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Lean Management

Beitrag 28.06.2016, 12:35 Uhr
Julzact
Julzact
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Hallo liebe Gemeinde,
werden bei euch in der Firma Lean Management + Lean Administration Maßnahmen ergriffen?
Wenn ja, wie sehen diese aus und was wird dadurch erreicht bei euch? Haltet ihr die Maßnahmen für sinnvoll oder erschweren sie euch das Arbeitsleben?
Schreibt gerne alles zu dem Thema rein was euch einfällt smile.gif
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Beitrag 28.06.2016, 13:10 Uhr
Andy742000
Andy742000
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ZITAT(Julzact @ 28.06.2016, 12:35 Uhr) *
Hallo liebe Gemeinde,
werden bei euch in der Firma Lean Management + Lean Administration Maßnahmen ergriffen?
Wenn ja, wie sehen diese aus und was wird dadurch erreicht bei euch? Haltet ihr die Maßnahmen für sinnvoll oder erschweren sie euch das Arbeitsleben?
Schreibt gerne alles zu dem Thema rein was euch einfällt smile.gif

Hi

Ich fasse das mal mit wenigen Worten zusammen.
-Theorie besagt, es müsste so gehen
-Praxis sagt, so geht es aber wirklich nicht
-Realität sagt, und keiner weiss warum es nicht mehr geht, obwohl es schon mal funktioniert hat

Und damit kommen wir zum Teamwork "T E A M" -> "tut ein anderer machen" Man delegiert Aufgaben in einem Arbeitskreis so lange, bis zum Schluß keiner mehr weiß wofür er eigentlich dabei ist, oder was das Kernziel ist !

MFG

Andy



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MfG
Andy

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und nun nicht weiter gekommen als bis zur Sinumerik ;-)

PS : Ich hasse R- Parameter ! Aus Rxxx wird unter Beachtung der Mond-Parabel und der "ERDschen" Glockenkurve nach der Division mit PI/8 + Werkhallenhöhe ein neuer sinnvoller Parameter Rxxx

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Beitrag 28.06.2016, 15:14 Uhr
kesh
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Andy dafür hast du dir einen Orden vedient! danke.gif
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Beitrag 28.06.2016, 17:05 Uhr
Andy742000
Andy742000
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Hi

@kesh

danke.gif

Ich habe an einigen solcher Projekte mitgewirkt, bzw mitwirken müssen.
Ich spreche hier von Lean Six Sigma ...

Über die Ergebnissse darf ich natürlich nicht detailiert berichten, Betreibsgeheimnisse.

Aber eine Grobzusammenfassung kann ich geben !
Projektlaufzeit um den Faktor 2-3 überzogen..
Kernaufgabe wurde komplett aus dem Auge verloren...
Ausser Spessen nichts gewesen wink.gif
Zum Schluß wurde auf Alt- bewährtes gesetzt, auch wenn es nicht eine Verbesserung bedeutete, aber zumindestens konnten einige Parameter wieder stabilisiert werden....

Deswegen malt immer schön Diagramme, füllt Tabellen aus, ... Malt Smilies auf Flipcharts -> Das dient alles der Erhöhung der Produktivität bitte.gif ( Über die Kosten müsst ihr euch keine Gedanken machen ! )

Andy

ZITAT(kesh @ 28.06.2016, 15:14 Uhr) *
Andy dafür hast du dir einen Orden vedient! danke.gif


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Andy

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Beitrag 29.06.2016, 12:32 Uhr
Julzact
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Beiträge: 23

Natürlich kann man auch alles schlechtreden was andere machen. thumbs-up.gif

Aber vielleicht könnt ihr das ganze auch mal mit etwas Abstand betrachten.
Vielleicht lag es ja auch einfach nur an den Leuten die mit Halbwissen versucht haben sowas einzuführen?

Bin übrigens kein Vertreter dieses Thema's, interessiere mich einfach nur dafür.
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Beitrag 29.06.2016, 12:46 Uhr
kesh
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In der heutigen Zeit ist das wie im wilden Westen. Jeder gegen jeden! Ist vielleicht auch ein Stück deutsche Mentalität. Ist möglich das das in anderen Ländern besser funktioniert wie z.B. das Reißverschlussverfahren. In Deutschland funktioniert das überhaupt nicht weil jeder der wichtigste ist.
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Beitrag 29.06.2016, 16:57 Uhr
Guest_guest_*
Themenstarter

Gast



ZITAT(kesh @ 29.06.2016, 13:46 Uhr) *
In der heutigen Zeit ist das wie im wilden Westen. Jeder gegen jeden! Ist vielleicht auch ein Stück deutsche Mentalität. Ist möglich das das in anderen Ländern besser funktioniert wie z.B. das Reißverschlussverfahren. In Deutschland funktioniert das überhaupt nicht weil jeder der wichtigste ist.

Da mag was dran sein. wink.gif

Aber ich denke der Krebs steckt viel tiefer.
Kaum Einer weiß noch wirklich was sein Kollege, Vorgesetzter oder Weisungsempfänger da wirlich tut. Ganz besonders in größeren Unternehmen. Der Gedanke, hier wieder ein schlüssiges Konzept zu finden, um die undurchsichtigen Abläufe wieder in produktive Prozesse zu verwandeln, finde ich grundsätzlich sehr lobenswert.
Ich habe hier schon an anderer Stelle sehr deutlich gesagt, bzw. geschrieben, daß oft am falschen Ende versucht wird die Rentabilität zu retten.
Ein brauchbares Konzept zur wirtschaftlichsten Abarbeitung von Kundenaufträgen muß nicht immer ein riesiger Aufwand mit zusätzlichem Personal bedeuten.
Eigentlich sollte JEDER, der an der Wertschöpfungskette beteiligt ist, zumindest betriebsintern, sehr genau wissen, wer und mit welchen Informationen, als Nächster von der eigenen Arbeit abhängt.
Dazu sollte sehr präzise, an einigen Beispielen von jedem Einzelnen beschrieben werden, was ihn bei der augenblicklichen Situation daran hindert seine Aufgabe so gut als möglich zu erfüllen.
Dabei werden oft tiefe Abgründe des Unverständnisses für die Arbeit des Anderen zu Tage gefördert, die oft nur noch in einem aufgeschlossenem Gespräch unter Leitung eines hervorragenden Psychologen wieder aufgedröselt werden können.
Die unterschiedlichen Mentalitäten der einzelnen Personen ist dabei auch sehr bedeutend. Der Eine kann mit sachlich vorgetragener Kritik ganz passabel umgehen, während der Andere selbst eine leise Kritik mit Besserungsvorschlag, als persönliche Beleidigung, oder sogar als persönliche Kriegserklärung versteht.
Ich denke hier sollten Geschäftsführer nicht nur moderieren sondern auch ggf. mal klare Kante zeigen.
Im Fokus sollte ein annähernd reibungs- und damit auch verlustloser Arbeitsablauf stehen, bei dem alle Beteiligten auch Freude und Bestätigung an der eigenen Arbeit finden können. Dann kommt die Wirtschaftlichkeit schon wie von selbst.

