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Tieflochbohren mit Querbohrungen

Beitrag 30.07.2018, 12:41 Uhr
Chris2018
Chris2018
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Mitglied seit: 30.07.2018
Beiträge: 2

Hallo Gemeinde!
Ich habe ein großes Problem, ich soll in meiner Firma das Tieflochbohren in/ durch Querbohrungen mit spiralisierten VHM-Bohrern mit IKZ umsetzen. Dies versuchen wir an einer Hermle C50U welche einen KSS-Druck von 80bar schafft. Die Bearbeitung wird vertikal in 1.1730 (C45U) vorgenommen.
Als erstes wird eine Pilotbohrung gesetzt welche max. 3xD ist. (Pilotbohrer vom selben Hersteller!)
Danach bohren wir mit D=8mm und 320mm tief, dabei durchstoßen wir mindestens eine Querbohrung wobei der Vorschub vor der Bohrung um 50% reduziert wird. Der Bohrer befindet sich übrigens in einer Schrumpfaufnahme.
Die Querbohrungen werden nicht abgedichtet also tritt hier KSS aus. Das abdichten wird aus Automatisierungs Gründen nicht gemacht. Die Späne brechen sehr schön und lässt darauf schließen dass die Parameter stimmen.

Nun zum eigentlichen Problem: Die Bohrer die wir verwenden brechen nach kürzerer Zeit an der Mitte der Hauptschneide aus und müssen dann zum Nachschleifen oder sie brechen komplett ab. Die Parameter werden wie vom Hersteller vorgegeben gefahren. Die ins gesamte Bohrtiefe mit dem VHM liegt in etwa bei 5m.

Frage: Kann mir jemand sagen ob das Abdichten ein Muss ist oder liegt es an etwas was wir an der Abfolge ändern müssen? Oder ist das schon das Maximum was zu erreichen ist bei dieser Art der Bearbeitung? Kann man so etwas nur mit ELB realisieren? Kann man sich in diesem Bereich nicht an Herstellerangaben halten?

Mittlerweile bin Ratlos und hoffe bei euch Rat zu finden!

PS.: ich hoffe ich habe nichts vergessen.

MfG
Chris
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Beitrag 30.07.2018, 15:03 Uhr
hac4black
hac4black
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Beiträge: 166

Servus,

ich habe bei solchen Angelegenheiten immer ein Anwendungstechniker vom WKZ-Hersteller kommen lassen.
Der kam dann mit dem entsprechenden Werkzeug.
Nach ein paar Versuchen, ging es dann mit Vollgas in die Produktion.

Hat bisher immer super funktioniert.

P.S. Muss dazu sagen, dass wir selten Tielflochbohrungen haben.
Und das ganze geschieht auf einer C40 U
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Beitrag 30.07.2018, 16:46 Uhr
pileworm
pileworm
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Beiträge: 85

Hallo,

ist dann auch die Frage in welchem Winkel die Querbohrungen sind. 90° sind normal kein Problem, unter 70 wird's mit Einlippenbohrern interessant. Mit C45 funktionieren die aber eigentlich gut.
Währe es machbar die Querbohrung nach der 350mm Bohrung herzustellen? HSS ist auch ne Alternative. Dass das Kühlwasser zur Querbohrung austritt sollte nicht das Problem sein, Hauptsache es nimmt die Späne mit.

Der Beitrag wurde von pileworm bearbeitet: 30.07.2018, 16:49 Uhr
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Beitrag 31.07.2018, 18:51 Uhr
Old_JB
Old_JB
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Beiträge: 17

Versuch mal einen Mitsubishi MPS 4 Fasen Bohrer, und langsame Drehzahl beim einfahren in die Pilotbohrung.
Wie schon erwähnt - Anwendungstechniker fragen.
Eventuell nach z.B. 40mm etwas zurückziehen, und ein paar Sekunden Verweilzeit, damit die Späne ausspülen
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Beitrag 01.08.2018, 10:58 Uhr
brueckmeister
brueckmeister
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Beiträge: 100

Kenne das Problem ziemlich gut, ab einer gewissen Länge im Bezug auf den Bohrer ø, macht dir jedes noch so kleine Rattern die Schneiden kaputt, besonders bei Querbohrungen. Da hilf auch das Abdichten nichts.

Ich kann dir zum Thema prozessichere Tiefbohrungen nur die Firma BOTEK mit ihren Einlippen Vollbohrern ans Herz legen:

https://www.botek.de/de/einlippenbohrer/

Haben mit den Werkzeugen nur ganz selten Probleme und schleifen mittlerweile sogar selber nach, unsere Bohrungstiefen belaufen sich auf bis zu 500mm auf ø2.

