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Tieflochbohren (8mmx140mm) ohne Hochdruckpumpe

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Beitrag 03.12.2021, 15:03 Uhr
mad_machinist
mad_machinist
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Beiträge: 13

Ich muß auf einer Mazak Nexus 200 M ein Tiefloch bohren mit 8mm x 140mm in 16MnCr5.
Soweit ich weiß hat die Standard-Kühlpumpe max. 10 Bar.

Ich habe bisher keine Erfahrung mit Tieflochbohrungen und mit einem VHM-Bohrer mit IKZ 2 Teile fertigen können. Ich habe vorher ein Zentrum gesetzt und ab ca. 50mm tiefe alle 6mm Ausgespant (komplett aus der Bohrung gefahren - 50m/min und 0,08mm/u). Nach zwei Teilen war dann Bohrerbruch.

Ich habe mich ein wenig eingelesen und werde nun eine 50mm Tiefe Pilot-Bohrung setzen und die Bohrung anfasen. Anscheinend ist das ausspanen kontraproduktiv? Allerdings habe ich keine Hochdruck-Pumpe.

Ich habe einen Bohrer von Walter bestellt (Titex X·treme Evo DC160), der in einer abgedichteten ER-Spannzange gespannt wird.
Ich werde mit der Messuhr nachprüfen ob er auch gerade eingespannt ist (war vermutlich bei meiner ersten Versuch auch nicht optimal).

Kann mit jemand sonst Ratschläge oder Tips geben? Soll ich ohne Hochdruckpumpe ausspanen?

Der Beitrag wurde von mad_machinist bearbeitet: 03.12.2021, 15:12 Uhr
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Beitrag 03.12.2021, 18:40 Uhr
dreher1991
dreher1991
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Hallo Mad_machinist das muss nicht alleine am Entspanen gelegen haben...wenn du beim Vhm Bohrer nicht die späne rauskriegst und die sich Stauen ist er ab.Du kannst es probieren mit ner Pilotbohrung hast aber auch immer noch das gleiche Problem.Würde dir eher empfehlen es bei deinen Gegebenheiten mit HSS zu probieren?HSS ist da viel Verzeilicher plus der Bohrer kostet kein Vermogen und falls er abreißt kann man den leichter rauserodieren wie VHM.Beim Hss und 16mncr5 würde ich mit dem langen 8mm mit vc 12 vorschub 0.06 bis 0.08mm probieren 3 oder 4mm zustellung.Vorher halt mit nem Standard Hss bohrer so tief es geht Bohren.
Gruß Dreher1991
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Beitrag 03.12.2021, 20:43 Uhr
faenger
faenger
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Nabend.

Versuch es mit einem Einlippenbohrer. Pilotbohrung 1.5xd. Wir haben häufiger 7.5mm Bohrungen 340mm tief. Ohne entspanen bohren.

Gruß
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Beitrag 03.12.2021, 20:55 Uhr
CNCAllgäuer
CNCAllgäuer
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Probier evtl. mal den OSG TDX HSS Bohrer.20xD ohne Entspanen ohne Innenkühlung. Funktioniert bei mir auf
nem Vertikal BAZ ohne Probleme in C45 180mm tief mit einem 8,5mm Bohrer.

MfG

Florian
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Beitrag 03.12.2021, 21:27 Uhr
V4Aman
V4Aman
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ZITAT(faenger @ 03.12.2021, 20:43 Uhr) *
Nabend.

Versuch es mit einem Einlippenbohrer. Pilotbohrung 1.5xd. Wir haben häufiger 7.5mm Bohrungen 340mm tief. Ohne entspanen bohren.

Gruß


Kannst aber ohne Hochdruck vergessen.



Wenns nur ein paar Bohrungen sind würd ich überlange HSS Bohrer verwenden.