Ein Konzept zur Lösung wäre, sich selbst als Firma in der Firma zu verstehen. Damit muß sich Jeder auch als Kunde, bzw. Lieferant des Anderen sehen und verstehen, wie die eigenen Erwartungen und Leistungen auseinander driften.
Ideal in diesem Modell wären Alternative Angebote, die Quertreiber fast augenblicklich ins Aus stellen würden.
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Beitrag 29.06.2016, 17:39 Uhr
kesh
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ZITAT(guest @ 29.06.2016, 16:57 Uhr) *
Ein Konzept zur Lösung wäre, sich selbst als Firma in der Firma zu verstehen. Damit muß sich Jeder auch als Kunde, bzw. Lieferant des Anderen sehen und verstehen, wie die eigenen Erwartungen und Leistungen auseinander driften.
Ideal in diesem Modell wären Alternative Angebote, die Quertreiber fast augenblicklich ins Aus stellen würden.


Funktioniert auch nicht. Wenn die Obrigkeit ein Idiot ist hilft der beste Bauer nicht.
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Beitrag 29.06.2016, 17:49 Uhr
Guest_guest_*
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Gast



ZITAT(kesh @ 29.06.2016, 18:39 Uhr) *
Funktioniert auch nicht. Wenn die Obrigkeit ein Idiot ist hilft der beste Bauer nicht.

In solchen Fällen halte ich es wie Friedrich August III. "Dann macht doch euern Dreck alleene..."
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Beitrag 29.06.2016, 18:16 Uhr
Guest_Rene_R_*
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Gast



Bei vielen meiner Kunden die eine gewissen Betriebsgröße erreicht haben besteht die Aufgabe der Führungspersonen nur darin sich den ganzen Tag mails hin-und her zu schicken um Verantwortungen auf jemanden anderes abzuwälzen.

Jeder will was zu sagen haben, aber keiner übernimmt Verantwortung.

Wenn ein dickes Problem auftaucht wird nach dem Motto verfahren :"Schuld ist wer den Fehler entdeckt hat".

Das führt dazu das alle die Klappe halten, im Endeffekt nix so läuft wie es geplant war und niemand das tut was er eigentlich soll.. Siehe VW-Abgasskandal.

Gruß,
Rene'
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Beitrag 29.06.2016, 18:34 Uhr
Guest_guest_*
Themenstarter

Gast



ZITAT(Rene_R @ 29.06.2016, 19:16 Uhr) *
Bei vielen meiner Kunden die eine gewissen Betriebsgröße erreicht haben besteht die Aufgabe der Führungspersonen nur darin sich den ganzen Tag mails hin-und her zu schicken um Verantwortungen auf jemanden anderes abzuwälzen.

Jeder will was zu sagen haben, aber keiner übernimmt Verantwortung.

Wenn ein dickes Problem auftaucht wird nach dem Motto verfahren :"Schuld ist wer den Fehler entdeckt hat".

Das führt dazu das alle die Klappe halten, im Endeffekt nix so läuft wie es geplant war und niemand das tut was er eigentlich soll.. Siehe VW-Abgasskandal.

Gruß,
Rene'

Mancher dieser "Manager" sollte eigentlich "General Prattle Manager" auf seiner Visitenkarte stehen haben. wink.gif
Oder etwas angenehmer: "not responsible Manager" wink.gif
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Beitrag 29.06.2016, 19:01 Uhr
Andy742000
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Hi

ich würde das ganze Problem auch im Bildungssystem suchen.
Schaut doch mal auf die nachrückende Generation an FH- Abgängern.
Eigenmotiviert "Wir sind die Macher !" und keinen plan von der Realität an der Maschine, und dann muss man sich von so einem Halbkücken welches noch die Eierschalen hinter den Ohren kleben hat, was sagen lassen. Und was da für Thesen aufgestellt werden.

Und dann kommt noch KVP ...
Und wer bewerte die KVP Vorschläge der Mitarbeiter an der Maschine, genau diese die nicht einmal eine CNC Maschine einschalten können, aber wollen bewerten ob der Vorschlag zu einer Verbesserung führt, und ob es rentabel ist!!

Und wenn einem noch der Chef bei Meister anSch***t, und eine Rechtfertigung haben will, warum der Werker in der Werkhalle unterwegs ist, oder einen Kaffee trinken geht, dass aber die Maschine gerade Vorrichtungsteile mit einer Laufzeit von über 3 Stunden fertigt sieht er nicht. Aber warum soll der Werker der nur eine Maschine hat, weil auch keine weitere da ist, an der er tätig werden könnte, an dieser einen Maschine rumstehen und zusehen wie Späne gemacht werden ???

Hier könnte ich Dinge aufzählen und listen, auch Namen nennen, aber das wäre dann wohl "üble" Nachrede !!

MFG

Andy


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MfG
Andy

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Beitrag 30.06.2016, 09:59 Uhr
Guest_guest_*
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Gast



ZITAT(Andy742000 @ 29.06.2016, 20:01 Uhr) *
Hi

ich würde das ganze Problem auch im Bildungssystem suchen.
Schaut doch mal auf die nachrückende Generation an FH- Abgängern.
Eigenmotiviert "Wir sind die Macher !" und keinen plan von der Realität an der Maschine, und dann muss man sich von so einem Halbkücken welches noch die Eierschalen hinter den Ohren kleben hat, was sagen lassen. Und was da für Thesen aufgestellt werden.

Und dann kommt noch KVP ...
Und wer bewerte die KVP Vorschläge der Mitarbeiter an der Maschine, genau diese die nicht einmal eine CNC Maschine einschalten können, aber wollen bewerten ob der Vorschlag zu einer Verbesserung führt, und ob es rentabel ist!!

Und wenn einem noch der Chef bei Meister anSch***t, und eine Rechtfertigung haben will, warum der Werker in der Werkhalle unterwegs ist, oder einen Kaffee trinken geht, dass aber die Maschine gerade Vorrichtungsteile mit einer Laufzeit von über 3 Stunden fertigt sieht er nicht. Aber warum soll der Werker der nur eine Maschine hat, weil auch keine weitere da ist, an der er tätig werden könnte, an dieser einen Maschine rumstehen und zusehen wie Späne gemacht werden ???

Hier könnte ich Dinge aufzählen und listen, auch Namen nennen, aber das wäre dann wohl "üble" Nachrede !!

