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Rundlauf an einer Drehmaschine

Beitrag 26.03.2020, 16:18 Uhr
nuding492
nuding492
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
*
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Mitglied seit: 12.10.2019
Beiträge: 6

Guten Tag.

Ich bin auf der Suche nach einer "generellen Aussage" zur Auftragsvergabe bzw. Annahme. Und der Überlegung eine Maschine anzuschaffen.

Welche Rundlaufgenauigkeit kann man den an einer Drehmaschine erreichen ?

- harten Backen
- ausgedrehten Backen
- Spannzange

bei einfachem umspannen.

Ist es realistisch damit Rundläufe unter 0.01mm zu erreichen? Oder müsste man da zwischen Spitzen überdrehen bzw schleifen?

Wenn ich mich recht erinnern kann hieß es in der Ausbildung 0,05 bei einem Teil auf Umschlag ?

Vielen Dank!

Grüße
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Beitrag 26.03.2020, 16:33 Uhr
gantner
gantner
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**
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Mitglied seit: 04.12.2006
Beiträge: 97

Hallo,
also mit ausgedrehten backen bekommst du bestimmt auf einen rundlauffehler von unter 0,05mm.
0,01ist Sportlich, hab ich aber auch schon geschafft. Muss ich aber dazu sagen, da war die Maschine komplett frisch überholt. Meistens bin ich mit überdrehten backen bei 0,02-0,03.
Bei Einzelteilfertigung, bei Serie sieht das glaube ich auch schon wieder anderst aus.
Gruß Gantner
Grus Robert
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Beitrag 26.03.2020, 17:03 Uhr
HAINBUCH
HAINBUCH
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Gruppe: Berater
Mitglied seit: 27.01.2008
Beiträge: 309

Guten Tag,

ich versuchs mal und fange so an: Kommt drauf an smile.gif

Krallenbacken werden sicherlich bei 0,03-0,05 liegen - weil, da kommt's meistens nicht drauf an.
Ausgedrehte Backen liegen bei ca. 10-20 µm - wenn du Backen runter nimmst und wieder drauf setzt kann's schon wieder anders aussehen - je nach Güte der Schnittstelle - je nach Backenfutter.
"Spannzange" - wir von Hainbuch sprechen mal ganz gerne von einem "Spannkopf" - falls du das System nicht kennst...Guckst Du

Wir sprechen generell von einem Rundlauf von unter 10µm
=> jetzt geht's aber los: du richtest unser TOPlus-System aus und markierst den Spannkopf zum Spannmittel - da liegen wir sicher bei 6-8µm - etwas Fingerspitzengefühl und Übung ist gefragt! => wir sprechen von Spannwiederholgenauigkeit.
=> möchtest du "Wechselgenauigkeit" - d.h. ein Spannkopf raus einen neuen SK rein - kann dies bei 6-8 µm sein, muss aber nicht! Ggf. ist neues ausrichten erforderlich. Der gleiche Spannkopf in gleicher Position wird wieder 6-8µm bringen

Du siehst es ist realistisch Rundläufe unter 10µm zu erreichen. Das Umfeld ist zu betrachten.

Kannst du deine Anfrage präzisieren? Wie sieht dein Werkstück grob aus? Welchen Prozess musst du machen. Welchen Rundlauf brauchst du realistisch?

Gruß Achim

Der Beitrag wurde von HAINBUCH bearbeitet: 26.03.2020, 17:04 Uhr


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RUND und ECKIG spannen - immer mit vier Backen!?
InoFlex - das Backenfutter das (fast) alle Formen immer spannt! Stationär oder rotierend.
Klick zu InoFlex........ Klick zum Film
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Beitrag 26.03.2020, 17:33 Uhr
Rainer60
Rainer60
Level 4 = IndustryArena-Meister
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Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 15.11.2014
Beiträge: 512

Hoi
Beim Rundlauf spielt die Rundheit mit rein. Aber gehen wir davon aus dass die Spindellager i.O. sind und die Maschine rund macht.

Meine beste Erfahrung, wenn der Spanndruck beim ausdrehen von Backen identisch ist wie bei der anschliessenden Bearbeitung. Auch die Abstützung beim Ausdrehen sollte in gleicher Spannrichtung erfolgen wie beim anschliessenden Werkstück. Bei Backenfuttern mit mehreren Antrieben sollte auch derjenige Antrieb verwendet werden wie beim ausdrehen. 0.01mm Rundlauf ist so durchaus möglich.


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Gruss Rainer

"Es gibt immer eine Lösung - manchmal auch eine Andere"l
Meine Ratschläge sind kostenlos und müssen nicht angenommen werden...
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Beitrag 26.03.2020, 17:44 Uhr
HAINBUCH
HAINBUCH
Level 4 = IndustryArena-Meister
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Gruppe: Berater
Mitglied seit: 27.01.2008
Beiträge: 309

Ja klar, wenn die Spindellagerung 5µm Formfehler hat dann kommst du nie auf 10µm Rundlauf => guter Einwurf.

Üblich sind meines Erachtens <2µm - lasse mich aber auch gerne korrigieren

Der Beitrag wurde von HAINBUCH bearbeitet: 26.03.2020, 17:44 Uhr


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Beitrag 26.03.2020, 18:02 Uhr
nuding492
nuding492
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
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Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 12.10.2019
Beiträge: 6

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

Dann bin ich mit meiner Annahme, dass 0,02-0,03mm mit Backen möglich sein sollten, ja gar nicht so weit daneben.
Wenn man davon ausgeht das nicht jedes mal Backen ausgedreht werden sondern bereits ausgedrehte verwendet werden.
Jedes Teil mit der Uhr auszurichten ist keine Option, weil zu kostspielig.