Der Beitrag wurde von V4Aman bearbeitet: 03.12.2021, 21:28 Uhr


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Gruß V4Aman


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Alle sagten: "Das geht nicht." Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat's einfach gemacht.
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Beitrag 04.12.2021, 09:05 Uhr
MikeE25
MikeE25
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ZITAT(mad_machinist @ 03.12.2021, 16:03 Uhr) *
Ich habe vorher ein Zentrum gesetzt und ab ca. 50mm tiefe alle 6mm Ausgespant (komplett aus der Bohrung gefahren - 50m/min und 0,08mm/u). Nach zwei Teilen war dann Bohrerbruch.


Ausspantiefe reduzieren - ich würde mal 2mm probieren.
Spänestau erzeugt Bohrerbruch. Weniger Späne - kein Bohrerbruch.
ggf auch Vorschub etwas reduzieren.
Beschichtungen wie TiN helfen auch viel. Das reduziert Aufbauschneidenbildungen die bei langen Werkzeugen schnell zu Bohrerbrüchen führen können.
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Beitrag 04.12.2021, 17:39 Uhr
mad_machinist
mad_machinist
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Danke für die Ratschläge. Ich habe mich mit der Firma Walter in Verbindung gesetzt mal sehen was die sagen.
Möglicherweise werde ich es auch mit HSS probieren. Es sind nur 5 Teile die ich fertigen muß.
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Beitrag 06.12.2021, 19:16 Uhr
Woki
Woki
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Moin Moin,
bei 5 Teilen würde ich HSS verwenden. Wir müssen auch sehr oft tiefe Löcher auf unseren Maschinen herstellen und dürfen laut Herstellervorgabe nur VHM verwenden. Wir nutzen dann für diese Bearbeitungen Werkzeuge von NACHI, fahren aber auch nach 1-2mm zum Entspanen raus.
Wenn so ein Bohrer im Teil stecken bleibt ist meistens viel Arbeit auf der Senkerodiermaschine vorprogrammiert.
Wir haben kein KSS auf den Maschinen, arbeiten dann mit Innenluft... Aber Prozesssicher ist das ganze leider auch nicht zu 100%.
Wenn möglich gehen wir mit solchen Bearbeitungen auch auf eine Maschine die von den Anforderungen besser passt, aber manchmal müssen wir leider diesen Weg wählen.

Schönen Abend noch biggrin.gif

MfG Jan
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Beitrag 07.12.2021, 21:55 Uhr
mad_machinist
mad_machinist
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Mein Chef meinte HSS würde zu sehr verlaufen.

Laut Walter soll ich eine Pilotbohrung mit 2xD machen und dann in einem Zug auf 140mm Bohren mit 85m/min und 0,2mm/u bei 10 Bar Wasserdruck. Ich werde es mit 70m/min und 0,15mm/u machen, die Herstellerangeben sind immer sehr optimistisch. Ich bin gespannt ob das hinhaut.

Macht es einen Unterschied ob ich den Bohrer in einem angtriebenen Futter nutze bei stehender Hauptspindel oder einen stehenden Bohrer bei drehender Hauptspindel?



Der Beitrag wurde von mad_machinist bearbeitet: 07.12.2021, 21:56 Uhr
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Beitrag 07.12.2021, 23:20 Uhr
dreher1991
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Hallo mad_machinist wenn dein Chef der Meinung ist es würde mit Hss zu sehr verlaufen gibt es Alternativen bevor man da noch mehr Hartmetallbohrer killt.Auf ein Bearbeitungszentrum nehmen mit Innenkühlung oder die Bohrung Startlocherodieren.Auf der Fräse egal ob du mit Hss oder Vhm Bohrst verläuft dir in der Regel nicht viel außer du übertreibst es halt mit dem Vorschub.Noch besser ist nur noch Startlocherodieren oder Tieflochbohren.Was für eine Funktion hat die Bohrung?Kommt es da so drauf an?Wir hatten oft so Schmierzentralbohrungen in der Mitte gebohrt wenn du mit den richtigen Werten gefahren bist mit Hss ging das auch bis zu nem gewissen Tiefen/Durchmesser Verhältnis immer gut.Die 160mm in 16mncr5 dürften da eigentlich bei Durchmesser 5 kein Problem sein mit Hss halt schön scharfen Bohrer nehmen und immer schön entspanen.Wenn du die Möglichkeit hast mit nem Angetriebenen Werkzeug zu bohren würde ich das nehmen.Hatten paar mal vergleiche gehabt wo das abdriften auf der Drehbank zu arg war.Hast es hingegen mit nem rotierenden Bohrer gemacht war es besser oder auf dem Baz schön Hochkant gespannt
Gruß Dreher1991
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Beitrag 08.12.2021, 18:04 Uhr
brueckmeister
brueckmeister
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Du kannst auf deiner Nexus auch Werkzeug und HS gleichzeitig drehen lassen beim Bohren.