MFG

Andy

Das Problem, das du umschreibst, ist ein ganz persönliches und oft auch psychologisches.
Es hat ganz drastisch damit zu tun, daß die Beteiligten nicht die Spur einer Ahnung haben, mit welchen Problemen sich der Andere herumplagen muß, weil die eigene Arbeit nicht so erledigt wird, wie es am besten für die Abläufe des Anderen sein sollte. Das erzeugt Unmut, Ablaufstörungen, damit unnötigen Zeitverzug und Verschwendung von Recourcen und am Ende ein schlechtes Betriebsergebnis mit Motze vom Chef.
Sachlicher Informationsaustausch ist hier das Zauberwort. Oft gibt es für dieses Thema keinen qualifizierten Moderator, der auch mal Gemüter beschwichtigend und erklärend die Wogen der Emotionen glätten kann.
Ich rate hier zu etwas mehr Gelassenheit ohne persönliche Vorwürfe und mehr Disziplin im sachlichen Streit um die gemeinsame Sache.
Persönliche Mimositäten muß man von Zeit zu Zeit auch mal hintenan stellen können.
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Beitrag 30.06.2016, 11:21 Uhr
Andy742000
Andy742000
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Hi

Oder wird hier eventuell der Bock zum Gärtner gemacht ?
Wenn die Grundmeinung von oben schon vorgegeben wird, dass CNC Maschinen bedienen nur Knöppel drücken ist !

Du hast das Bild gesehen ( Fehler Betriebssystem PLC -> Whatsapp ) ... der erste Anbrüller kam vom Meister, was mir einfallen würde die Maschine kaputt zu machen ! Wohlbemerkt Brüller ! Umgangsformen unter den Kollegen und Mitarbeitern ?
Bis es dann mal gelungen ist, für den Fernwartungszugriff die notwendigen Dinge zu installieren, mischte sich dann einer dieser "Schreibtischtäter" ein, und behauptete ohne den Hintergrund und die Fehlermeldung zu kennen, dass der Fehler vom CNC Programm kommt, und das man das Programm anders schreiben müsse ! Das komische war nur, dass der Fehler sporadisch , jedesmal an einer anderen Stelle auftrat !!
Fachkompetenz ???
Nachdem ein älteres Abbild der PLC wieder eingespielt worden war, funktionierte komischer Weise auch das Programm.

Ein anderer Fall, der "Neue" betritt die Werkhalle, geht zum Werker, an einem REIB- Arbeitsplatz, und behauptet doch gleich mal aus der kalten, "Das ist keine Reibahle, sie verwenden das Falsche Werkzeug " wohl bemerkt, zu einem Kollegen der schon über 20 Jahre in dieser Abteilung tätig ist ! Schlimm wenn man eine Dihart Wechselkopf Reibahle nicht von einer normalen Reibahle unterscheiden kann.

Oder ein anderer Fall, eine "Quitsche Badeente" in einem Kühlmittelbecken für eine HF Induktionshärteanlage.
Jeder wird erstmal nichts schlimmes dabei erkennen. Wenn auch nicht üblich in einer industriellen Fertigung, aber diese Ente hatte Ihren Zweck. Das besagte Becken enthielt das Kühlwasser für den Induktionskopf und HF Erzeuger. Nur einem gefiel das ganze nicht. Dem neuen Produktionsleiter. Also Ente weg, und es musste eine Elektronische Wasserstandsüberwachung für dieses Beken installiert werden.
Leider vertrugen diese neuen Sensoren die ganze Sache nicht, Strom und Wasser !
Als dann einige Wochen später diese Anlage sich mit einem doch recht lauten Knall abschaltete, war guter Rat teuer. Die Füllstandsüberwachung zeigte immer noch fast 80 % Füllmenge an. Aber der Test mit dem Besenstiel offenbarte, das Becken war fast leer.
Nun betrat der "BIG" Boss die Fläche und erkundigte sich, warum es zu diesem Ausfall gekommen ist.
Wir erklärten ihm das ganz sachlich.. Und der hatte auch Verständnis warum dieses "Entchen" jahrzehntelang Ihren Dienst als Füllstandsanzeiger hatte. Am besten gefiel mir aber die Reaktion von "Big" Boss. Der Produktionsleiter wurde heranzitiert, und erhielt den Auftrag, umgehend für einen Ersatz der Ente zu sorgen, die auf seine Anweisung entsorgt werden musste. Das ganze war dann doch in einer Form, wo man sagt, "Halte dich aus akustischen Gründen nicht hinter einer startenden MIG auf" !

Hier ist es wohl doch so, dass die wenigsten aus den Führungsetagen wirklich wissen, was unten passiert, und warum manche Dinge so sind wie sie sind. Hier gebe ich dir vollkommen recht.

Ich habe nur wenige Betriebe kennengelernt, wo Probleme in kleiner Runde direkt besprochen wurden, wo jeder gleichberechtigt unabhängig seiner Stellung und Position zu dem Thema an einer Art Runden Tisch frei äußern konnte, durfte oder musste.
Wie gesagt, dass sind Ausnahmen... In der Realität sieht es in vielen Firmen doch so aus, dass weitergegebene Informationen auf einer Art "Abstellgleis" landen, nach dem Motto noch gehts ja ... Und das ist wie auch andere Poster hier zum besten gegeben haben, der Alltag in vielen Firmen.

Das sowas dauerhaft nicht gut geht ist jedem klar. Auch das Lösungen aus solchen "betriebsinternen" selbstgezüchteten Kriesen gebraucht werden ist auch einleuchtend. Aber wie löst man einen solchen Sumpf auf ? In den man die Akteure aus diesen Sumpf mit neuen Aufgaben noch mehr belastet ? Oder versucht das Geflecht dieses Sumpfes aufzubrechen ?

MFG

Andy
ZITAT(guest @ 30.06.2016, 09:59 Uhr) *
Das Problem, das du umschreibst, ist ein ganz persönliches und oft auch psychologisches.
Es hat ganz drastisch damit zu tun, daß die Beteiligten nicht die Spur einer Ahnung haben, mit welchen Problemen sich der Andere herumplagen muß, weil die eigene Arbeit nicht so erledigt wird, wie es am besten für die Abläufe des Anderen sein sollte. Das erzeugt Unmut, Ablaufstörungen, damit unnötigen Zeitverzug und Verschwendung von Recourcen und am Ende ein schlechtes Betriebsergebnis mit Motze vom Chef.
Sachlicher Informationsaustausch ist hier das Zauberwort. Oft gibt es für dieses Thema keinen qualifizierten Moderator, der auch mal Gemüter beschwichtigend und erklärend die Wogen der Emotionen glätten kann.
Ich rate hier zu etwas mehr Gelassenheit ohne persönliche Vorwürfe und mehr Disziplin im sachlichen Streit um die gemeinsame Sache.
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Beitrag 30.06.2016, 21:43 Uhr
Guest_guest_*
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ZITAT(Andy742000 @ 30.06.2016, 12:21 Uhr) *
Hi

Oder wird hier eventuell der Bock zum Gärtner gemacht ?
Wenn die Grundmeinung von oben schon vorgegeben wird, dass CNC Maschinen bedienen nur Knöppel drücken ist !

