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Nachschleifen von Vollhartmetallfräser, Wann lohnt es sich und wann nicht?

Beitrag 05.01.2017, 13:13 Uhr
marteini
marteini
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*
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Mitglied seit: 05.01.2017
Beiträge: 5

Hallo Technikfreunde:

Mich beschäftigt zur Zeit das Thema Nachschleifen von Fräsern. Ab wann lohnt sich das Nachschleifen und wann shmeißt man die Fräser lieber weg. Wie lange dauert das Nachschleifen und geht man eher an die Verschleißgrenze oder gibt man die Fräser frühzeitig zum Nachschleifen.

Wie oft kann man einen Fräser nachschleifen?

Danke für eure Antworten.
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Beitrag 05.01.2017, 14:39 Uhr
Andy742000
Andy742000
Level 7 = IndustryArena-Professor
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Mitglied seit: 15.09.2012
Beiträge: 3.738

Hi

Das hängt von sehr vielen Faktoren ab.
Fräser mit großen Durchmessern lassen sich öfters nachschleifen als kleinere. Das fürs allgemeine.
Je nach dem wie stark der Fräser verschliessen ist, muss man hier auf einige Dinge achten, oder dieses als Auswahlkriterium für die Schrotttonne ansetzen.
Auch wenn man einen Fräser im Umfang nachsetzen kann, verringert sich mit jedem Schleifvorgang auch der Spanraum. Einen Fräser vollständig inkl Spanraum nachzuschleifen lohnt nicht. Würde zudem die Kernstruktur schwächen.

Weiteres Kriterium ist die Ausgangsgeometrie. Viele Fräser haben heute einen dynamischen Drall, bzw auch ein asymetrische Plangeometrie. Ohne genaue Kenntnisse dieser Werte, die meist auch ein Betriebsgeheimnis der Werkzeughersteller sind, wirst du niemals eine vergleichbare Standzeit zu einem Original Werkzeug erreichen. Das betrifft vor allen Schleifdienste. Nachschliffe beim Hersteller sind meist teurer, haben aber den Vorteil, dass sie ähnliche Standzeiten erreichen wie eine Neuwerkzeug.

Nächster Punkt ist die Hartstoffschicht. Man kann nicht ohne Ende neu beschichten, irgendwann mal ist die Schicht dann so dick und porös, dass die Schichten abplatzen können und dabei sogar Hartmetallsubstrat mit ausbricht. Dann ist das Werkzeug endgültig für die Tonne.
Ein Entschichten ist zwar auch möglich, aber steht in keinem realen Preisleistungsverhältnis wenn es sich um einfache Zerspanungswerkzeuge handelt.

Also du siehst eine allgemeine Faustregel wird es nie geben, von garnicht nachschleifbar, bis xxx mal nachschleifbar ist hier fast alles möglich.

Zur Frage Standzeit, und wann tausche ich den Fräser? Eher früher oder lieber später ? Fräser die auf Grund der Größe, Geometrie und des Anschaffungspreises sich nicht zum nachschleifen eigenen -> Fahren bis das Teil bricht wink.gif
Höherwertigere Werkzeuge auch Stufenwerkzeuge, die beim Hersteller nachgeschliffen werden können, gab es mal eine Grundformel, die besagte, wenn die Freifläche eine Verschleißmarke von 0,2 mm aufweist raus, und dann nacharbeiten lassen. Je nach Technologie und was mit dem Werkzeug wie bearbeitet wird, muss das nicht unbedingt die günstigste Lösung sein. Das sollte man von Fall zu Fall entscheiden. Auch ein Nachschliff kostet Geld.


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MfG
Andy

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4 BIT NC, Kugelschrittschaltwerk
Numerik 600 + Lochstreifen
und nun nicht weiter gekommen als bis zur Sinumerik ;-)

PS : Ich hasse R- Parameter ! Aus Rxxx wird unter Beachtung der Mond-Parabel und der "ERDschen" Glockenkurve nach der Division mit PI/8 + Werkhallenhöhe ein neuer sinnvoller Parameter Rxxx

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Beitrag 05.01.2017, 16:07 Uhr
CptFraeser
CptFraeser
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Mitglied seit: 20.09.2014
Beiträge: 560

Hi,
die Nachgeschliffenen kommen bei uns zu den Einzelbearbeitungswerkzeugen...
also für Serienklopferei will ich die nicht mehr haben

Nachschleifen ist bei einem 12er noch grenzwertig, aber OK. Beschichten lohnt sich meist erst ab Ø16.
Wegen der Geometrie:
Moderne Schleifzentren messen die Fräser vorher aus und berechnen das Programm,
so sind auch ungleich geteilte Geometrien kein Problem mehr!

Wie die Originale sind sie dann nicht mehr... das dürfte auch klar sein.
Ich nutze sie nur noch für niedere Schrupparbeiten, wo keine besondere Oberfläche gefordert wird...

Grüße...
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Beitrag 05.01.2017, 16:32 Uhr
Andy742000
Andy742000
Level 7 = IndustryArena-Professor
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Gruppe: Banned
Mitglied seit: 15.09.2012
Beiträge: 3.738

Hi
Ungleiche Geometrie ist weniger das Problem. Ich habe schon bei verschiedenen Schleifdiensten Fräser mit Dynamischen Drall versucht Nachschleifen zu lassen. Vergiß es.
Entweder die Kosten waren so hoch, wegen dem höheren Aufwand, dass man gleich neue kaufen kann. Oder die Qualität war so miserabel das die nichtmal 10% der Standzeit hatten. Und wenn du solche Konstrukte wie von Schleifgott hast, hat der normale Werkzeugschleifdienst keine Chance mehr. Selbiges trifft auch auf die Beschichtungen zu.

Wie schon erwähnt. Standard kann fast jeder. Sonder- oder Hochtechnologie nur vom Originalgetreuer.

Schönen Abend


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MfG
Andy

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