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Schraubstock - Spannkraft berechnen

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Beitrag 30.06.2021, 16:08 Uhr
Gilberg
Gilberg
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
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Mitglied seit: 24.10.2019
Beiträge: 18

Moin!

Mir hat's neulich ein Werkstück aus einem Schraubstock gezogen. Ich war mir nicht sicher, ob's menschliches Versagen war (Kraftübersetzer nicht richtig angezogen) oder ob der Schraubsock einen weg haben könnte. Also wollte ich mal die Spannkraft messen/errechnen

Es ist ein Wodex NC 125 mit 4-Fach einstellbarem Kraftübersetzer
Laut Anleitung, ich zitiere: "Zahl x 1000 = Spannkraft in daN" thumbs-up.gif
Also für normalsterbliche Mechanikerinnen: 40kN auf Stufe 4
Für Aiman Abdallah: 4t

Zum Testen habe die Stauchung eines Aluzylinders auf höchster Stufe gemessen (AlMg3, l=60,5mm D=30mm -->A=707mm², Parallelität der Stirnseiten <0,01mm). Messuhrenhalter auf fester Backe, Messuhr an beweglicher Backe, eine Bewegung der festen Backe sollte also aus der Messung raus sein.
Das Ergebnis war im Mittel 0,072mm Stauchung. Also eine relative Stauchung von 0,0012 bzw. 0,12%
Das ergibt bei E=70kN/mm² eine Spannung von 84N/mm². Multipliziert mit der Fläche eine Spannkraft von 59kN.
Habe ich mich da unterwegs irgendwo verrechnet?
Oder gibt Wodex die Spannkraft eher "etwas" zu klein an, damit niemand klagt, wenn jemandem das Werkstück im die Ohren fliegt? 20kN Differenz finde ich happig, das kann den Unterschied zwischen Feierabend und zermustem Werkstück bedeuten.
Ich räume mir ja ein paar Messfehler ein: E-Modul nicht ganz genau 70, cosinusfehler an der Messuhr, Prüfling nicht ganz parallel, aber 30%? Der Schraubstock wurde, seitdem ich hier arbeite, noch nie gewartet und lässt mit all seinen Dings und Dongs auf ein hohes Lebensalter schließen, deshalb bin ich eher von einem etwas ausgeleierten Kraftübersetzer ausgegangen.

Vielleicht hat ja jemand Lust auf etwas Rechenspaß. Bin dankbar für Rückmeldung!

Beste Grüße!
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Beitrag 01.07.2021, 23:10 Uhr
CNCFr
CNCFr
Level 7 = IndustryArena-Professor
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Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 15.09.2002
Beiträge: 1.626

Ich komme auf den gleichen Wert.
Ein weiterer denkbarer Messfehler: Wenn der Prüfling die Backen verformt, also quasi in die Backen eindringt, wird eine zu große Stauchung gemessen, was eine zu hohe Presskraft vortäuscht. Auf jeder Seite 0,01 mm, also 0,02 mm insgesamt würden dann schon zu einem Fehler von rund 30 % führen.
Der Stahl der Backen hat ja auch einen Elastizitätsmodul (ungefähr das Dreifache gegenüber Aluminium), und an den Stellen, an denen du misst, sind die Backen ja nicht belastet. Das würde auch größenordnungsmäßig passen.

Der Beitrag wurde von CNCFr bearbeitet: 01.07.2021, 23:11 Uhr
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Beitrag 02.07.2021, 09:01 Uhr
Hawky
Hawky
Level 4 = IndustryArena-Meister
****
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 28.05.2013
Beiträge: 436

Meiner Meinung nach gibt jeder Hersteller etwas weniger an als es tatsächlich ist, da noch eine kleine Reserve möglich sein muss. Auch die verschiedenen verwendeten Bauteile haben eine gewisse Toleranz und es sollte im schlechtestem Fall unbedingt die angegebene Kraft vorhanden sein.
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