Du hast das Bild gesehen ( Fehler Betriebssystem PLC -> Whatsapp ) ... der erste Anbrüller kam vom Meister, was mir einfallen würde die Maschine kaputt zu machen ! Wohlbemerkt Brüller ! Umgangsformen unter den Kollegen und Mitarbeitern ?
Bis es dann mal gelungen ist, für den Fernwartungszugriff die notwendigen Dinge zu installieren, mischte sich dann einer dieser "Schreibtischtäter" ein, und behauptete ohne den Hintergrund und die Fehlermeldung zu kennen, dass der Fehler vom CNC Programm kommt, und das man das Programm anders schreiben müsse ! Das komische war nur, dass der Fehler sporadisch , jedesmal an einer anderen Stelle auftrat !!
Fachkompetenz ???
Nachdem ein älteres Abbild der PLC wieder eingespielt worden war, funktionierte komischer Weise auch das Programm.

Ein anderer Fall, der "Neue" betritt die Werkhalle, geht zum Werker, an einem REIB- Arbeitsplatz, und behauptet doch gleich mal aus der kalten, "Das ist keine Reibahle, sie verwenden das Falsche Werkzeug " wohl bemerkt, zu einem Kollegen der schon über 20 Jahre in dieser Abteilung tätig ist ! Schlimm wenn man eine Dihart Wechselkopf Reibahle nicht von einer normalen Reibahle unterscheiden kann.

Oder ein anderer Fall, eine "Quitsche Badeente" in einem Kühlmittelbecken für eine HF Induktionshärteanlage.
Jeder wird erstmal nichts schlimmes dabei erkennen. Wenn auch nicht üblich in einer industriellen Fertigung, aber diese Ente hatte Ihren Zweck. Das besagte Becken enthielt das Kühlwasser für den Induktionskopf und HF Erzeuger. Nur einem gefiel das ganze nicht. Dem neuen Produktionsleiter. Also Ente weg, und es musste eine Elektronische Wasserstandsüberwachung für dieses Beken installiert werden.
Leider vertrugen diese neuen Sensoren die ganze Sache nicht, Strom und Wasser !
Als dann einige Wochen später diese Anlage sich mit einem doch recht lauten Knall abschaltete, war guter Rat teuer. Die Füllstandsüberwachung zeigte immer noch fast 80 % Füllmenge an. Aber der Test mit dem Besenstiel offenbarte, das Becken war fast leer.
Nun betrat der "BIG" Boss die Fläche und erkundigte sich, warum es zu diesem Ausfall gekommen ist.
Wir erklärten ihm das ganz sachlich.. Und der hatte auch Verständnis warum dieses "Entchen" jahrzehntelang Ihren Dienst als Füllstandsanzeiger hatte. Am besten gefiel mir aber die Reaktion von "Big" Boss. Der Produktionsleiter wurde heranzitiert, und erhielt den Auftrag, umgehend für einen Ersatz der Ente zu sorgen, die auf seine Anweisung entsorgt werden musste. Das ganze war dann doch in einer Form, wo man sagt, "Halte dich aus akustischen Gründen nicht hinter einer startenden MIG auf" !

Hier ist es wohl doch so, dass die wenigsten aus den Führungsetagen wirklich wissen, was unten passiert, und warum manche Dinge so sind wie sie sind. Hier gebe ich dir vollkommen recht.

Ich habe nur wenige Betriebe kennengelernt, wo Probleme in kleiner Runde direkt besprochen wurden, wo jeder gleichberechtigt unabhängig seiner Stellung und Position zu dem Thema an einer Art Runden Tisch frei äußern konnte, durfte oder musste.
Wie gesagt, dass sind Ausnahmen... In der Realität sieht es in vielen Firmen doch so aus, dass weitergegebene Informationen auf einer Art "Abstellgleis" landen, nach dem Motto noch gehts ja ... Und das ist wie auch andere Poster hier zum besten gegeben haben, der Alltag in vielen Firmen.

Das sowas dauerhaft nicht gut geht ist jedem klar. Auch das Lösungen aus solchen "betriebsinternen" selbstgezüchteten Kriesen gebraucht werden ist auch einleuchtend. Aber wie löst man einen solchen Sumpf auf ? In den man die Akteure aus diesen Sumpf mit neuen Aufgaben noch mehr belastet ? Oder versucht das Geflecht dieses Sumpfes aufzubrechen ?

MFG

Andy

Andy, es sind nicht alle Menschen perfekt.
Überall wo Menschen arbeiten, wird es auch immer Probleme mit diesen Menschen geben. Jeder ist anders. Und manch Einer meint vielleicht auch die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben... So sind Menschen nun mal.
Ich habe in mehr als 40 Jahren Berufstätigkeit viele Facetten von "Zusammenarbeit" kennengelernt. Vom direktiv-cholerischen "Führungs-Stil" bis zur fast kameradschaftlich, freundschaftlicher Zusammenarbeit auf allen "Führungsebenen" habe ich die Vor- und Nachteile kennengelernt. Deshalb weiß ich auch recht gut zu differenzieren und weiß, nicht jeder Führungsstil ist für Jeden geeignet.
Bisher habe ich nur wenige Chefs erleben dürfen, die es schafften, ihren Führungsstil den jeweiligen Mitarbeitern optimal anzupassen. Ich weiß, wie schwierig soetwas ist und habe deshalb auch die größte Hochachtung vor solchen Leistungen.
Die Regel ist das natürlich nicht, auch wenn es sicherlich erstrebenswert wäre.

Deshalb wird es auch immer einen Ballanceakt zwischen fachlichen Fähigkeiten und persönlichen Befindlichkeiten bedürfen, um ein angemessenes Umfeld für betriebsinterne Kommunikation schaffen zu können. Und ohne diese Kommunikation wird es auch kein Verständnis und vorausschauende Planung der eigenen Arbeit geben. Man muß sich ja nicht unbedingt innig lieben um auf sachlicher Basis vernünftig zu kommunizieren.

Der Verkäufer muß die Abläufe grob kennen und die zeitliche Basis dafür überschauen können.
Die AV muß nach Auftragseingang schon relativ viel organisieren und überprüfen, bevor der erste Produktionsauftrag an die Fertigung gehen kann.
Ab hier passieren auch die meisten teuren Fehler, die Zeit, Geld und Motivation in der weiteren Kette kosten.
Ohne einen festen Ablauf und eine strukturierte Checkliste wird das aber nicht funktionieren können.
In der Fertigung selbst gibt es oft Potential zur Optimierung, das aber nur mit genügend Informations-Vorlauf auch genutzt werden kann.
Beispiel Rüstzeitoptimierung:
Wenn der Werker oder Einrichter erst nach Stillstand der Maschine erfährt, welcher Auftrag als nächstes ansteht, ist ihm die Möglichkeit zur Vorbereitung der Werkzeuge und Spannmittel genommen und es entsteht zwangsläufig vermeidbarer Maschinenstillstand mit entsprechendem Produktionsausfall.
Die Kette läßt sich beliebig bis zur Verladung der Fertigware auf den Speditions-LKW fortführen.
Ich hatte vor Jahren mal eine Datenbank programmiert, die alle Schritte in der Kette mit Terminen berechnet und entsprechende Vorwarnungen an die einzelnen Arbeitsplätze versendet hat. Letztlich wurde es nie eingesetzt, weil der Aufwand für die Datenpflege doch recht heftig war und es immer wieder zu Terminänderungen und "Sonderaufträgen" ohne Datenpflege kam, die das System am Ende
unwirksam machten. Auch ein Computer kann nur dann helfen, wenn er kosequent eingesetzt wird.
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Beitrag 02.07.2016, 06:57 Uhr
Julzact
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Andy, ich finde du hast eine ziemlich negative Grundeinstellung zu jeder Art von Änderung... Alles ist in deinen Augen sinnlos. Auch wenn du nicht ganz von einer Idee überzeugt bist, kann man doch wenigstens offen an die Sache rangehen und nicht direkt alles schlechtreden, auch wenn der Kollege direkt von der Hochschule kommt.