Bei ø8 auf 320mm überhaupt kein Thema.

mfg

Der Beitrag wurde von brueckmeister bearbeitet: 01.08.2018, 10:59 Uhr
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Beitrag 10.08.2018, 10:59 Uhr
Chris2018
Chris2018
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Beiträge: 2

Danke für die schnelle Hilfe!

@hac4black
das habe ich schon probiert aber leider hat die Herstellerfirma nur einen Vertreter geschickt der nicht wirklich Erfahrung hatte. Deshalb habe ich gezögert noch jemanden zu holen. Vielleicht sollte ich andere Firmen bestellen... wacko.gif

@pileworm
Gute Bemerkung, das hab ich vergessen zu schreiben. Die Bohrungen treffen zu 90% im Rechtenwinkel aufeinander.
Leider müssen die Bohrungen aufeinander treffen da sie ein Kühlsystem bilden sollen.

@Old_JB
Der MPS wäre auf jedenfall ein Versuch wert.
Bei der Verweilzeit bin ich mir nicht sicher ob das im NC bei uns möglich. Wir nützen in diesen Bereich Cimatron wo die Zyklen nicht alles zulassen aber ich werde mal die NC-Abteilung fragen.

@brueckmeister
habe von Botek schon gehört, hab sie bislang aber nicht kontaktiert da wir den ELB vermeiden wollen wegen der langsamen Schnittgeschwindigkeit gegenüber dem VHM-Spiralbohrers. Vielleicht sollten wir dahingehend anfangen umzudenken.

Danke für die vielen Informationen! Falls der große Durchbruch kommt meld ich mich. smile.gif
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Beitrag 10.08.2018, 19:29 Uhr
Bloem74
Bloem74
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Beiträge: 20

Es gibt noch einige Tricks beim Tieflochbohren:
- Auf gleiche Spitzenwinkel vom Pilotbohrer und Tieflochbohrer achten.
- Ohne Drehzahl im Loch reinfahren und anhalten, 1x von hand durchdrehen um der freigängigkeit zu testen.
- Langsam anfahren, teilweise Drehzahl und Vorschubpoti gleichzeitig bedienen. (Drehzahl kann unter 50% anfangen, aufpassen bei mm/umdr. oder
mm pro min.)
- Es kann passieren das zwischendurch der Bohrer anfängt zu "singen". Das würde die Ausbrüche erklären. Hier ruhig der Druck kurzfristig erhöhen,
Drehzahl etwas runter oder Vorschub etwas höher. Herstellerangaben +/-20%. Bei grössere geschmiedete Bauteile zum Beispiel, ist nicht überall der
gleiche Materialdichte vorhanden.
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Beitrag 19.06.2019, 15:47 Uhr
vfbnando
vfbnando
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Beiträge: 2

ZITAT(brueckmeister @ 01.08.2018, 10:58 Uhr) *
Kenne das Problem ziemlich gut, ab einer gewissen Länge im Bezug auf den Bohrer ø, macht dir jedes noch so kleine Rattern die Schneiden kaputt, besonders bei Querbohrungen. Da hilf auch das Abdichten nichts.

Ich kann dir zum Thema prozessichere Tiefbohrungen nur die Firma BOTEK mit ihren Einlippen Vollbohrern ans Herz legen:

https://www.botek.de/de/einlippenbohrer/

Haben mit den Werkzeugen nur ganz selten Probleme und schleifen mittlerweile sogar selber nach, unsere Bohrungstiefen belaufen sich auf bis zu 500mm auf ø2.

Bei ø8 auf 320mm überhaupt kein Thema.

mfg

Hallo,

mein Vorschlag wäre vor dem Durchbrechen der Vorschub zu reduzieren auf ca. 30%. Dann die Querbohrung mit höherem Bohrvorschub zu überbrücken, ohne dabei die Gegenseite zu berühren. Dann mit Vorschub von ca. 15mm auf der Gegenseite anbohren, bis fast der komplette Bohrkopf im Einsatz ist. Danach kann mit normalen Bohrvorschub weiter gearbeitet werden.
Mit dem Einsatz von botek Hochleistungs - Einlippenbohrer Typ113HP können Vorschübe ähnl. den Spiralbohrern umgesetzt werden.
Was für ein KSS Medium wird eingesetzt? Mit welchem KSS Druck?
Viel Erflolg und Grüße

Der Beitrag wurde von vfbnando bearbeitet: 19.06.2019, 15:49 Uhr
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