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Wie definiert man HPC Fräsen?

Beitrag 10.01.2021, 08:55 Uhr
Sokke
Sokke
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Beiträge: 43

Guten Morgen zusammen,

da ich eher ein CNC Dreher bin und nun ein bisschen fräsen werde, schau ich miir gerade an, was es für Werkzeuge und Strategien gibt.

Wenn ich nun bei einem 1.4404 beim Schruppen 2xD zustellen kann/möchte...

Würde ich gegenwärtig einen HPC Fräser verwenden mit 4 Schneiden, ungleicher Zahnteilung UND ungleichem Drallwinkel.

Schnittdaten wären ganz grob:
Vc=100m/min
fz=0,08mm/U
ae=0,1 xD


Ganz grob würde ich versuchen, diese Werte bei Ø12 bis Ø6mm zu setzen, jedoch den fz heruntersetzen bei kleineren Fräsern.

Ich suche wirklich nur ganz grobe Werte, die funktionieren und allgemein eine Standzeit, die nicht unterirdisch ist, ermöglichen.

Ich finde für das HPC Fräsen keine genaue Definition. Außer, dass eben die ungleiche Teilung/ungleicher Drallwinkel Vibrationen verringert.

Was ist der Unterschied zu den "Trochoidalfräsern"? Die sind dann für größere ap?

Wäre echt top, wenn ich das Thema irgendwann verstehe.

Übringes verarbeite ich nur 1.4404 und 1.4301.

Besten Dank schonmal und schönen Sonntag noch. Und bleibt gesund smile.gif

Der Beitrag wurde von Sokke bearbeitet: 10.01.2021, 08:56 Uhr
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Beitrag 10.01.2021, 17:17 Uhr
dreher1991
dreher1991
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Beiträge: 533

Hallo Sokke eine Frage deine Anwendung möchtest ne außenkontur schruppen?Oder evtl ne Tasche schruppen?Edelstahl ist halt immer so ne sache würde dir auch enpfehlen passende Fräser zu nehmen das du möglichst immer die ganze Schneidenlänge nutzt.Ebenso läuft es als beim hpc fräsen besser wenn du die Seitliche zustellung verkleinerst statt z.b. 1.5mm auf 1mm runter zu gehen.Das ist aber immer von der Anwendung abhängig.Weil du sagtest den fz runterzusetzen.Normalerweise gibt es ja richtwerte vom Hersteller für jeden Fräser.Bei Miller gibts ne Tabelle du für jeden Fräser 6 bis 16 oder 20 unterschiedliche fz-Werte hast.Würde mich mal schlau machen ob es so ne Tabelle nicht auch bei euren Fräsern gibt.Ebenso gibt es ja nen Bereich für die Vc als beispiel 120 bis 180 m/min bei gewissen Stählen.Da ist es ja auch das gleiche je nach Maschine hast du nicht genug Drehzahl oder auch bei Hpc fräsern größer wie Durchmesser 12 reicht das Drehmoment der Spindel nicht aus um volle Kanne zu fahren.Oder alten Maschinen die fehlende Dynamik.Noch dazu das Teil ist es vibrstionsanfällig oder hast du ne stabile spannung?Das ist auch ein wichtiger Faktor sonst sind die Fräser schneller schrott wie alles andere.Du kannst auch teilweise Trochoidale Takiken anwenden funktioniert mit Hpc fräsern auch.Weil du fragtest definition von Hpc fräsen ist ein hohes Zeitspanvolumen durch Schnitt-und Vorschubgeschwindigkeiten.
Gruß Dreher1991
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Beitrag 11.01.2021, 07:24 Uhr
Sokke_CAM
Sokke_CAM
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Beiträge: 23

ZITAT(dreher1991 @ 10.01.2021, 17:17 Uhr) *
Gruß Dreher1991


Guten Morgen,
danke für Deine Antwort. Ja, wegen fz schaue ich dann mal bei unserem Hersteller.

Mir geht es aber zunächst auch darum, diesen Begriff HPC zu verstehen. Und was da der Unterschied zu den Fräsern ist, die speziell für das Trochoidalfräsen "geeignet"(?) sind.

Das mit der Spannsituation usw. kommt dann erst im Anschluss bzw ist bei mir sowieso überschaubar.

Grüße


--------------------
~Sokke
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Beitrag 11.01.2021, 08:10 Uhr
Rainer60
Rainer60
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Beiträge: 555

