse mit Vc= ca. 80m/min und der Vorschub hängt noch stark von der WSP ab, hier haben wir noch keine die wirklich Prozesssicher läuft. Bisher sind wir bei f= zwischen 0,05-0,08mm/U was natürlich der Oberfläche geschuldet ist.
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Beitrag 29.06.2017, 11:46 Uhr
Micha1405
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Hallo

Dann ist es klar. Bei dem langsamen Vorschub verglüht euch eine CBN-Platte recht schnell. Schon mal an eine Wiper-Geometrie gedacht? Selbst bei doppelten Vorschub erzielt man damit recht gute Oberflächen.

Gruß
Michael
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Beitrag 29.06.2017, 12:57 Uhr
Furior
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ZITAT(Micha1405 @ 29.06.2017, 11:46 Uhr) *
Hallo

Dann ist es klar. Bei dem langsamen Vorschub verglüht euch eine CBN-Platte recht schnell. Schon mal an eine Wiper-Geometrie gedacht? Selbst bei doppelten Vorschub erzielt man damit recht gute Oberflächen.

Gruß Michael


Die getesteten CBN-Platten haben wir mit verschiedenen Vorschüben getestet, hier hat einfach der Oberflächenwert begrenzt, hatten sogar ne CBN mit Wiper im Einsatz (Sumitomo) die waren nur eben einfach zu stumpf....
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Beitrag 29.06.2017, 14:37 Uhr
Jens1000
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Hallo,

ich bin beim Hartdrehen von Teilen mit 50-55 Hrc ganz vom CBN abgegangen und nutze für diese Teile

beschichtete Hartmetallplatten von Seco. Die Sorte TH1000 gibt es mit verschiedenen schneidvarianten.

Ich drehe dann mit Nassbearbeitung.

VG Jens
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Beitrag 29.06.2017, 14:40 Uhr
Furior
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ZITAT(Jens1000 @ 29.06.2017, 14:37 Uhr) *
Hallo,

ich bin beim Hartdrehen von Teilen mit 50-55 Hrc ganz vom CBN abgegangen und nutze für diese Teile

beschichtete Hartmetallplatten von Seco. Die Sorte TH1000 gibt es mit verschiedenen schneidvarianten.

Ich drehe dann mit Nassbearbeitung.

VG Jens


Ok, Danke für die Info mit der aktuellen Maschine können wir nur trocken, wir werden aber aus Kapazitätsgründen noch eine weitere Maschine beschaffen, die könnte dann auch Nassbearbeitung.
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Beitrag 29.06.2017, 15:19 Uhr
Andy742000
Andy742000
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Hi

bis ca HRC 58 ist die Bearbeitung mit VHM Lösungen nahezu unproblematisch.
Allerdings muss man auch sagen, es kommt auf die Auftragsmänge, den Umfang der Bearbeitungen an, wie auch die Bedingungen an.
Bei stark unterbrochenem Schnitt ist heute CBN einer VHM Lösung immer noch bezüglich der Standzeit unterlegen. CBN ist aber hochtemperaturfester und -resistender.

Bei rein trockener Bearbeitung, würde ich bei keiner bis nur leicht unterbrochenem Schnitt nur auf CBN setzen, bzw wenn keine Werkzeuggeometrischen Einschränkungen bestehen. Das heist nicht jede Plattenform ist auch als CBN Variante verfügbar.

Da muss man auch nicht mit CBN und MMS anfangen.

Die schon genannten Seco Werkzeuge sind ohne weiteres bis etwa HRC 54 / - Teilweise 58 ähnlich gut und flott einsetzbar wie CBN Werkzeuge.

Aber ohne die Bearbeitungsaufgabe und -umfang zu kennen kann und will ich für keine Version / Variante Partei ergreifen.


--------------------
MfG
Andy

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4 BIT NC, Kugelschrittschaltwerk
Numerik 600 + Lochstreifen
und nun nicht weiter gekommen als bis zur Sinumerik ;-)

PS : Ich hasse R- Parameter ! Aus Rxxx wird unter Beachtung der Mond-Parabel und der "ERDschen" Glockenkurve nach der Division mit PI/8 + Werkhallenhöhe ein neuer sinnvoller Parameter Rxxx

Impressum: Wer Rechtschreib- oder Grammatikfehler findet darf sie behalten, sind kostenlose Beigaben des Autors
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Beitrag 30.06.2017, 07:10 Uhr
Furior
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ZITAT(Andy742000 @ 29.06.2017, 15:19 Uhr) *
bis ca HRC 58 ist die Bearbeitung mit VHM Lösungen nahezu unproblematisch.
Allerdings muss man auch sagen, es kommt auf die Auftragsmänge, den Umfang der Bearbeitungen an, wie auch die Bedingungen an.
Bei stark unterbrochenem Schnitt ist heute CBN einer VHM Lösung immer noch bezüglich der Standzeit unterlegen. CBN ist aber hochtemperaturfester und -resistender.

Bei rein trockener Bearbeitung, würde ich bei keiner bis nur leicht unterbrochenem Schnitt nur auf CBN setzen, bzw wenn keine Werkzeuggeometrischen Einschränkungen bestehen. Das heist nicht jede Plattenform ist auch als CBN Variante verfügbar.

Da muss man auch nicht mit CBN und MMS anfangen.

Die schon genannten Seco Werkzeuge sind ohne weiteres bis etwa HRC 54 / - Teilweise 58 ähnlich gut und flott einsetzbar wie CBN Werkzeuge.

Aber ohne die Bearbeitungsaufgabe und -umfang zu kennen kann und will ich für keine Version / Variante Partei ergreifen.


Um es noch einmal zu erwähnen, wir drehen das Teil nicht mit CBN und haben es auch nicht vor !!!

Die Frage war ob jemand diesen Härtebereich mit HM-Werkzeugen und MMS bearbeitet oder Erfahrungen damit hat.

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Beitrag 30.06.2017, 09:37 Uhr
CptFraeser
CptFraeser
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Beiträge: 560

Hi,
die MMS dürfte beim Hartmetall keine Probleme machen.
Erfahrung selbst damit habe ich nicht, bis auf ein paar "Experimente"...
Das Hartmetall sollte der Sorte K10-K30 entsprechen.
Diese HM Sorten zerspanen Werkstoffe bis 63HRC....
Die Frage der Standzeit ist sehr abhängig von Maschinensteifigkeit,
Bearbeitungsaufmaß, Vorschub (nicht zu gering) und
Dauer der Spanabhebung (Erhitzung der Platte).

Zudem sollte die Spanbrecherfase an der Platte mit Radien verrundet sein.
ergibt einen ruhigen Schnitt.

Kühlung ist hierbei verboten...!

Trocken fahren, ist die bessere Lösung...

Grüße...
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Beitrag 27.08.2017, 09:17 Uhr
Sokke
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ZITAT(Micha1405 @ 29.06.2017, 11:46 Uhr) *
Hallo

Dann ist es klar. Bei dem langsamen Vorschub verglüht euch eine CBN-Platte recht schnell. Schon mal an eine Wiper-Geometrie gedacht? Selbst bei doppelten Vorschub erzielt man damit recht gute Oberflächen.

Gruß
Michael


CBN ist genau der Schneidstoff, der NICHT verglüht. Nicht umsonst kannst Du damit auch Diamant bearbeiten.

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