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HEIDENHAIN Forum

Mess- und Steuerungstechnik

X und y oder nur eines alleine? Grundsatzdiskusion, X- und Y-Werte im Satz schreiben von Anfang an oder nicht

Nur X- oder Y-Werte oder X- und Y-Werte in einer Zeile
A) X oder Y-Wert oder B) X- und Y-Wert
A) X oder Y [ 6 ] ** [40.00%]
B) X und Y [ 9 ] ** [60.00%]
Abstimmungen insgesamt: 15
Gäste können nicht abstimmen 
Beitrag 12.12.2020, 21:34 Uhr
Fraesheini1978
Fraesheini1978
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
*
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 07.10.2013
Beiträge: 8

Hallo liebe Forenmitglieder,

ich möchte mal eine Grundsatzfrage in den Raum werfen und eure ehrliche Meinung sowie euren Alltag dazu hören.

Wenn ich jemanden im Klartext-Dialog ausbilde, macht es in euren Augen Sinn immer auf die Eingabewerte von X- und Y-Werten zusammen in einer Zeile Wert zu legen oder nicht?

Ich möchte mich kurz erklären.

Jeder von euch weiß, daß nur die Werte in der Steurung überschrieben werden, also sich nicht von selbst ändern. In den Kursus-Unterlagen von Heidenhain werden auch nur "überschriebene Werte in X oder Y " geschrieben. D.h. es wird nicht immer ein X und ein Y- Wert in einer Zeile unbedingt zusammen geschrieben.

Mein Ausbilder legte immer Wert darauf, daß am Anfang einer Ausbildung im Klartext-Dialog entweder in Z-Achse alleine und in der X-Y-Ebene immer Punkte mit X und Y-Wert angefahren werden. Mein Ausbilder meinte immer, wenn nur X- oder Y-Werte geschrieben werden, später viele Probleme und Fehlermeldungen auftauchen könnten. Da gebe ich Ihm Recht. Denkt man nur an Gleichlauf-Gegenlauf umprogrammationen oder SL-Zyklen etc. etc..

Nun möchte ich mal den Puls fühlen wer welche Schreibweise für geeigneter in der Basis-Ausbildung im Klartext-Dialog hält und dies vielleicht argumentiert.

Ich halte mich an meinen Ausbilder und schreibe immer einen X- und Y- Wert in den Satz oder verfahre einzeln in Sätzen mit Z. Die Interpolation von 3-Koordinaten lasse ich aus den bekannten Sicherheitsgründen, der Schadensverhütung und Unfallgefahren am Anfang einer Ausbildung nicht zu. Ich argumentiere immer daß ich in X-Y- Ebene gerne einen Punkt anfahre, und somit in jeder Zeile genau weiß auf welchem Punkt ich stehe. Auch später hilft dies mir und ich vermeide damit viele Probleme und Fehlermeldungen. Somit habe ich immer einen Punkt mit X und Y- Wert mathematisch sicherer oder korrekter in einer Ebene beschrieben.

Die Schreibweise mit nur den überschriebenen Werten, machte früher bei teurem und begrenztem Speicherplatz sicherlich Sinn. Aber soll heute am Anfang der Ausbildung daran festgehalten werden?

Meine Schüler argumentieren immer, daß es im Kursus von Heidenhain oder in deren Beispielen nicht immer mit X-.undY-Werten dargestellt ist.

Was schreibt Ihr zu diesem Thema?
Wie ist eure Meinung?
Wie sieht der Alltag an der TNC im Unternehmen und der Alltag in der Ausbildung oder der Schule aus?

Hier ein Beispiel zu Einlesen und Veranschaulichen auch für Anfänger:

Ein kleines Quadrat soll gefräst werden....

A) Nur X- Oder Y-Wert
L Z+100 R0 FMAX
L Z+5 R0 FMAX
L Z-5
L X+10 Y+10 RL
L Y+90
L X+90
L Y+10
L X+10
Abfahren etc....

oder

B) Mit X- und Y-Wert
L Z+100 R0 FMAX
L Z+5 R0 FMAX
L Z-5
L X+10 Y+10 RL
L X+10 Y+90
L X+90 Y+90
L X+90 Y+10
L X+10 Y+10
Abfahren etc...

Vielen Dank für eure Erfahrungen und Meiungen sowie Argumentationen.

LG an euch alle!



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Beitrag 13.12.2020, 09:49 Uhr
LucyLou
LucyLou
Level 5 = IndustryArena-Ingenieur
*****
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 16.02.2008
Beiträge: 660

Hallo,

Es reicht wenn man nur die sich zu ändernden Werte schreibt.

Aber das immer nur maximal zwei Achsen miteinander Verfahren.
das heißt zuerst Verfahre ich in Z und dann in X und Y auf die Position.