Ansonsten lange dünne HM Bohrer eher mit AGW bohren weil du den festen Bohrer schlechter auf Mitte ausgerichtet bekommst, und da können ein paar hundertstel bei der Länge schon schnell die Ursache für den Werkzeugbruch sein.

Ich prüfe bei sowas auch erstmal am Teil ob die Pilotbohrung auf Mitte steht und Bohrer diese so tief wie möglich mit HM.

Auch wichtig beim entspänen nicht aus der Bohrung rausfahren sondern nur bis kurz davor.

20xD bei DM 8 sollte dann mit HSS eigentlich keine Probleme machen.

Mein Chef würde eher Probleme machen wenn ich wegen 5 Teilen erstmal nen 300€ Bohrer schrotte.

Mfg
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Beitrag 09.12.2021, 13:40 Uhr
BennyynneB
BennyynneB
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ZITAT(mad_machinist @ 03.12.2021, 14:03 Uhr) *
Ich muß auf einer Mazak Nexus 200 M ein Tiefloch bohren mit 8mm x 140mm in 16MnCr5.
Soweit ich weiß hat die Standard-Kühlpumpe max. 10 Bar.

Ich habe bisher keine Erfahrung mit Tieflochbohrungen und mit einem VHM-Bohrer mit IKZ 2 Teile fertigen können. Ich habe vorher ein Zentrum gesetzt und ab ca. 50mm tiefe alle 6mm Ausgespant (komplett aus der Bohrung gefahren - 50m/min und 0,08mm/u). Nach zwei Teilen war dann Bohrerbruch.

Ich habe mich ein wenig eingelesen und werde nun eine 50mm Tiefe Pilot-Bohrung setzen und die Bohrung anfasen. Anscheinend ist das ausspanen kontraproduktiv? Allerdings habe ich keine Hochdruck-Pumpe.

Ich habe einen Bohrer von Walter bestellt (Titex X·treme Evo DC160), der in einer abgedichteten ER-Spannzange gespannt wird.
Ich werde mit der Messuhr nachprüfen ob er auch gerade eingespannt ist (war vermutlich bei meiner ersten Versuch auch nicht optimal).

Kann mit jemand sonst Ratschläge oder Tips geben? Soll ich ohne Hochdruckpumpe ausspanen?


Hallo,

ich habe sehr lange mit 10bar Druck auf einer Vertikal 3Achs Tiefloch gebohrt.
Dabei hab ich raus gefunden das zuwenig Schub oft ein Problem ist bzw. eine zu geringe Kühlmittelkonzentration
Ich empfehle dir bei diesem Walter Boher vc=65 und 0,12mm/U.
Die Pilotbohrung muss nicht tiefer als 40mm sein und wenn du mit geringer Drehzahl einfädelst musst du auch nicht unbedingt eine Fase vorher auf die Bohrung fertigen.

SG
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Beitrag 09.12.2021, 14:05 Uhr
Andreas1964
Andreas1964
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ZITAT(mad_machinist @ 03.12.2021, 16:03 Uhr) *
(komplett aus der Bohrung gefahren - 50m/min und 0,08mm/u). Nach zwei Teilen war dann Bohrerbruch.

Da ist das Problem!

Fahr nicht ganz aus der Bohrung raus, lass ihn mind. 2xD drin. Somit schont es die Ecken am Bohrer.

Auch schon beim Einfahren in die Pilotbohrung idealer Weise den Bohrer langsam LINKS drehen lassen, erst wenn er drin ist auf RECHTS und volle Drehzahl gehen.

