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Bohrung H6 erhalten durch Pressen

Beitrag 15.11.2019, 21:02 Uhr
OHAVOMGAS_1905
OHAVOMGAS_1905
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*
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Beiträge: 11

Hallo,

Kann man aus Material Kupfer eine Bohrung H6 pressen?

Ausgangslage:

Kupfer in Pulverform wird zwischen einer Vorrichtung mit einer Bolzen ( hat die Passung von Bohrung) mit einer zweiten Vorrichtung von oben gepresst.

Wenn man es danach ausformt sollte ja der Bohrung mit H6 vorhanden sein weil ja der Aussendurchmesser von Bolzen den Toleranz von Bohrung H6 hat.

Wichtig: man formt es in heißen Zustand aus.

Danke für die ersten Rückmeldungen.

Mit freundlichen Grüßen

OhavomGas
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Beitrag 18.11.2019, 16:45 Uhr
Hawky
Hawky
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Beiträge: 371

ZITAT(OHAVOMGAS_1905 @ 15.11.2019, 21:02 Uhr) *
Wichtig: man formt es in heißen Zustand aus.


Mal ne Frage: Weißt du was H6 bedeutet? Die Toleranz ist über 6mm bis 10mm sage und schreibe 9 Tausendstel mm. Bei größeren Durchmessern wirds auch nicht viel mehr (30-50mm 16 µm). Die meisten Leute können H6 nicht mal messen!
Was allerdings das größte Problem sein wird: Wie kann man den Kern aus dem Kupfer ziehen. Da ist die Toleranz sofort weg wegen Ziehriefen etc.
Auch die Temperatur ist ein Problem. Wie groß macht man den Kernstift? Noch ein Temperaturproblem: Der Längenausdehnungskoeffizient ist in Stahl kleiner als in Kupfer. Das heißt das Kupfer pappt da drauf....




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Beitrag 18.11.2019, 17:01 Uhr
brueckmeister
brueckmeister
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Mitglied seit: 21.08.2013
Beiträge: 126

Ziemlich sportliches Unterfangen.

wird so mMn. nicht funktionieren,

von der Formtoleranz und der Oberflächengüte nach dem rausziehen kannst du froh sein vielleicht bei H13/H14, oder so zu landen.


mfg
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Beitrag 18.11.2019, 17:35 Uhr
CNCFr
CNCFr
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Beiträge: 1.345

Das Verfahren als solches ist ja nicht unbekannt.
Ich hatte vor etlichen Jahren mal am Rande mit diesem Fertigungsverfahren (Herstellung von Sinterteilen) zu tun, allerdings nur mit Stahl, nicht mit Kupfer, weiß aber zu wenig darüber, welche Genauigkeiten erreichbar sind.
Ein Aspekt, der hier gar nicht erwähnt wurde: Nach dem Pressen hat man einen sogenannten Grünling, der nicht stabil ist. Wenn man den fallen lässt hat, man wieder Pulver. D.h. das Teil muss in einem Ofen gesintert werden, damit es belastbar wird. Das führt natürlich zu Maßveränderungen, die man zwar vorab berücksichtigen kann und muss, aber auch da sind gewisse Toleranzen unvermeidbar. Wenn man versucht, das ohne Erfahrung zu machen, wird man teures Lehrgeld bezahlen müssen.
Die Genauigkeit lässt sich verbessern, indem das fertig gesinterte Teil nochmals in einem Kalibrierpressgang gepresst wird. Auch hier kann ich keine konkreten Zahlen liefern, welche Genauigkeitsverbesserungen durch das Kalibrieren erreicht werden können.
Das ganze Verfahren ist normalerweise wegen der teuren Presswerkzeuge nur in der Massenfertigung sinnvoll einsetzbar.
Man sollte sich dazu mit einem Hersteller von Pulvermetallpressen in Verbindung setzen. Die können Aussagen zu erzielbaren Genauigkeiten und Kosten mache.
Selbstgebastelte Lösungen halte ich für ausgeschlossen. Der ganze Prozess setzt schon eine Menge Erfahrung voraus.
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Beitrag 19.11.2019, 09:28 Uhr
Hawky
Hawky
Level 4 = IndustryArena-Meister
****
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Mitglied seit: 28.05.2013
Beiträge: 371

ZITAT(brueckmeister @ 18.11.2019, 17:01 Uhr) *
von der Formtoleranz und der Oberflächengüte nach dem rausziehen kannst du froh sein vielleicht bei H13/H14, oder so zu landen.


H13 ist ja mehr als doppelt so gut wie H6... ...... schnell weg..... tounge.gif
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Beitrag 19.11.2019, 17:00 Uhr
MikeE25
MikeE25
Level 7 = IndustryArena-Professor
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Beiträge: 1.118

In Kupfer würde ich nicht mit dem teuren Sinterpulver arbeiten sondern gleich das Vollmaterial formen.
Dann wäre auch H6 machbar.
Sind aber je nach Geometrie viele Formvorgänge nötig, z.T. auch mit zwischenglühen. In Massenproduktion aber durchaus üblich.
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