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Edelstahl schleifen, Schleifscheiben

Beitrag 10.11.2016, 19:51 Uhr
norbertrehbacher
norbertrehbacher
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Beiträge: 18

Hallo , ich soll Edelsstahlscheiben mit einem Durchmessser 90 mm und einer Stärke von 2 mm auf 1,5 mm schleifen. Wir haben eine Diskus DDS 750 Schleifmaschine. Die ersten Versuche waren sehr schlecht . Ich habe einen 80 H Schleifscheibe ( Korrund Bindung)von Naxos genommen.
Wer hat erfahrung mit Edelstahl schleifen.
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Beitrag 10.11.2016, 21:53 Uhr
Schleifgott
Schleifgott
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Beiträge: 146

Hallo Norbert,
kannst Du bitte ausführlichere Angaben über die Probleme des Schleifens machen (Oberfläche, Abtragseffektivität, Verzug, Spannschwierigkeiten usw.)
Gruß SG
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Beitrag 15.11.2016, 23:44 Uhr
norbertrehbacher
norbertrehbacher
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
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Beiträge: 18

ZITAT(Schleifgott @ 10.11.2016, 21:53 Uhr) *
Hallo Norbert,
kannst Du bitte ausführlichere Angaben über die Probleme des Schleifens machen (Oberfläche, Abtragseffektivität, Verzug, Spannschwierigkeiten usw.)
Gruß SG

Hallo, erstmal sorry das ich mich was später auf Deine Antwort melde, war ein paar Tage krank.
Wir haben heute einen neuen Versuch gefahren mit einem Stein von der Fa. Saint Gobain. Wir haben die Sorte 22A 8061 18B165407 genommen. Vielleicht kennst Du ja die Firma und die Bezeichnung. Die genaue Bezeichnung des Edelstahl ist X 6 Cr 17 .
Eins vorweg , mit diesem Stein lief es besser aber noch bei weitem nicht ausreichend. Das Problem ist das sich nach 300 Teilen sich der Stein zusetzt und abgerichtet werden muß. Das Maß läuft dann auch weg. Wir haben auch eine recht hohe Zustellung von 5my auf beiden Steinen und das bei einem abtrag von 0,1 mm. Es ist das erstemal das wir Edelstahl schleifen.
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Beitrag 16.11.2016, 20:23 Uhr
Schleifgott
Schleifgott
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Beiträge: 146

Hallo Norbert,
erstmal wünsche ich Dir gute Besserung.

Ich kenne die Fa. Saint Gobain, kenne aber nicht das einzelne Produkt, was du angegeben hast.

Das Material ist sehr zäh und nicht so gut in Sachen Zerspanbarkeit.

Folgende Versuche würde ich anstreben, um das Schleifen günstig zu beeinflussen.

1. Die Schnittgeschwindigkeit der Schleifscheibe verringern
Dies verringert die Wirkhärte der Schleifscheibe beim Schleifprozess. Das heißt die Scheibe wirkt durch die Verringerung der Drehzahl in ihrer Struktur weicher, nutzt sich leichter ab und der Selbstschärfungseffekt der Schleifscheibe erhöht sich (stumpfe Schleifkörner verlassen leichter Verbund der Bindung und frische scharfe Schleifkörner kommen an die Oberfläche) Dies verringert auch das Zusetzten der Schleifscheibe.

2. Silicium-Carbid-Schleifscheibe versuchen
Die Silicium-Carbid-Schleifscheibe hat von Grund auf eine weichere Bindung und damit einen begünstigten Selbstschärfungseffekt.

3. Zustellung erhöhen
Auch Schleifscheiben brauchen einen ausreichenden Spandruck.

4. Vorschubgeschwindigkeit erhöhen
Dies kann ebenfalls zur Verringerung des Zusetzten führen.

5. Schleifscheiben mit großen und einer höheren Anzahl an Poren verwenden.
Dies begünstigt die Spanbildung und verbessert den Kühleffekt beim Schleifprozess.

5. Kühlmittel kontrollieren bzw. anpassen
Die Konzentration des Kühlschmierstoffes sollte im unteren Bereich liegen. Ein zu fettes Kühlmittel kann zu Verklebungen der Poren, das Zusetzen der Schleifscheiben begünstigen und im Endeffekt zum „Brennen“ beim Schleifprozess führen.

6. Ideal Abrichten.
Ein zu langsames Abrichten bzw. Leerdurchfahren stumpft die Schleifkörner der Schleifscheibenoberfläche ab. Zügiges Überfahren des Abrichtdiamanten über die Oberfläche der Schleifscheibe hält die Schleifscheibe scharf, die stumpfen Schleifkörner werden aus ihren Verbund gelöst. Zustellung beim Abrichten 0,02-0,04mm pro Durchlauf. Auf keinen Fall danach leer Durchfahren.

Gruß SG
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Beitrag 17.11.2016, 00:21 Uhr
norbertrehbacher
norbertrehbacher
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Beiträge: 18

ZITAT(Schleifgott @ 16.11.2016, 20:23 Uhr) *
Hallo Norbert,
erstmal wünsche ich Dir gute Besserung.

