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DMG MORI Forum

DMU50 Spindel/Umrichter defekt - Diagnose zweifelhaft

Beitrag 08.02.2021, 15:52 Uhr
Gilberg
Gilberg
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
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Mitglied seit: 24.10.2019
Beiträge: 16

Moin!

Uns geht eine DMU50 mit Heidenhain iTNC530 beim Spindelstop aus hohen Drehzahlen gelegentlich und zunehmend häufiger in den Not-Aus. Kurz erscheint der Fehler "Stillstandsüberwachung S", dann fährt die Steuerung runter und ich bekomme eine ausführliche Fehlermeldung (ist als Bild angehängt) und die Spindel trudelt aus. Ausmachen, anmachen, geht erstmal wieder...
Der DMG-Service sagte zuerst, es läge am Umrichter und hat uns ein Angebot für einen neuen geschickt.
Der Umrichter (Kompaktumrichter für Spindel und die 3 Linearachsen) wurde allerdings im Herbst erst getauscht, da war's die X-Achse, die Probleme gemacht hat.
Eine andere Firma hat nach meiner Anfrage nochmal Kontakt zu Heidenhain aufgenommen und gesagt, ich solle erstmal eine Isolationsmessung des Spindelmotors machen, da ist Bielefeld nicht drauf gekommen. Das habe ich dann heute mit einem Elektroniker von uns gemacht: Alle drei Spulen gegen Masse (PE) gemessen.
Dabei sind folgende Werte rausgekommen:
Messspannung 100V: 1,2MOhm
Messspannung 500V: 3,0MOhm
Messspannung 1000V: 5,0MOhm, pro Messung jeweils bei allen Spulen der gleiche Wert

Bei der Frage, warum sich der Widerstandswert in Abhängigkeit von der Messspannung ändert, hat mein Kollege etwas rumgedruckst und hat sich tweilweise widersprochen. Er hat auch gleich eingeräumt, dass er sich mit Antriebstechnik nicht gut auskennt und ich wollte ihn irgendwie nicht doof dastehen lassen, aber so richtig trauen tu ich der Messung nun nicht. Ich konnte die Skala leider selbst nicht ablesen, als ich die Pole vom Messgerät an die Kontakte gehalten habe. Kommt euch das auch komisch vor und/oder könnt ihr mir das Zustandekommen der Werte erklären?

Davon ausgehend, dass wenigstens die Größenordnung der Messungen stimmt, habe ich nochmal Rücksprache mit der "freien" Servicefirma und auch DMG gehalten. Der "freie" Techniker hat sich dann selbst nochmal bei einem Elektroniker erkundigt uns sagte mir, dass der Widerstandswert viel zu klein sei und mindestens bei 20MOhm liegen müsse. Dass alle 3 Spulen gleichmäßig schlecht isoliert sind sei ihm auch erstmal komisch vorgekommen, sein Strom-Mensch meinte aber, das käme schonmal vor.
Sein Angebot: Spindel (leider eine Motorspindel) raus, Spulen neu Wickeln, ggf. Umrichter tauschen, falls es den auch zerlegt hat.
DMG's Angebot: Neue Spindel, ggf. Umrichter tauschen...

Dieser Umrichtertausch ist mir nun auch wieder nicht ganz geheuer, weil die Maschine ja bei niedrigen Drehzahlen, ab und zu auch bei hohen, durchaus tut, was sie soll und nicht rumnörgelt. Bielefeld war bei solchen Rückfragen aber dann nicht mehr ganz so freundlich.
In meiner Welt könnte auch der Bremswiderstand oder der Geber von der Spindel die Ursache sein, aber was weiß ich schon...?

Mich würde einfach interessieren, was ihr zu dem Fragenkatalog sagt.

Hätte man nur selbst etwas mehr Ahnung von so Stromkram...
Beste Grüße!

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Beitrag 08.02.2021, 19:50 Uhr
-michael-
-michael-
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Mitglied seit: 21.07.2009
Beiträge: 86

Also irgendwas stimmt mit eurer Isolationsmessung nicht. Normalerweise sinkt der Widerstand bei steigender Prüfspannung.
War die Spindel vom Umrichter abgeklemmt als gemessen wurde ?




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Beitrag 09.02.2021, 13:01 Uhr
Gilberg
Gilberg
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Beiträge: 16

ZITAT(-michael- @ 08.02.2021, 20:50 Uhr) *
Also irgendwas stimmt mit eurer Isolationsmessung nicht. Normalerweise sinkt der Widerstand bei steigender Prüfspannung.
War die Spindel vom Umrichter abgeklemmt als gemessen wurde ?


