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Hitachi Seiki HT20-S2, 1989, Schmierung Spindellager, Wie zum Teufel werden die Lager geschmiert ?

Beitrag 27.02.2020, 08:01 Uhr
hanmon
hanmon
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Beiträge: 4

Hallo,

ich besitze seit fast 15 Jahren o.g. Maschine und nutze diese zu Hobbyzwecken wenige Male im Jahr.
Bis auf ein paar elektrische Probleme mit alten Elkos in den Servocontrollern oder mal hier oder da wackelnden Kabeln bzw. Schaltern macht mir das Maschinchen keine Probleme.
Da ich nun generell mal schauen wollte was man mal so an Wartungsarbeiten durchführen sollte, bin ich über die Spindellagerung gestolpert.
In den Handbüchern ist dazu absolut NICHTS vermerkt. Hydraulikanlage, Zentralschierung, Linearführungen, Kugelumlaufspindeln etc. werden mit Ölsorten aufgeführt. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, das die Spindellager über die Zentralschmierung mit versorgt werden.
Am Spindelstock ist aber keine Ölleitung o.ä. angeschlossen, zumindest sehe ich nichts.

Kann das denn sein ? Kann mir da jemand genaueres zu sagen ?

Grüße
Hanno
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Beitrag 27.02.2020, 08:34 Uhr
Rainer60
Rainer60
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Hoi Hanno
Dann wird es sich um eine fettgeschmierte Spindel handeln. Da wird beim Einbau das passende Spindellagerfett in der richtigen Menge zugegeben und nicht weiter geschmiert (Lifetime-Schmierung). Das Fettart richtet sich nach der grösse und Einsatzdrehzahl des Wälzlagers. Die Fettmenge beträgt rund 15% des Wälzlagerfreiraumes, welcher in den Spindellagerspezifikationen angegeben ist. Ich nehme eine Spritze und fülle Fett ein. Drücke dann bis zum gewünschten Volumen das Fett zurück in den Topf. Mit der Spritze kann das Fett zielgenau in die Zwischenräume eingebracht werden. Eine Spindelzerlegung gleicht einer Operation am offenen Herzen und sollte wohlüberlegt sein. Die anschliessende Vorspannung ist der heikle Part. Bei einer Neulagerung muss das Einlaufprozedere beachtet werden.

Wie schaut es denn mit dem Spiel aus? Kannst was erkennen wenn die Messuhr anstellst? Darauf achten dass die Messuhr am Spindelkopf anbringst, sonst lügt es Dich je nach Maschinenaufbau an.


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Gruss Rainer

"Es gibt immer eine Lösung - manchmal auch eine Andere"l
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Beitrag 27.02.2020, 10:15 Uhr
hanmon
hanmon
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Beiträge: 4

Hallo Rainer,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich hatte mir soetwas schon gedacht, aber noch nie bei einer Maschine zuvor gehabt.
Das Spiel wollte ich die Tage mal messen, wenn ich die Spindel warmlaufen lassen kann.
Ich habe zur Zeit die drei Servoendstufen der X-, Y- und C-Achse zerlegt und warte auf die Bauteile zu Neubestückung.
Am Wochenende oder spätestens nächste Woche kann ich dann die Messung durchführen.
Oder wird das Spindelspiel kalt gemessen ? Wie groß darf das denn in etwa sein ?
Messuhr an Spindelnase und dann mit einem Hebel in Messrichtung Kraft ausüben, oder ?
Geräusche machen die Lager nicht, was aber nicht viel bedeutet. Ich hatte mal eine Drehmaschine, bei der geräuschlos 0,5mm Spiel im Lager war, weil sich die Mutter gelöst hatte.

Gruß
Hanno

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Beitrag 27.02.2020, 11:43 Uhr
Rainer60
Rainer60
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Beiträge: 493

Hoi Hanno
Würde erstmal im kalten Zustand messen und anschliessend im Warmen. Die Spindellager sind i.d.R. vorgepannt, sodass kein Spiel vorhanden sein sollte. Je nach Spindelaufbau und wie sich die Wärmequelle auswirkt, kann es sich sowie als auch ergeben. Allzuviel Druck solltest nicht ausüben müssen. Würde erst mal nur von Hand drücken und bei Bedarf einen Hebel leicht ansetzen. Wenn der Zeiger wieder an den Ursprungsort zurückkehrt und von der Gegenseite ebenfalls, dann ist die Lagerung i.O.
Mit dem Fräsbild und der Masshaltigkeit warst zufrieden?


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Gruss Rainer

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Beitrag 28.02.2020, 15:01 Uhr
hanmon
hanmon
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Mitglied seit: 27.02.2020
Beiträge: 4

Hi,

es handelt sich übrigens um eine Drehmaschine ;-)
Bisher war ich mit dem Drehbild zufrieden, ja.
Ich wollte halt schauen ob und wie ich da was warten muss oder kann.
Ich habe gestern die Messuhr am Futter angestellt, eine lange 40er Alustange in die Hohlspindel gesteckt und bis sich diese anfing ordentlich zu verbiegen daran gezogen. NIX, der Zeiger hat nicht mal gezuckt. Spiel m.M. nach nicht messbar.
Ich werde das erstmal alles auf sich beruhen lassen. Obwohl nach 31 Jahren das Fett nicht mehr das beste sein wird.
Die Spindel zu ziehen ist mir jetzt zu viel unnötiger Aufwand. Falls mal ein Lager den Geist aufgeben sollte, lohnt sich das wenigstens ;-)

Gruß

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