PS: es ist nichts schlechtes, auf einer Hochschule gewesen zu sein thumbs-up.gif
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Beitrag 02.07.2016, 09:27 Uhr
Andy742000
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Moin

Im Gegenteil !

Ich will es mal so ausdrücken. Alles was von diesem original "Kaizen" abstammt, und in europäisch / amerikanisierter Form hier versucht wird halbherzig von Oben nach Unten durchzudrücken funktioniert einfach mal nicht ! -> TPM / TQM / LSS und und und

Wenn ich nicht für Veränderungen oder Verbesserungen wäre hätte ich es auch aufgegeben, Verbesserungsvorschläge einzureichen -> KVP ( kontinuierlicher Verbesserungsprozess )

Und du zeigst hier genau das Verhalten, was viel sich inzwischen angewöhnt haben !
"Ich komme von der Hochschule und Ideen die von unten kommen können nichts taugen"

Und ich führe dir jetzt mal vor Augen was dabei so alles heraus kommt.
Für ein Produkt eines namhaften Elektronik -Grosskonzerns, ist ermittelt worden, wir verbrauchen zu viel Zeit und haben zu viel Ausschuß !
Also LSS
Rahmenbedingen:
CNC Maschine mit Verfahrwegen von 3000 x 4000 x 2500 mit indirekten Messsystemen ( Motorgeber ) einem Tisch bestehend aus einer ALU Platte mit Gewindebuchsen M12 aller 200x200 mm
-> Jeder 6 Klässler erkennt hier schon das das Teil unter thermisch instabilen Bedingungen zu nix anderem taugt, als paar Löscher oder Nuten in Holz- oder Spanplatten für die Möbelindustrie einzubringen !
( nebenbei ich hatte eine NPS ( Nullpunktsspannsystem ) vorgeschlagen, um den Rüstaufwand zu minimieren -> abgelehnt aus Kostengründen )
Geplanter Rüstaufwand 60 min, Vorrichtung vorhanden, ein Säulenkran, der nicht einmal 60 % der möglichen Tischaufspannfläche bedienen kann, ein CAM produziertes CNC Programm wo der NP ( Nullpunkt ) an einer Fertigteilkonturkante liegt.
( alle CNC'ler werden hier schon den Kopf schütteln )
Also FE und TAV ( Forschung und Entwicklung sowie Technische Arbeitsvorbereitung ) an einem Tisch, und einen minder qualifizierten Maschinenbediener ...
FE wurde in die Verantwortung genommen, ein System zu entwickeln, wie man den Überstand von ungeschnittenen Glasfasern ermitteln kann, um einen Werkzeugwechsel anhand des Nachentgrateaufwandes ( Entgrateaufwand < Maschinenlaufzeit ) vorzuschreiben -> Ergebnis bis heute "NULL"
TAV hatte die Aufgabe über bessere Werkzeuge sich Gedanken zu machen, mit dem Ergebnis bei einem asiatischen VHM "Schrott" Händler wurden zum überteuerten Preis Fräswerkzeuge bestellt. Ergebnis Standzeit 4 Werkstücke ( davor waren bis zu 25 Werkstücke möglich ) ! Also wurde entschieden, dass mit einer Hartstoffschicht die Standzeit verlängert werden könnte. Hurra die Hochschüler haben mal was kapiert wink.gif Also wurden diese Fräser jetzt mit einem Aufgeld von 40 Einheiten einer Währung nun mit einer nichtssagenden Hartstoffschicht in Großstückzahlen bestellt,( Lieferzeit 9 Wochen ) in der Hoffnung, dass das nun der Bringer sei !
Ergebnis Standzeit auch wieder nur max 4-5 Teile, weil es zu Subtratausbrüchen bzw Abplatzungen der Hartstoffschicht gekommen ist !
Das LSS Projekt hatte nun schon eine Laufzeit von 4 Monaten über den Endtermin !

Jetzt kommt "Schleifgott" ins Spiel
Veränderung des CNC Programm, Werkzeugoptimierung, Werkzeugeinsatz, Verbesserungen für das Rüsten, alles hat der kleine CNC Maschinen "Knöppedrücker" gemacht oder in die Hand genommen....

Ergebnis in der Summe: Verringerung der Bearbeitungszeit pro Werkstück um 20 %, Erhöhung der Werkzeugstandzeit um den Faktor 5 !, Verringerung des Entgrateaufwandes auf unter 25 % der Maschinenlaufzeit...

Und nun du großer Mathematiker und Zweifler ?

So wozu brauche ich dafür einen FH Abschluß ?

Nebenbei mal gefragt, wieviele Zeilen CNC Code sind notwendig um eine Segment eines Zahnrades mit einer Stirnverzahnung zu fertigen ?Bitte jetzt nicht die CAM Maschine anwerfen, dass geht auch zu "Fuß" wink.gif

Und jetzt Frage ich mich abschließend auf Grund der og Tatsachen, warum der Chef zwei solchen Personen Geld bezahlt, die ihren gestellten Aufgaben nicht nachkommen ?

Nachbetrachtung: Es gibt System die Funktionieren und die für mich immer noch Grund- und Leitsatz sind !

MFG
Andy


ZITAT(Julzact @ 02.07.2016, 06:57 Uhr) *
Andy, ich finde du hast eine ziemlich negative Grundeinstellung zu jeder Art von Änderung... Alles ist in deinen Augen sinnlos. Auch wenn du nicht ganz von einer Idee überzeugt bist, kann man doch wenigstens offen an die Sache rangehen und nicht direkt alles schlechtreden, auch wenn der Kollege direkt von der Hochschule kommt.

PS: es ist nichts schlechtes, auf einer Hochschule gewesen zu sein thumbs-up.gif



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MfG
Andy

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und nun nicht weiter gekommen als bis zur Sinumerik ;-)

PS : Ich hasse R- Parameter ! Aus Rxxx wird unter Beachtung der Mond-Parabel und der "ERDschen" Glockenkurve nach der Division mit PI/8 + Werkhallenhöhe ein neuer sinnvoller Parameter Rxxx

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Beitrag 02.07.2016, 10:02 Uhr
V4Aman
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Da geb ich dir komplett recht wink.gif....

Bis auf diesen Satz: "CAM produziertes CNC Programm wo der NP ( Nullpunkt ) an einer Fertigteilkonturkante liegt. ( alle CNC'ler werden hier schon den Kopf schütteln )"

Der Nullpunkt sollte schon zu den Zeichnungsmaßen stimmen. Das Aufmaß ist doch sehr einfach beim Antasten zu berücksichtigen.


