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Hermle Forum

Hermle UWF 700 NC Führungsschaden

Beitrag 12.04.2020, 16:41 Uhr
HBGFS
HBGFS
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Mitglied seit: 21.12.2017
Beiträge: 15

Hallo liebe Forengemeinde!

Leider habe ich meine Hermle Fräsmaschine aufgrund eines Führungsschadens in der Y-Achse zerlegen müssen.
Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, ist der Schaden ziemlich fortgeschritten. Das möchte ich auf keinen Fall so belassen.
Die Schadensursache waren verstopfte Schmiernuten. Offensichtlich hat es der Vorbesitzer mit der Pflege der Zentralschmierung
nicht sonderlich gut gemeint. Also ich denke, dass der Dreck durch schmutziges Öl dort hin gekommen ist und alles zugemacht hat.
Sei es wie es sei. Ich bin nun am überlegen, wie ich das ganze sowohl mechanisch, als auch geometrisch wieder ins Reine bringen kann.
Die Oberflächen der flachen Gleitflächen an der Oberseite, sowie die Gleitfläche der Keilleiste sind mit Gleitbelägen versehen. Ich denke es
sind Turcite Beläge. Die beschädigte Gleitfläche besitzt keinen Gleitbelag. Hat dies einen Grund, warum an dieser Stelle kein Belag verwendet worden ist?
Was meint Ihr, wie man das ganze Problem angehen könnte? Mein erster Lösungsansatz wäre, die Führung am Getriebegehäuse Schleifen und die Fläche am Ständer mit Turcite versehen. Was haltet ihr davon?

Bild "3l8jzg.jpg" anzeigen.
Bild "4vdjd1.jpg" anzeigen.
Bild "5h2k81.jpg" anzeigen.
Bild "6vmjfs.jpg" anzeigen.

Frohe Ostern und Viele Grüße
Tobi

Der Beitrag wurde von HBGFS bearbeitet: 12.04.2020, 16:44 Uhr
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Beitrag 17.04.2020, 22:22 Uhr
TomHaag
TomHaag
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Beiträge: 5

Hallo Tobi, eine sehr effektive Möglichkeit wäre, die Maschine komplett auf trocken umzurüsten.
Gruss Thomas
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Beitrag 17.04.2020, 22:23 Uhr
TomHaag
TomHaag
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Beiträge: 5

Hallo Tobi, eine sehr effektive Möglichkeit wäre, die Maschine komplett auf trocken umzurüsten.
Gruss Thomas
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Beitrag 17.04.2020, 23:31 Uhr
HBGFS
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Beiträge: 15

ZITAT(TomHaag @ 18.04.2020, 00:23 Uhr) *
Hallo Tobi, eine sehr effektive Möglichkeit wäre, die Maschine komplett auf trocken umzurüsten.
Gruss Thomas


Hallo Thomas,
Was genau meinst du damit?

Ich werde jetzt ehrlichgesagt den Weg gehen,
den ich beschrieben habe.

Gruß Tobi
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Beitrag 18.04.2020, 06:04 Uhr
Rainer60
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Hoi Tobi

Es gibt verschieden Materialien wie Moglice, Turcite und Biplast für sowas. Was ich gelesen habe ist Turcite wohl die beste Wahl.
Ich hatte ein BAZ mit solchen Kunststoff-Führungen. Welche genau das waren weiss ich nicht. Darauf hatten wir öfters schwere Schweisskonstruktionen bearbeitet. Mit der Zeit musste ich feststellen, dass sich im vorderen Bereich (Be- und Entladeposition) die Führungen abnutzten und der Tisch nach vorne zu kippen begann.

In Deinem Fall würde ich auch Turcite verwenden. Befestigung mittels kleben wird einen speziellen Kleber erfordern.
Zu beachten: Turcite ist auf Teflonbasis. Bei 19°C findet bei Teflon eine Art Gefügeveränderung statt, welche sich durch kurzfristig übermässige Volumenzunahme bemerkbar macht. Somit die Führungsleisten bei 19°C anstellen, sonst könnte es zu ungewollten Klemmern führen.

Viel Erfolg!


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Gruss Rainer

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Beitrag 19.04.2020, 14:23 Uhr
HBGFS
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ZITAT(Rainer60 @ 18.04.2020, 08:04 Uhr) *
In Deinem Fall würde ich auch Turcite verwenden. Befestigung mittels kleben wird einen speziellen Kleber erfordern.
Zu beachten: Turcite ist auf Teflonbasis. Bei 19°C findet bei Teflon eine Art Gefügeveränderung statt, welche sich durch kurzfristig übermässige Volumenzunahme bemerkbar macht. Somit die Führungsleisten bei 19°C anstellen, sonst könnte es zu ungewollten Klemmern führen.


Hallo Rainer,

Vielen dank für deine Tipps. Große und schwere Stahlteile habe ich sowieso nicht zu bearbeiten, wenn dann äußerst selten. Für den Maschinenständer werde ich Turcite verwenden. Weist du zufällig, welche Kleber da zu verwenden sind?
Ich habe nach längerer Suche noch nicht wirklich etwas gefunden. Nur dass ein 2K-Epoxidharz Kleber zu verwenden ist. Laut einer Seite, die diese
Beläge vertreibt, sollten die Metallflächen gestrahlt oder zumindest mit einer 100erer Körnung geschmirgelt werden.
Das Getriebe ist schon bei einem Spezialisten der mir die beschädigte Fläche überfräst und den Schwalbenschwanz schabt.
Im Getriebe selbst werden alle Lager und mehrere Stirnräder erneuert.
Die Führungen am Ständer werde ich dann passend zum Getriebe einschaben, wenn ich es wieder in meiner Werkstatt habe.