Ney, das war alles noch angestöpselt. Deshalb haben wir auch nur gegen PE gemessen. Ich hätte halt einfach für eine sattere Datengrundlagen gern auch die Spulen alle gegeneinander gemessen und dafür lieber die Spindel abgeklemmt, bevor ich 1000V "falschrum" auf den Umrichter gebe, oder kann der solche Aktionen ab? Mein Kollege meinte, dass wäre absolut nicht nötig und viel zu aufwendig. Mittlerweile glaube ich, dass er selbst entweder sehr Bock- und/oder sehr Ahnungslos war. Darauf, dass das abklemmen gar nicht im Schaltschrank passieren muss, sondern auch oben an den Anschlüssen an der Spindel geht, bin ich eben erst gekommen. War ja auch Montag gestern...
Mein Kollege hat ein Analogmessgerät angeschleppt. Das hatte irgendwie 3 Skalen und für jede Prüfspannung noch einen Korrekturfaktor.... ich glaube auch immer mehr, dass da menschliches Versagen eine Rolle spielt. Ich besorge mir nochmal ein Messgerät und mache das nochmal ganz in Ruhe. Wird eh nix mit Reparaturauftrag diesen Monat. Kannst du mir trotzdem beipulen, warum der Widerstandswert sich mit der Prüfspannung verändert? Ich dachte, ich messe den ohmschen Widerstand von der Spulenisolierung und der ist doch konstant oder? Sonst könnte ich die Spindel ja reparieren, indem ich nur die Prüfspannung klein genug wähle =)
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Beitrag 09.02.2021, 16:11 Uhr
Stephan EM
Stephan EM
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Beiträge: 669

Hallo,

ihr habt im Endeffekt nur den Umrichter gemessen...
Der Motor muss zur Isolationsmessung abgesteckt werden.
Erst dann sind die Werte plausibel.

Steigt die Spannung beim Bremsen der Spindel an Und der Umrichter schaltet ab. So können sowohl der Umrichter der Bremswiderstand defekt sein.

Oder auch nur die Bremsleistung zu hoch sein. Das kann man aber einstellen.

Grüße Stephan





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Beitrag 09.02.2021, 16:40 Uhr
Gilberg
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Beiträge: 16

ZITAT(Stephan EM @ 09.02.2021, 17:11 Uhr) *
Hallo,

ihr habt im Endeffekt nur den Umrichter gemessen...
Der Motor muss zur Isolationsmessung abgesteckt werden.
Erst dann sind die Werte plausibel.

Steigt die Spannung beim Bremsen der Spindel an Und der Umrichter schaltet ab. So können sowohl der Umrichter der Bremswiderstand defekt sein.

Oder auch nur die Bremsleistung zu hoch sein. Das kann man aber einstellen.

Grüße Stephan


Mensch, da habe ich aber mit einem Vollprofi gearbeitet. Schonmal besten Dank, dann wiederholen wir das Spiel doch die Tage nochmal vernünftig.
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Beitrag 09.02.2021, 16:55 Uhr
drakefighter
drakefighter
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Beiträge: 190

Ich würde den Motor im Schaltschrank abklemmen. Dann habt ihr bei eurer Isolationsmessung die Motorleitungen mit drin.

Gruß Rainer


quote name='Gilberg' date='09.02.2021, 17:40 Uhr' post='498469']
Mensch, da habe ich aber mit einem Vollprofi gearbeitet. Schonmal besten Dank, dann wiederholen wir das Spiel doch die Tage nochmal vernünftig.
[/quote]
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Beitrag 11.02.2021, 12:31 Uhr
Gilberg
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Beiträge: 16

Ok, Motor abgeklemmt, alle Iso-R >100MOhm, sowohl gegen PE, als auch gegeneinander.

Ein Anschluss saß nur handzahm fest und bisher läuft der Hobel. ob's das war?

Endlich weiß ich jetzt mal, wen ich zum Mitarbeiter des Jahres vorschlage =)

Vielen Dank für die Tipps!
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Beitrag 12.02.2021, 17:08 Uhr
Stephan EM
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Vielen Dank für die Rückmeldung.

Grüße Stephan


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Beitrag 13.02.2021, 08:40 Uhr
Durchdreher22
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Beiträge: 20

Servus, ich hatte letztes Jahr den gleichen Fehler. Wie alt ist die Maschine und welche Spindel ist verbaut? Spin Up und 10000U/min?
Bei mir war’s der Spindelgeber. Das ging bei mir über Jahre bis August 2020 dann ging sie nicht mehr einschalten.

Gruß Gerhard
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