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Abstechhalter als Anschlag für die Stange

Beitrag 09.02.2021, 11:36 Uhr
V-M-X
V-M-X
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Hallo Zusammen, da bin ich wieder mit meinen Fragen. Ganz kurz zum Problem: Bei unseren Star-Maschinen (SR32 Serie) wird der Abstechhalter als Anschlag für die Stange benutzt. Folge ist, dass im Monat (2-3 Monate) immer wieder einige Halter kaputt gehen, weil die Stangen wohl dagegen knallen (Stangenlader funktionieren wohl nicht ganz einwandfrei oder wir als Mitarbeiter stellen es nicht richtig ein, weiß ich jetzt nicht ganz genau). Ich bin neu im Betrieb, aber mir wurde gesagt, dass es schon immer so gemacht wurde und ... naja, das ist halt immer diese Aussage die ich auch nicht verstehe. Ich wollte mal nur nachfragen wie ihr es macht oder ob ihr auch ähnliche Probleme hattet und sie nun gelöst habt. Über eine informative Diskussionsrunde würde ich mich freuen.

Viele Grüße
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Beitrag 09.02.2021, 12:22 Uhr
Hengst-Kessler
Hengst-Kessler
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Beiträge: 9

Hey V-M-X,

also normal ist das auf keinen Fall!!

Was habt ihr denn für einen Stangenlader und welche Abstechbreite hast Du im Einsatz?
Sind Deine Abstechplatten geschraubt oder nur eingepresst?

Bei FMB gibt es im Menü einen Wert, bei dem Du den Druck einstellen kannst, wenn die Hauptspannzange offen ist.
Das heißt, sobald die Spannzange zum Nachsetzten öffnet, hält der Stangenlader mit diesem Druck die Stange gegen deinen Abstecher.
Ist dieser Druck zu hoch eingestellt und ist deine Abstechklinge sehr schmal, kann es den Abstecher verbiegen bzw. die Platte aus dem Halter drücken. Ist dieser Wert zu niedrig, dann zieht die Hauptspannzange das Material mit zurück, obwohl die Zange auf ist.

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit die vielleicht sein könnte.
Sollte Deine Hauptspannzange zu träge öffnen, kann es passieren, dass beim Nachfassen die Stange ein Stück zurückgeschoben wird.
Sobald nun die Zange ganz geöffnet ist, knallt sie dieses Stück nach vorne (ist mir schon passiert).
Bitte prüfe in diesem Fall mal Deine Druckhülse, die Spannzange selber und die Spannfinger deiner Knackenspannung.
Kann sein das da was getauscht werden muss.
Du kannst auch eine ganz kurze Verweilzeit nach dem öffnen der Zange Programmieren, bevor Deine Hauptspindel zurückfährt. Meist Reicht da 0,1 bzw. 0,2 sekunden.

Viele Grüße.
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Beitrag 09.02.2021, 15:27 Uhr
nico1991
nico1991
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Beiträge: 503

Hallo,

wir fahren auch sehr oft den Abstechstahl als Anschlag auf einer klassischen Revolvermaschine. Es geht schneller als ein separater Anschlag und spart einen Werkzeugplatz. Dabei nutzen wir aber nicht den "stechenden" Bereich des Abstecher, sondern hinten den Schaft. Dazu fahren wir einfach in X unter die Drehmitte (Beispielsweise X-80.)

Da gab es noch nie Probleme. Machen wir zum Beispiel oft mit 20er Stangen und 25er Quadrathalter. Andere Abstechschwerter machen das bei uns auch mit, wenn man nur weit genug unter die Drehmitte fährt und den stabilen Teil als Anschlag nutzt. Gegen die Schneide oder den "dünnen" Teil schlagen wir nie an.

Nico
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Beitrag 09.02.2021, 18:37 Uhr
V-M-X
V-M-X
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Beiträge: 34

Das sind schon mal gute Ansätze, werde ich mal ausprobieren bzw. auch prüfen. Die Stangenlader sind von FMB. Ich habe auch zwischenzeitlich überlegt einen anderen freien Platz mit irgendeinem Halten zu belegen und es dann als Anschlag zu benutzen. Unser Fertigungsleiter meinte, dass es dann zu längeren Zykluszeiten führen wird, sonst nichts (zum Teil hat er ja auch Recht, es sind schon größere Stückzahlen).

Da habe ich gleich noch eine Frage zu den manlosen Schichten: Wie macht ihr es mit dem Werkzeugwechsel? Sprich wenn ich z.B. um 22 Uhr die Werkzeuge gewechselt habe, dann muss ich ja in der Regel noch mindestens eine Stunde da bleiben, wegen Verschleiß und Wärmerückgang. Sprich ich muss dann ständig korrigieren bis es das Mass stabil ist. Habt ihr da auch welche Tricks auf Lager um es zu beschleunigen?