Evt. oben eine Verweilzeit und ggf. auch den Eilgangregler nicht auf 100%.
Beim Rückzug zieht der Bohrer schon die (meisten) Späne mit, wenn man ihm Zeit gibt geht das besser. Beim wieder Einfahren kann es natürlich sein das im Grund ein paar Krümel sind, also langsam abtauchen.

Aber kuck Dir mal das an, es geht auch ganz ohne Kühlmittel (mit einem Garant-Bohrer :-))
https://www.youtube.com/watch?v=xF9gcS76k54...v5zeCGPCse1lFFi

Andreas.
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Beitrag 10.12.2021, 01:18 Uhr
Gundel
Gundel
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Moin,
versteh das Problem nich!?!
Bohre in 1.4301 mit 5mm 120 tief, ohnd I.K.mitstehendem Wkz.
Pilotbohrung mit VHM auf 20mm Tiefe , Rest mit HSS und nix verläuft.
Hab allerdings nen eigenen Zyklus geschrieben:
Mit Lnklauf und F1.0 rein bis 2mm vor Bohrtiefe , dann Rechtslauf auf Drehzahl und
nehme immer 2.5mm , dann raus zum entspanen.
Wichtig ist nur nen "SCHARFEN" Hss zu verwenden, am besten unbeschichtet.
Guck mal in den "ORANGEN" Katalog , nimm den billigsten und der hält ohne Ende wow.gif
Bei mir z.B. ca 400-500 Bohrungen mit VC 12 und F0.09.
Gühring, Walter und Fraisa warn am verzweifeln, keiner hat mehr als 40 Teile gehalten.
IK oder VHM alles war salopp gesagt "sehr mässig".
Günstig / billig iss nich immer schlecht biggrin.gif

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Beitrag 10.12.2021, 16:48 Uhr
Sokke
Sokke
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ZITAT(Gundel @ 10.12.2021, 00:18 Uhr) *
Moin,
versteh das Problem nich!?!
Bohre in 1.4301 mit 5mm 120 tief, ohnd I.K.mitstehendem Wkz.
Pilotbohrung mit VHM auf 20mm Tiefe , Rest mit HSS und nix verläuft.
Hab allerdings nen eigenen Zyklus geschrieben:
Mit Lnklauf und F1.0 rein bis 2mm vor Bohrtiefe , dann Rechtslauf auf Drehzahl und
nehme immer 2.5mm , dann raus zum entspanen.
Wichtig ist nur nen "SCHARFEN" Hss zu verwenden, am besten unbeschichtet.
Guck mal in den "ORANGEN" Katalog , nimm den billigsten und der hält ohne Ende wow.gif
Bei mir z.B. ca 400-500 Bohrungen mit VC 12 und F0.09.
Gühring, Walter und Fraisa warn am verzweifeln, keiner hat mehr als 40 Teile gehalten.
IK oder VHM alles war salopp gesagt "sehr mässig".
Günstig / billig iss nich immer schlecht biggrin.gif


Du probierst mehrere Hersteller aus und schreibst dann einen eigenen Zyklus (das Schreiben eines eigenen Zyklus setzt weiterführende Steuerungskenntnisse voraus) und eröffnst dann in einem Forum, in dem jemand Hilfe sucht, den Post mit "verstehe das Problem nicht"?

Das ist wirklich tiefbegabt. Wie Du Dich feierst.
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Beitrag 15.12.2021, 19:27 Uhr
mad_machinist
mad_machinist
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Beiträge: 13

Danke für die zahlreichen Tips.
Es hat sehr gut geklappt mit dem Walter Vhm Bohrer. Ich habe eine Pilot-Bohrung gesetzt und mit 70m und 0,15mm/U ohne entspanen die 140mm gebohrt. Lief wie durch Butter. Die Späne waren sehr klein und sind gut rausgespült worden. Ich habe alle unnötigen Kühlschmiermittel-Düsen verschlossen und dadurch mehr Druck am Bohrer gehabt.
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