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Gruß V4Aman


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Alle sagten: "Das geht nicht." Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat's einfach gemacht.
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Beitrag 02.07.2016, 10:11 Uhr
Andy742000
Andy742000
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Hi

Korrektur / Ergänzung

Laut Zeichnung geht die gesamte Bemaßung des Werkstückes von einer im Rohteil vorgegebenen Bohrung aus.

Ich wollte jetzt nicht noch schreiben, dass der TAV'ler, der das CNC Programm via Solidcam erzeugt hat, keine Ahnung hat wink.gif
Im übrigen ist das auch dieser Schreibtischtäter der für den Kauf dieser Möbelindustriefräse verantwortlich ist wink.gif

MFG

Andy


ZITAT(V4Aman @ 02.07.2016, 10:02 Uhr) *
Da geb ich dir komplett recht wink.gif....

Bis auf diesen Satz: "CAM produziertes CNC Programm wo der NP ( Nullpunkt ) an einer Fertigteilkonturkante liegt. ( alle CNC'ler werden hier schon den Kopf schütteln )"

Der Nullpunkt sollte schon zu den Zeichnungsmaßen stimmen. Das Aufmaß ist doch sehr einfach beim Antasten zu berücksichtigen.



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Beitrag 02.07.2016, 12:01 Uhr
Guest_guest_*
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Gast



Das Beispiel von Andy zeigt meiner Meinung nach schon recht deutlich, dass kognitive Dissonanzen von verschiedenen Personen, mit evtl. gleicher Zielsetzung zu völlig anderen Ergebnissen führen, weil keine oder nur unzureichende Kommunikation zwischen beiden stattgefunden hat, bzw. diese einseitig oder sogar beidseitig abgelehnt wird und keine Kompromissbereitschaft besteht. Das ist durchaus menschlich, aber der Sache nicht immer zuträglich.
Da könnte eigentlich nur noch ein "Machtwort" des Chefs Befriedung bringen. Wenn einer der beiden auch noch sehr nachtragend ist und bei jeder sich bietenden Gelegenheit wieder in "alten Wunden" bohrt, kann das natürlich auch nichts werden. Dann bleibt oft nur die Trennung. Entweder durch den Chef, oder einer wirft das Handtuch. wink.gif

Das bedeutet aber auch, daß "Lean Management" nicht nur eine strategisch-funktionale Bereinigung der Abläufe, sondern auch eine psychologisch-taktische Herangehensweise an die Probleme erfordert.
Also durchaus ein komplexes Thema, was auch oft stark unterschätzt wird.

In einigen Firmen funktioniert der KVP (Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess) recht gut, weil in einer mehrköpfigen Kommission aus entsprechenden Fachleuten diese Voschläge regelmäßig diskutiert und mit spitzem Bleistift gerechnet und ggf. auch durchgesetzt werden. Auch hier ist die Auswahl der Beteiligten sicher ein "Glücksspiel".

Vielleicht am Ende noch ein Tip für alle, die sich in diesem Thema engagieren wollen:
Wenn man um eine Sache streitet, nicht persönlich abwertend argumentieren, das schafft nur zusätzlichen Widerstand.
Eigene Fehler und Irrtümer darf man ruhig zugeben, ohne an Wertschätzung und Achtung zu verlieren. Im Gegenteil! Das zeigt persönliche Größe!

Der Beitrag wurde von guest bearbeitet: 02.07.2016, 12:04 Uhr
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Beitrag 04.07.2016, 06:38 Uhr
Julzact
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Da ich nicht an CNC-Maschinen arbeite, brauche ich mich auch nicht dafür zu schämen dass ich die Aufgabe nicht lösen kann.
Das ist auch kein bisschen schlimm, jeder kann natürlich eine Frage aus seinem Fachbereich stellen die der andere dann nicht lösen kann thumbs-up.gif


-Und du zeigst hier genau das Verhalten, was viel sich inzwischen angewöhnt haben !
"Ich komme von der Hochschule und Ideen die von unten kommen können nichts taugen"

Ich habe keine Ahnung wie du darauf kommst, dass ich einen Hochschulabschluss habe. Und erst recht bin ich kein Mathematiker und Zweifler.
Also bleib doch bitte was sachlich, was das Thema angeht.
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Beitrag 04.07.2016, 08:57 Uhr
Andy742000
Andy742000
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Moin
ZITAT(Julzact @ 04.07.2016, 06:38 Uhr) *
Da ich nicht an CNC-Maschinen arbeite, brauche ich mich auch nicht dafür zu schämen dass ich die Aufgabe nicht lösen kann.
Das ist auch kein bisschen schlimm, jeder kann natürlich eine Frage aus seinem Fachbereich stellen die der andere dann nicht lösen kann thumbs-up.gif

Sollte der Schein trügen, so meine ich nach deinen Angaben ( FAKE ? ) zu deiner Person in deinem Profil gelesen zu haben
"Berufsbezeichnung Konstrukteur/CAM-Programmierer"
"Tätigkeitsfelder CAM-Programmierung, Arbeitsplanung / Arbeitsvorbereitung, CAD-Konstruktion / Entwicklung" !?
Selberverständlich hat CAM Programmierung nur im entferntesten etwas mit CNC Code und CNC Maschinen zu tun, sorry dass ich das vergessen hatte.

ZITAT
ZITAT

-Und du zeigst hier genau das Verhalten, was viel sich inzwischen angewöhnt haben !
"Ich komme von der Hochschule und Ideen die von unten kommen können nichts taugen"

Ich habe keine Ahnung wie du darauf kommst, dass ich einen Hochschulabschluss habe.

PS: es ist nichts schlechtes, auf einer Hochschule gewesen zu sein thumbs


ZITAT
Und erst recht bin ich kein Mathematiker und Zweifler.
Also bleib doch bitte was sachlich, was das Thema angeht.

Warum hast du aber behauptet, dass ich grundsätzlich gegen jede Art von Veränderung bin ?
Weil ich in meinem Arbeitsleben vielleicht schon mehr als eine dieser LEAN oder Optimierungsexperimente miterleben durfte ?
Wenn du es Dir zum ansehen machst, jede Kritik an diesen Systemen, nicht für weitere Verbesserungen zu nutzen, sondern lieber mit ( oh wie soll das einer Verstehen "Interessen / Hobbys Prozessoptimierung" / "Status Angestellter" und
ZITAT
Bin übrigens kein Vertreter dieses Thema's, interessiere mich einfach nur dafür.
)
Sorry bin ich da auf Ungereimtheiten gestoßen ...

Wenn man anhand von REAL Beispielen aufzeigt, dass diese Systeme auch schwächen haben, sollte Du daraus lernen warum diese Schwächen zu solchen gravierenden von allen Kosten aufwerfenden Problemen führen.