Zudem Verringert es die Fehler Anfälligkeit da mein Werkzeug Grundsätzlich immer
im Minus im Material ist.

mfg Peter


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Alle Angaben ohne Gewähr und einige mit Gewehr
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Beitrag 13.12.2020, 12:34 Uhr
Thomas_W
Thomas_W
Level 2 = IndustryArena-Facharbeiter
**
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 19.07.2016
Beiträge: 127

Moin!

So eine richtige "Grundsatzfrage" ist das am Ende nicht. Es kommt darauf an, was genau Du programmieren willst. In Deinem Beispiel mit dem Zapfen reicht die Startkoordinate in X und Y, danach verfährste nurnoch auf einer Achse (solange die Kontur auch entsprechend Achsparallel ist).

Wenn ich zum Beispiel Bohrbilder programmiere, schreib' ich bei jeder Position beide Achsen hinein, da ich damit in der aktuellen Satzzeile besser mit meiner Zeichnung die exakte Koordinate vergleichen und bei Werkzeugbruch einfach vorherige Bohrungen ausklammern kann, wenn's mit einem neuen Werkzeug weiter geht. Konturen arbeite ich im Regelfall mit CYCL25 ab oder ohne Radiuskorrektur mit Polarkoordinaten oder ganz anders. Dazu gibt es am Ende zu viele Anwendungsbeispiele, die Grundsätzliches eng eingrenzen. Man kann nicht jede Kontur auf die selbe Art programmieren. Dabei kommt es am Ende auf das Bauteil, die Zeichnung, Spannmittel und auch auf Deine Maschine mit deren Stuereung an. Die älteren Versionen möchten viel mehr Einzelsätze und bestimmte Positionierungen, was neuere Steuerungen mit den Zyklen einfach kompensieren.

Beispiel Gewindezyklen: CYCL2 zum Beispiel möchte einen Abstand angegeben haben und auf diese Höhe in Z musste dann auch im Positionssatz verfahren, CYCL206 will Sicherheitsabstand und Koordinatenoberfläche, verrechnet das intern, da reicht die einfache XY Koordinate. Noch "ältere" Steuerungsarten (einfache Streckensteuerungen, die auch immernoch "neu" verwendet werden) wollen jede Position, Vorschübe und modale Funktionen gänzlich als Einzelsatz, das ist aber ein ganz anderes Thema.

Im Endeffekt gibt es kein wirkliches Falsch in dem Sinne. Entscheident ist, dass das Endergebnis nachher passt und wenn Du in einem Satz beide Achsen angibst, die Maschine aber nur eine Verfahren muss ist das kein Störpunkt und bringt auch keine Fehlermeldungen, dann wird die Zeile mitgelesen und gut (ausser die Koordinate ist falsch).

Mehrfache Z-Positionen mag ich persönlich nicht (Z+100, Z+5 und dann Z-5 hintereinander zbsp. da reicht eigentlich auch XY Position und gleich auf Z-5, am Ende dann Z+100 für die nächste Kontur usw.), das ist natürlich auch Abhängig von Zyklen und anderen Faktoren und Deine persönliche Art die Programme abzuarbeiten.

Grüße

Der Beitrag wurde von Thomas_W bearbeitet: 13.12.2020, 12:40 Uhr


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C Achse ° Rundtisch Verfarbereich 700mm auf Y Achse und B Achse 180° Schwenkkopf Verfahrbereich 600mm X sowie Z, 30 Einheiten Werkzeugwechsler ohne feste Platzbelegung mit Doppelgreifer Wechselsystem. BJ 2006

HeidenHain iTNC 530 (340490_002_SP6)

Du kannst nicht Alles wissen, aber Du kannst immer Quellen finden

Wenn Jemand sagt "das geht nicht!", denk immer daran: es sind seine Grenzen. Nicht Deine.
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Beitrag 14.12.2020, 12:25 Uhr
abraham5
abraham5
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
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Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 02.04.2010
Beiträge: 38

ich gebe Thomas Recht es kommt drauf an was du programmierst und Bohrbild mache ich auch grundsätzlich 2 Achse dass ich besseres Überblick habe und wenn was schief geht kann ich mitten in LBL in bestimmten Satz reinspringen
ohne vordersatz suchen und M99 am ende löschen
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Beitrag 14.12.2020, 19:08 Uhr
0815fraeser
0815fraeser
Level 3 = IndustryArena-Techniker
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Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 05.06.2006
Beiträge: 171

Hallo
Wie oben beschrieben mit den Bohrungen halte ich es auch so.
Wir haben einmal Kanäle programmiert z.B.
IX+90IY-10IX-30IY-40IX+30usw
wenn man später etwas ändern muss ist man nur am suchen wo die Position ist. Wenn du in den Sätzen immer X und Y angiebst kann Du immer sehen wo du gerade bist.
Bis bald 0815Fraeser
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