Mit Spannzangenfutter von Hainbuch habe ich schon Erfahrungen gesammelt und auch da sind wir aber in der Regel bei minimum 0,02mm.
Was sicher auch mit dem alter der Maschinen zusammenhängt.

Ich habe eine Anfrage von einem Kunden, der gerne eine Welle hätte:

- 330mm lang
- auf beiden seiten Passungen 25h bzw k angedreht, welche mit einer Spitze abgestützt gedreht werden müssen wegen der Länge 120/100mm
- das ganze soll zum Aussen-Durchmesser 28 zu 0,006 Rund laufen.

Meine Idee war nun die Absätze zu drehen und dann die Welle zwischen Spitzen Aussen zu überdrehen, das sollte doch den gewollten Rundlauf bringen ?
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Beitrag 26.03.2020, 19:10 Uhr
HAINBUCH
HAINBUCH
Level 4 = IndustryArena-Meister
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Beiträge: 309

Sorry, den Satz kann ich so nicht stehen lassen
ZITAT
von Hainbuch habe ich schon Erfahrungen gesammelt und auch da sind wir aber in der Regel bei minimum 0,02mm.
biggrin.gif

=> es hängt häufig mit dem eingesetzten Spannmittel von Hainbuch zusammen - da gibt es wesentliche Unterschiede
=> so viel Spindelfehler kannst du normalerweise nicht haben

Zu deinem Problem: Vordrehen, dann alles in einem Prozess zwischen Spitzen fertig drehen.
Stellt sich noch die Frage wie du Drehmoment über Spitzen bringst?! Ein Kunde hat schon Talkum auf die Spitzen gemacht - ohne Spaß, das erhöht den Reibwert.
Wenn's nur eine Welle ist, einfach die Schnittdaten auf's notwendigste reduzieren

Der Beitrag wurde von HAINBUCH bearbeitet: 26.03.2020, 19:11 Uhr


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Beitrag 27.03.2020, 15:46 Uhr
MikeE25
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Bei den kleineren Präzisionsdrehmaschinen mit Spannzangenfutter sind 0,005mm Rundlauf üblich, was meist auch garantiert und unterboten wird.
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Beitrag 28.03.2020, 11:03 Uhr
brueckmeister
brueckmeister
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Hallo zusammen,

Also mit Umspannen auf unter 0,006mm Rundlauf zu kommen ist prozessicher schon ganz schön sportlich. Selbst wenn dein Spannmittel läuft weißt du immer noch nicht wie die eingespannte Welle im Futter, bzw im Zugrohr läuft. Da wird nichts gescheites bei rauskommen.

Vordrehen und zwischen Spitzen schlichten ist halt auch wieder gefummel.

Ich würde die Welle so nur in einem Zug drehen, 30er Rundmaterial von der Stange, kurz ausspannen und vorne schön anzentrieren, Anschlag, Welle rausziehen und Reitstock dagegen, Passung vorn und DM 28 fertig drehen, danach den hinteren DM 25 mit 35 Grad VCGT vorstechen und mit Stechdrehwerkzeug fertig machen, Reitstock weg und auf Fertigmaß abstechen, den Nippel bzw. Die Abstichplanfläche ggf. konventionell abdrehen oder mit dem Schleifer planen.

Mfg
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Beitrag 29.03.2020, 09:48 Uhr
MikeE25
MikeE25
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ZITAT(brueckmeister @ 28.03.2020, 12:03 Uhr) *
Hallo zusammen,

Also mit Umspannen auf unter 0,006mm Rundlauf zu kommen ist prozessicher schon ganz schön sportlich. Selbst wenn dein Spannmittel läuft weißt du immer noch nicht wie die eingespannte Welle im Futter, bzw im Zugrohr läuft. Da wird nichts gescheites bei rauskommen.


Mit Spannzangenfutter und Kurzstangenlader bekommt man das hin.
Natürlich muss alles passen und crashfrei sein smile.gif
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Beitrag 29.03.2020, 10:45 Uhr
Unterfranke
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Beiträge: 41

Hallo,

um einen Rundlauf von 0,006 bei Passlängen von 110-120mm Länge zu erreichen, muss das Teil zwingend auf die Schleifmaschine. Sobald minimale Materialspannungen während des Drehprozesses frei werden, ist der Rundlauf dahin. Darauf haben Maschine und Spannmittel keinen Einfluss.

Der Beitrag wurde von Unterfranke bearbeitet: 29.03.2020, 10:46 Uhr
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Beitrag 30.03.2020, 06:52 Uhr
HAINBUCH
HAINBUCH
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Beiträge: 309

Also die 10xd mit 6µm ist ganz schön sportlich.

ZITAT
30er Rundmaterial von der Stange, kurz ausspannen und vorne schön anzentrieren, Anschlag, Welle rausziehen und Reitstock dagegen

=> wenn du es so machst bekommst du einen Spannungsfehler für die 2. Spannung. Soll heißen, nach dem Ausspannen wird dein Zentrum um einige Hunderstel nicht mehr laufen. Sobald du die Spitze anstellst biegst du die Welle elastisch in eine Richtung wieder weg. Nach dem Drehen "springt" die Welle zurück...

Wenn du es so machst, die Welle gleich auf 10xd ausspannen, mit 100 1xmin an der Spindel rotieren lassen und dann mit angetriebenem Zentrierer zentrieren.


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Beitrag 03.04.2020, 13:22 Uhr
HAINBUCH
HAINBUCH
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...wie ist eigentlich der Stand? Wie hast du es gemacht?



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