Erst wenn du den gesamten Prozess vom der Rohwarenanlieferung bis zum Versand beherrschst, kann du auch Optimieren. Wenn du nicht weist, warum an der Stelle ( egal wo jetzt in der Prozess- und Wertschöpfungskette ) der Arbeitsgang jetzt genau so ausgeführt wird, und welchen Hintergrund die Handlungen der Werktätigen haben, wirst du Grundsätzlich auf Gegenwehr stoßen.
Dazu heist es auch mal das Ohr an der Basis zu haben, die Kollegen treffen und sehen sich jeden Tag, teilweise wird sogar im Rahmen eines Informationsaustausches über Probleme gesprochen, hier entwickeln sich dann Taktiken, die intern auf unterster Ebene zu Dingen oder Abläufen führen die den "Oberen" nicht verständlich sind.

In einem Betrieb der zwar KVP nutzt, oder zumindestens im ersten Schritt ( Abgabe des Verbesserungsvorschlages ) , aber dann auch der Werker sieht, dass genau diese verantwortlichen Leute die einem ohnehin schon mit den Alltagsproblemen alleine oder hängen lassen, darüber zu befinden haben, ob der KPV Vorschlag umgesetzt wird... Da ist die Moral am BODEN ! Wenn man dann noch sieht, dass weniger als 1/10 aller Vorschläge überhaupt versucht werden umzusetzen... Das ist wie permanent einen Knüppel zwischen die Beine geschoben zu bekommen.

Dementsprechend sind auch die Reaktionen von Unten.

Leider eine traurige Tatsache in vielen Betrieben !

MFG
Andy

PS Ob Mathematiker oder nicht, zumindestens sollte man rechnen können, ob die Optimierung nicht auch Auswirkungen auf Folgearbeitsgänge hat, bzw ob der dafür notwendige finanzielle Aufwand sich innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens sich auch rechnet bzw, dass Folgekosten nicht die erzielte Einsparung auffressen.
Als Beispiel eine Handbestückung gegen eine Roboter Bestückung.
Robis können 24/7 arbeiten, Robis kosten etwas Geld, der Robis macht das in 3 min, der Mensch braucht 4 min ! Nun braucht der Robi aber auch noch Zuführsysteme für die Rohteile, und das vielleicht in einer stark Staubhaltigen Umgebung. Nun rechne mal selber wink.gif
Wenn zudem noch durch die Staubbelastung es zu Verschleiß der Zuführsysteme kommt, dass diese regelmäßig aller paar Monate überholt werden müssen....

Nun rechne mal ganz Spitz





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MfG
Andy

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Beitrag 04.07.2016, 11:43 Uhr
Guest_guest_*
Themenstarter

Gast



Hallo Andy,

im Grunde hast du Recht. Allerdings sprengt es wohl den Rahmen von "Lean Management", dem eigentlichen Thema.
Wie die einzelnen Arbeitsgänge in der Produktion optimiert werden können, ist wohl eher eine technologische Frage. Natürlich sollten auch hier wirtschaftliche und qualitative Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Auch die Arbeitssicherheit kann sich in Form von weniger Arbeitsausfall durch Unfälle rechnen. Da greift das KVP-Konzept am häufigsten.

Hier geht es um die Optimierung der Abläufe in der Prozesskette zwischen einzelnen Arbeitsplätzen und Abteilungen. (vom Angebot bis zum Versand)
Meiner Meinung nach ist hier auch das größte Optimierungs-Potential.
Einwände wie: "Das geht nicht anders", oder "des hend mir scho emmer so gmacht", sollten Geschäftsführer und Verantwortliche sehr kritisch und konsequent hinterfragen. Solche scheinbar "alternativlosen" Abläufe kosten monatlich oft mehr Zeit, Geld und Nerven, als an anderer Stelle in Jahrzehnten wieder eingespart werden könnte.

Nochmal ein Beispiel aus der Praxis:
Die Materialmengen für Drehaufträge stimmten nie. Material war entweder in Massen übrig, oder mußte für ~20% des Auftrags (mit entsprechenden Mindermengen-Zuschlägen und Wartezeit) nachbestellt werden.
Auf Nachfrage in der AV, wie denn diese Berechnung durchgeführt wird, erfuhr ich die Formel:
"Fertig-Teil (1-2g) auf die Waage und 60% Zuschlag für die Zerspanung x Auftragsstückzahl in Kg." Das natürlich unabhängig von Ausgangs-Material oder Werkstücklänge.
Ich habe dann mal eine EXCEL-Tabelle erstellt, eigentlich nur um den Materialbedarf für mich selbst zu überprüfen und ein Argument gegen den Vorwurf: "Zu viel Ausschuß!" zu haben, mit deren Hilfe anhand von spezifischem Materialgewicht, Werkstücklänge, Abstichbreite+Schlichtaufmaß, Reststücklänge, Stangenlänge und Reserve-Stückzahl für Meß- und Einstrellteile, der exakte Materialbedarf berechnet werden kann.
Nach anfänglicher heftiger Gegenwehr setzte der Geschäftsführer den konsequenten Einsatz dieser Tabelle in der AV durch. Resultat: 25% Ersparnis in der Materialbeschaffung ohne Nachbestellungen oder nennenswerte Überbestände.

Das sind aber noch Kleinigkeiten, im Vergleich zu anderen Verschwendungen von Maschinen- und Personal-Kapazitäten.
Einen Blick "über den Tellerrand" sollte Jeder mal von Zeit zu Zeit wagen.
Verbesserungen sollten deshalb möglichst schnell umgesetzt werden um eine kontinuierliche Verbesserung zu erreichen.
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Beitrag 19.01.2017, 18:59 Uhr
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Hi Andy,

danke für die ganzen Stories die du so wiedergibst, geben echt einen guten Eindruck was du so für Erfahrungen sammelst.

Du hast geschrieben, dass in nur wenigen Betrieben Probleme in kleiner Runde besprochen werden und Infos oft nur auf dem Abstellgleis landen...
Ich habe auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Glaubst du, dass es helfen würde, wenn Probleme oder gute Vorschläge von Kollegen einfach per App (so wie bei Whatsapp) gemeldet werden können und dann auf einem Monitor erscheinen, so dass man die dann einmal pro Woche diskutieren kann? Wäre glaube ich auch eine gute Möglichkeit endlich mal gute Vorschläge zu den Herren ganz nach oben zu bekommen, ohne dass da immer noch mehrere Stufen überwunden werden müssen.
Ich denke da z.B. an ne App wie everlean - Was denkst du persönlich darüber?









ZITAT(Andy742000 @ 30.06.2016, 10:21 Uhr) *
Hi

Oder wird hier eventuell der Bock zum Gärtner gemacht ?
Wenn die Grundmeinung von oben schon vorgegeben wird, dass CNC Maschinen bedienen nur Knöppel drücken ist !