Hoi Sokke
Dann werde ich mal auf Vorschub und Spandicke eingehen.
Beim Zahnvorschub Fz wird meist die Spandicke bei 0.5D errechnet, an welchem die grösste Spandicke erzeugt wird. Je weniger ae, desto geringer die max. Spandicke (bei gleichem Vorschub) beim Eintritt des Fräsers. Die Berechnung der Spanmittendicke hm ergibt logischerweise die mittlere Spandicke und somit als Hinweis geeignet.
Wenn im CAD einen 12er Kreis zeichnest und diesen um 0.2mm verschoben kopierst, hast im Prinzip einen Fz von 0.2mm skizziert. Nun ziehe Linien entsprechend ae. So kannst je nach ae die max. Spandicke rausmessen. Bei Fräsern wird oft auch hmax angegeben, was der max. Spandicke entspricht.
Das o.g. gilt allerdings nur bei linearer Bewegung. Wenn ein Radius aussen besäumt wird, verringert sich die Umschlingung resp. ae wird kleiner. Bei der Innenbearbeitung verhält es sich umgekehrt. Die Umschlingung wird je nach Verhältnis FräserØ und zu fräsenden Radius grösser.
So gesehen sollte die Bearbeitung mit der grössten Umschlingung ermittelt werden und der Vorschub entsprechend angepasst werden, um eine Überbelastung des Werkzeuges zu verhindern. Ist natürlich doof, wenn das Werkzeug zu 99% unter seinen Fähigkeiten eingesetzt wird. So könnte der Vorschub an den neuralgischen Punkten reduziert werden. Händisch bedeutet dies je nach Aufgabe einiges an Zeit und mögliche Fehler/Übersehungen sind nicht auszuschliessen. Moderne CAM‘s berücksichtigen solche Situationen in dem Vorschub und/oder ae entsprechend angepasst wird.

Beim HPC fräsen geht es darum in kurzer Zeit möglichst viel Material abzutragen. Wie dies geschieht hängt von mehreren Faktoren ab, welche Dreher1991 schon erwähnt hat. Ap und Vc möglichst hoch bei max. Spandicke sind somit anzustreben.


--------------------
Gruss Rainer

"Es gibt immer eine Lösung - manchmal auch eine Andere"l
Meine Ratschläge sind kostenlos und müssen nicht angenommen werden...
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Beitrag 11.01.2021, 17:54 Uhr
dreher1991
dreher1991
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Hallo Sokke,Sokke_CAM
https://www.dungkg.de/taumelfraesen_hpc.htm
Schau dir den link mal an.
Gruß Dreher1991
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Beitrag 11.01.2021, 18:48 Uhr
Gramatak
Gramatak
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Kurz gesagt Ist Trochoidalfräsen HPC Fräsen.

HPC Fräser bezeichnen einfach die moderne Art mit ungleichen Drall und Steigung etc. mit welchem man grundsätzlich viel Spanvolumen erreicht.

Wie genau sich der Fräser dann bewegt ist etwas ganz anderes und dabei gibt es eben das Konventielle (gerade bahnen ohne umschlingungsanpassung) und Trochoidal was vorallem für Standzeit und Bruchsicherheit steht und somit man dem Fräser mehr zumuten kann = mehr Spanvolumen. Zusätzlich verringert sich die Last auf dem Werkzeug + Spindel. (der Fz an sich hat quasi keine Auswirkung auf die Spindellast, deswegen funktionieren Einzahnfräser überhaupt, Ae und Ap + Vc haben die größte Auswirkung)

Es gibt keine Speziellen Trochoidalen Fräser, der Grund warum das bei einigen so angegeben wird liegt lediglich an dem sehr geringen Spanraum (= stärkerer Kern) wodurch keine Vollnuten wie beim klassischen "HPC" Fräser möglich sind sondern nur besäumen (bzw. Trochoidal) mit geringem Ae.



Man kann sich also merken das man mit "Trochoidal" oder z.b."TPC" Fräsern keine Vollnuten oder sehr große Eingriffwinkel fahren darf/sollte.
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Beitrag 11.01.2021, 20:57 Uhr
Sokke_CAM
Sokke_CAM
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Beiträge: 23

Hallo zusammen,

vielen Dank schonmal, hab alles aufgesaugt bzw. nachgelesen. Werde bald nochmal konkreter nachfragen- ich brauch aber noch ein paar Tage smile.gif

PS: Ich arbeite dann bald mit TEBIS. Damit werde ich die Vollumschlingung behandeln bzw. vermeiden können.

Schönen Abend smile.gif


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~Sokke
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Beitrag 12.01.2021, 09:33 Uhr
Murgs
Murgs
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Beiträge: 25

ZITAT(Sokke_CAM @ 11.01.2021, 20:57 Uhr) *
Hallo zusammen,

vielen Dank schonmal, hab alles aufgesaugt bzw. nachgelesen. Werde bald nochmal konkreter nachfragen- ich brauch aber noch ein paar Tage smile.gif

PS: Ich arbeite dann bald mit TEBIS. Damit werde ich die Vollumschlingung behandeln bzw. vermeiden können.

Schönen Abend smile.gif

Es geht nicht allein um die Vollumschlingung. Es geht beim HPC/HSC Fräsen generell um das Konstanthalten der Umschlingung. Denn die Umschling steht fast proportional zum Werkzeugdruck. Moderne HPS/HSC-Strategien folgen streng der konstanten Umschlingung. Aber nicht alles was unter HPC/HSC und Trochoidal verkauft wird, erfüllt diese Bedingung.
Z.B. klassisches Trochoidalfräsen, wie es schon früher bei Maschinenzyklen gab, folgt nicht streng der konstanten Umschlingung.

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