Ich kenne die Fa. Saint Gobain, kenne aber nicht das einzelne Produkt, was du angegeben hast.

Das Material ist sehr zäh und nicht so gut in Sachen Zerspanbarkeit.

Folgende Versuche würde ich anstreben, um das Schleifen günstig zu beeinflussen.

1. Die Schnittgeschwindigkeit der Schleifscheibe verringern
Dies verringert die Wirkhärte der Schleifscheibe beim Schleifprozess. Das heißt die Scheibe wirkt durch die Verringerung der Drehzahl in ihrer Struktur weicher, nutzt sich leichter ab und der Selbstschärfungseffekt der Schleifscheibe erhöht sich (stumpfe Schleifkörner verlassen leichter Verbund der Bindung und frische scharfe Schleifkörner kommen an die Oberfläche) Dies verringert auch das Zusetzten der Schleifscheibe.

2. Silicium-Carbid-Schleifscheibe versuchen
Die Silicium-Carbid-Schleifscheibe hat von Grund auf eine weichere Bindung und damit einen begünstigten Selbstschärfungseffekt.

3. Zustellung erhöhen
Auch Schleifscheiben brauchen einen ausreichenden Spandruck.

4. Vorschubgeschwindigkeit erhöhen
Dies kann ebenfalls zur Verringerung des Zusetzten führen.

5. Schleifscheiben mit großen und einer höheren Anzahl an Poren verwenden.
Dies begünstigt die Spanbildung und verbessert den Kühleffekt beim Schleifprozess.

5. Kühlmittel kontrollieren bzw. anpassen
Die Konzentration des Kühlschmierstoffes sollte im unteren Bereich liegen. Ein zu fettes Kühlmittel kann zu Verklebungen der Poren, das Zusetzen der Schleifscheiben begünstigen und im Endeffekt zum „Brennen“ beim Schleifprozess führen.

6. Ideal Abrichten.
Ein zu langsames Abrichten bzw. Leerdurchfahren stumpft die Schleifkörner der Schleifscheibenoberfläche ab. Zügiges Überfahren des Abrichtdiamanten über die Oberfläche der Schleifscheibe hält die Schleifscheibe scharf, die stumpfen Schleifkörner werden aus ihren Verbund gelöst. Zustellung beim Abrichten 0,02-0,04mm pro Durchlauf. Auf keinen Fall danach leer Durchfahren.

Gruß SG

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Beitrag 17.11.2016, 00:24 Uhr
norbertrehbacher
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ZITAT(Schleifgott @ 16.11.2016, 20:23 Uhr) *
Hallo Norbert,
erstmal wünsche ich Dir gute Besserung.

Ich kenne die Fa. Saint Gobain, kenne aber nicht das einzelne Produkt, was du angegeben hast.

Das Material ist sehr zäh und nicht so gut in Sachen Zerspanbarkeit.

Folgende Versuche würde ich anstreben, um das Schleifen günstig zu beeinflussen.

1. Die Schnittgeschwindigkeit der Schleifscheibe verringern
Dies verringert die Wirkhärte der Schleifscheibe beim Schleifprozess. Das heißt die Scheibe wirkt durch die Verringerung der Drehzahl in ihrer Struktur weicher, nutzt sich leichter ab und der Selbstschärfungseffekt der Schleifscheibe erhöht sich (stumpfe Schleifkörner verlassen leichter Verbund der Bindung und frische scharfe Schleifkörner kommen an die Oberfläche) Dies verringert auch das Zusetzten der Schleifscheibe.

2. Silicium-Carbid-Schleifscheibe versuchen
Die Silicium-Carbid-Schleifscheibe hat von Grund auf eine weichere Bindung und damit einen begünstigten Selbstschärfungseffekt.

3. Zustellung erhöhen
Auch Schleifscheiben brauchen einen ausreichenden Spandruck.

4. Vorschubgeschwindigkeit erhöhen
Dies kann ebenfalls zur Verringerung des Zusetzten führen.

5. Schleifscheiben mit großen und einer höheren Anzahl an Poren verwenden.
Dies begünstigt die Spanbildung und verbessert den Kühleffekt beim Schleifprozess.

5. Kühlmittel kontrollieren bzw. anpassen
Die Konzentration des Kühlschmierstoffes sollte im unteren Bereich liegen. Ein zu fettes Kühlmittel kann zu Verklebungen der Poren, das Zusetzen der Schleifscheiben begünstigen und im Endeffekt zum „Brennen“ beim Schleifprozess führen.

6. Ideal Abrichten.
Ein zu langsames Abrichten bzw. Leerdurchfahren stumpft die Schleifkörner der Schleifscheibenoberfläche ab. Zügiges Überfahren des Abrichtdiamanten über die Oberfläche der Schleifscheibe hält die Schleifscheibe scharf, die stumpfen Schleifkörner werden aus ihren Verbund gelöst. Zustellung beim Abrichten 0,02-0,04mm pro Durchlauf. Auf keinen Fall danach leer Durchfahren.

Gruß SG

Hallo , ich danke Dir für die Info. Werde morgen direkt mal mit unserem Scheiben Lieferanten sprechen. Melde mich dann noch mal in den nächsten Wochen was dabei rausgekommen ist.

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