Grüße
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Beitrag 09.02.2021, 19:36 Uhr
MikeE25
MikeE25
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ZITAT(V-M-X @ 09.02.2021, 12:36 Uhr) *
Hallo Zusammen, da bin ich wieder mit meinen Fragen. Ganz kurz zum Problem: Bei unseren Star-Maschinen (SR32 Serie) wird der Abstechhalter als Anschlag für die Stange benutzt. Folge ist, dass im Monat (2-3 Monate) immer wieder einige Halter kaputt gehen, weil die Stangen wohl dagegen knallen (Stangenlader funktionieren wohl nicht ganz einwandfrei oder wir als Mitarbeiter stellen es nicht richtig ein, weiß ich jetzt nicht ganz genau). Ich bin neu im Betrieb, aber mir wurde gesagt, dass es schon immer so gemacht wurde und ... naja, das ist halt immer diese Aussage die ich auch nicht verstehe. Ich wollte mal nur nachfragen wie ihr es macht oder ob ihr auch ähnliche Probleme hattet und sie nun gelöst habt. Über eine informative Diskussionsrunde würde ich mich freuen.

Viele Grüße


Der Stangenlader arbeitet bestimmt pneumatisch und irgendwo kann man den Druck einstellen. Würde ich auf jedenfall nicht zu knackig einstellen denn wenn der es Schaft einen Abstechhalter zu ruinieren, wird das auf Dauer auch den Revolver oder sogar die Führungen schädigen.
Und als Anschlag empfehle ich was gedämpftes - sowas kann man auch selbst mit solchen Gummipuffern basteln:


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Beitrag 10.02.2021, 07:52 Uhr
Hengst-Kessler
Hengst-Kessler
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Beiträge: 9

Leider ist das beim Langdrehen eine etwas andere Ausgangslage.

Da durch den Abstecher gleichzeitig auch der Nullpunkt bzw. das Aufmaß zum Plandrehen für das nächste Bauteil hergestellt wird muss das schon extrem genau sein. Wir reden hier manchmal von 0,05 bis 0,1mm.
Auch wird meist in den Initalisierungsprogrammen der Abstecher (T1) als Referenz genommen. Kommt ihr hier mit einer anderen Werkzeugnummer ist das nur mit erheblichem Aufwand und Fachwissen möglich.
Der Fertigungsleiter hat ebenfalls recht, da dies Zeitlich eine Rolle spielt, und beim Langdrehen meist die Sekunden gesucht werden.

Wie oben beschrieben, denke ich das es an dem Druck fürs Nachschieben liegt.
Eine weitere Möglichkeit ist auch, dass ihr auch nicht das optimale Abstechwerkzeug benutzt.
Es gibt verstärte Halter, Halter mit kürzerer Auskragung oder geschraubte System.
Auch kann das Werkzeug durch Verschleiß (wechselt ihr rechtzeitig die Platte?) schon vor dem eigentlichen Problem schon defekt sein.

Habt ihr das Problem nur auf einer Maschine, oder kommt das auch auf anderen Anlagen vor?
Ist es immer beim gleichen Bauteil und habt ihr viele verschiedene Durchmesser?
Wie alt ist den der Stangenlader und die Maschine?


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Beitrag 10.02.2021, 13:00 Uhr
Hengst-Kessler
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ZITAT(V-M-X @ 09.02.2021, 18:37 Uhr) *
Da habe ich gleich noch eine Frage zu den manlosen Schichten: Wie macht ihr es mit dem Werkzeugwechsel? Sprich wenn ich z.B. um 22 Uhr die Werkzeuge gewechselt habe, dann muss ich ja in der Regel noch mindestens eine Stunde da bleiben, wegen Verschleiß und Wärmerückgang. Sprich ich muss dann ständig korrigieren bis es das Mass stabil ist. Habt ihr da auch welche Tricks auf Lager um es zu beschleunigen?

Grüße


Meist liegen die Maßschwankungen gar nicht so am Wärmegang der Maschine, außer die Maschine steht sehr lange beim Wechsel.
Das Hauptproblem sind hier die Wendeplatten, da die sich erst "einarbeiten" müssen.
Dies liegt Hauptsächlich an den Beschichtungen von den Wendeschneidplatten.
Hast Du eine CVD Beschichtung, ist der effekt sogar noch stärker, als bei einer dünner Beschichteten PVD Schicht.
Da das Maß in der Regel beim Aussendrehen mit der Zeit größer wird, würde ich das Maß bei einer neuen Platte eher auf die untere Toleranz einstellen.
Wenn die Toleranzen jedoch sehr eng sind, wird sich eine Überwachung für eine gewisse Zeit nicht vermeiden lassen.

Weitere Faktoren die Maßschwankungen hervorrufen sind aber natürlich auch Wärmegang, Maschinenzustand, CNC-Programm, Werkstoff, Werkzeug und Führungsbuchse.

Viele Grüße.

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Beitrag 15.02.2021, 20:55 Uhr
V-M-X
V-M-X
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So vielen Dank für die ausführliche Hilfe, ich werde das mal beobachten wie die Platten sich verhalten. Ja das ist manchmal ärgerlich, wir habe schon überlegt die Platten tagsüber schon mal rein und raus machen (so nach 60 Min), sodass die Platten schon eine Weile sich "eingearbeitet" haben. Werde ich ausprobieren und berichten ob es was bringt.

Viele Grüße
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