Du hast das Bild gesehen ( Fehler Betriebssystem PLC -> Whatsapp ) ... der erste Anbrüller kam vom Meister, was mir einfallen würde die Maschine kaputt zu machen ! Wohlbemerkt Brüller ! Umgangsformen unter den Kollegen und Mitarbeitern ?
Bis es dann mal gelungen ist, für den Fernwartungszugriff die notwendigen Dinge zu installieren, mischte sich dann einer dieser "Schreibtischtäter" ein, und behauptete ohne den Hintergrund und die Fehlermeldung zu kennen, dass der Fehler vom CNC Programm kommt, und das man das Programm anders schreiben müsse ! Das komische war nur, dass der Fehler sporadisch , jedesmal an einer anderen Stelle auftrat !!
Fachkompetenz ???
Nachdem ein älteres Abbild der PLC wieder eingespielt worden war, funktionierte komischer Weise auch das Programm.

Ein anderer Fall, der "Neue" betritt die Werkhalle, geht zum Werker, an einem REIB- Arbeitsplatz, und behauptet doch gleich mal aus der kalten, "Das ist keine Reibahle, sie verwenden das Falsche Werkzeug " wohl bemerkt, zu einem Kollegen der schon über 20 Jahre in dieser Abteilung tätig ist ! Schlimm wenn man eine Dihart Wechselkopf Reibahle nicht von einer normalen Reibahle unterscheiden kann.

Oder ein anderer Fall, eine "Quitsche Badeente" in einem Kühlmittelbecken für eine HF Induktionshärteanlage.
Jeder wird erstmal nichts schlimmes dabei erkennen. Wenn auch nicht üblich in einer industriellen Fertigung, aber diese Ente hatte Ihren Zweck. Das besagte Becken enthielt das Kühlwasser für den Induktionskopf und HF Erzeuger. Nur einem gefiel das ganze nicht. Dem neuen Produktionsleiter. Also Ente weg, und es musste eine Elektronische Wasserstandsüberwachung für dieses Beken installiert werden.
Leider vertrugen diese neuen Sensoren die ganze Sache nicht, Strom und Wasser !
Als dann einige Wochen später diese Anlage sich mit einem doch recht lauten Knall abschaltete, war guter Rat teuer. Die Füllstandsüberwachung zeigte immer noch fast 80 % Füllmenge an. Aber der Test mit dem Besenstiel offenbarte, das Becken war fast leer.
Nun betrat der "BIG" Boss die Fläche und erkundigte sich, warum es zu diesem Ausfall gekommen ist.
Wir erklärten ihm das ganz sachlich.. Und der hatte auch Verständnis warum dieses "Entchen" jahrzehntelang Ihren Dienst als Füllstandsanzeiger hatte. Am besten gefiel mir aber die Reaktion von "Big" Boss. Der Produktionsleiter wurde heranzitiert, und erhielt den Auftrag, umgehend für einen Ersatz der Ente zu sorgen, die auf seine Anweisung entsorgt werden musste. Das ganze war dann doch in einer Form, wo man sagt, "Halte dich aus akustischen Gründen nicht hinter einer startenden MIG auf" !

Hier ist es wohl doch so, dass die wenigsten aus den Führungsetagen wirklich wissen, was unten passiert, und warum manche Dinge so sind wie sie sind. Hier gebe ich dir vollkommen recht.

Ich habe nur wenige Betriebe kennengelernt, wo Probleme in kleiner Runde direkt besprochen wurden, wo jeder gleichberechtigt unabhängig seiner Stellung und Position zu dem Thema an einer Art Runden Tisch frei äußern konnte, durfte oder musste.
Wie gesagt, dass sind Ausnahmen... In der Realität sieht es in vielen Firmen doch so aus, dass weitergegebene Informationen auf einer Art "Abstellgleis" landen, nach dem Motto noch gehts ja ... Und das ist wie auch andere Poster hier zum besten gegeben haben, der Alltag in vielen Firmen.

Das sowas dauerhaft nicht gut geht ist jedem klar. Auch das Lösungen aus solchen "betriebsinternen" selbstgezüchteten Kriesen gebraucht werden ist auch einleuchtend. Aber wie löst man einen solchen Sumpf auf ? In den man die Akteure aus diesen Sumpf mit neuen Aufgaben noch mehr belastet ? Oder versucht das Geflecht dieses Sumpfes aufzubrechen ?

MFG

Andy

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Beitrag 19.01.2017, 19:35 Uhr
Andy742000
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ZITAT(OneTeam @ 19.01.2017, 18:59 Uhr) *
Hi Andy,

danke für die ganzen Stories die du so wiedergibst, geben echt einen guten Eindruck was du so für Erfahrungen sammelst.

Du hast geschrieben, dass in nur wenigen Betrieben Probleme in kleiner Runde besprochen werden und Infos oft nur auf dem Abstellgleis landen...
Ich habe auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Glaubst du, dass es helfen würde, wenn Probleme oder gute Vorschläge von Kollegen einfach per App (so wie bei Whatsapp) gemeldet werden können und dann auf einem Monitor erscheinen, so dass man die dann einmal pro Woche diskutieren kann? Wäre glaube ich auch eine gute Möglichkeit endlich mal gute Vorschläge zu den Herren ganz nach oben zu bekommen, ohne dass da immer noch mehrere Stufen überwunden werden müssen.
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Hi

Ich will Dir auch direkt antworten.
Ob eine APP hilft, eine wirkliche und echte vor allem Offenherzige Kommunikation ( ohne Heuchelei, ohne Mobbing ) zu erzwingen wage ich zu bezweifeln.
Was ist den das wirkliche Problem ?
Kommunikation !
Wenn der MA immer kurz vor knapp auf Arbeit kommt, wird ihm das als Unwillgkeit ausgelegt -> Überwachungsstaat und -Systeme !
Wenn persönliche zT familiäre Bindungen von ganz oben bis in den unteren Führungsbereich bestehen, wie will man dagegen vorgehen ?
Wenn das Potenzial einer neuen Technologie sich nicht ohne weiteres in die vorhandene IT Infrastruktur integrieren lassen ?

Wer bewertet schließlich und schlußendlich dann doch alle Vorschläge aus der App, die ja irgendwo auflaufen muss ?

Ich habe LSS kennengelernt ! Der Projektvorantwortliche kennt das Problem, man nimmt einen Fachmann hinzu, und nimmt noch einen eher unbeteiligten dazu... Und schon ist das ganze Projekt von einer Person lenkbar ( nach seinem Gutdünken ) !
Lösungen kommen keine zustande. Geld und Arbeitszeit wird mit sinnlosen Maßnahmen verschwendet.

Wenn sich bei solchen Maßnahmen ua auch KFP nicht mit fachfähigen Personal besetzt wird, geht das für die Binsen .
Und jetzt komme ich wieder mit der Berufserfahrung an der Maschine !
Teilweise holt uns unser Alttag ein wink.gif Die Technik kommt schneller als das sie einer Begreift oder nutzen kann...

Mir ist der Runde Tisch Angesicht zu Angesicht lieber, als APPS oder nicht vollständig strukturiert und einsetzbare Software .

Der Beitrag wurde von Andy742000 bearbeitet: 19.01.2017, 19:36 Uhr


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MfG
Andy

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