Gruß Tobi

Der Beitrag wurde von HBGFS bearbeitet: 19.04.2020, 14:25 Uhr
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Beitrag 20.04.2020, 15:57 Uhr
Rainer60
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ZITAT(HBGFS @ 19.04.2020, 14:23 Uhr) *
Hallo Rainer,

Vielen dank für deine Tipps. Große und schwere Stahlteile habe ich sowieso nicht zu bearbeiten, wenn dann äußerst selten. Für den Maschinenständer werde ich Turcite verwenden. Weist du zufällig, welche Kleber da zu verwenden sind?
Ich habe nach längerer Suche noch nicht wirklich etwas gefunden. Nur dass ein 2K-Epoxidharz Kleber zu verwenden ist. Laut einer Seite, die diese
Beläge vertreibt, sollten die Metallflächen gestrahlt oder zumindest mit einer 100erer Körnung geschmirgelt werden.
Das Getriebe ist schon bei einem Spezialisten der mir die beschädigte Fläche überfräst und den Schwalbenschwanz schabt.
Im Getriebe selbst werden alle Lager und mehrere Stirnräder erneuert.
Die Führungen am Ständer werde ich dann passend zum Getriebe einschaben, wenn ich es wieder in meiner Werkstatt habe.

Gruß Tobi


Hoi Tobi

Leider kann ich Dir zum Kleber keine Angaben machen. Demnächst habe ich mit jemand Kontakt, der m.W. schon mit Turcite Erfahrungen sammeln konnte. Ich vermute, dass der Belag mit Glasstaub gestrahlt wohl besser haften wird.
Melde mich wenn ich was erfahre.

Gruss Rainer


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Beitrag 23.04.2020, 07:35 Uhr
Rainer60
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Hoi Tobi

Habe den Kollegen mal angefragt welche Erfahrungen Er zu Turcite und kleben hat. Nachfolgend die Antwort:

Ganz kleines bischen selber geschabt an meiner Flachschleifmaschine und im Schabekurs haben wir auch die Theorie und Praxis zum aufkleben/schaben durchgemacht.

Das Turcite kommt mit einer Seite die plasmageätzt ist und geklebt werden kann. Normal nimmt man dafür ein Epoxy (Wayloc oder Araldit). Der Untergrund muss natürlich klebefähig vorbereitet sein - sauber, ggf. abgeflammt/gestrahlt.
Kleber mit einer Zahnspachtel auftragen, Turcite drauf und von einer Seite beginnend andrücken. Danach mit einer geschliffenen Leiste o.Ä. niederdrücken.

Wenn das ganze Kleben vorbei ist, kann man das Turcite entweder direkt schaben oder erst einmal mit Schlagzahn überplanen.

Normalerweise kommt das Turcite nur auf die Flächen und da auf die verdeckten Flächen der Führung. So ist das butterweiche und sehr empfindliche Turcite geschützt.

Mehr fällt mir auf Anhieb nicht ein smile.gif


Somit ist Turcite auf Schwalbenschwänzen nicht üblich und die Führungsabdeckung/Späneschutz wichtig. Den Gleitbelag an der Seite des Schwalbenschwanzes anbringen, damit die Späne nicht auf dem Belag zu liegen kommen.

Ich hoffe die Info hilft Dir weiter und wünsche gutes Gelingen!

Gruss Rainer



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Beitrag 23.04.2020, 09:01 Uhr
zahnstange
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Hallo,

du schreibst davon, dass die Führungen am Getriebegehäuse geschliffen werden. ich gehe jetzt einfach davon aus, dass der Ständer kürzer ist. Aus diesem Grund würde sich abformen anbieten. Du hast dabei schon einiges an Vorarbeit zu erledigen, weil du dir einen "Gießkanal" bauen musst, dafür entfällt aber auch die Nachbearbeitung, sprich das Schaben. Gerade der Schwalbenschwanz würde mir beim Schaben Bauchschmerzen bereiten. Dafür braucht man schon einen ausgesprochen Spezialisten, der den weichen Beleg in einer guten Genauigkeit hinbekommt.
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Beitrag 29.04.2020, 21:14 Uhr
HBGFS
HBGFS
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Beiträge: 15

@Rainer
Vielen Dank für deine hilfreiche Beschreibung!
Orginal war am Schwalbenwanz auch kein Belag dran. Nur an der Keilleiste. Aber da komme ich ohnehin nicht drum herum, einen anzubringen.
Kleber habe ich einen Araldite besorgt (Aw 106 Harz und Hv 953 Härter)

@Zahnstange
Die Führungen am Ständer sind die kurzen, das ist richtig. Die Führung des Oberteils ist schon beim bearbeiten bei einem Spezialisten. Die beschädigte Fläche wird überfräst und anschließend geschabt.
Die Möglichkeit des Abgießens ist sehr interessant. Allerdings sagt mir mein Bauchgefühl, dass ein hochwertiger Gleitbelag bei so großflächiger Beschädigung verschleißfester ist. Ich werde es jedenfalls mit Turcite versuchen. Material ist bestellt bzw. teilweise schon da. Turcite hab ich noch nie geschabt, aber ich denke, das bekomme ich hin. Ich muss eh mehrere 10tel runterschaben, da kann ich ja ein paar Probedurchgänge machen.

Weiß jemand welcher Keilwinkel der Schaberklinge sich bei Turcite bewährt hat? Ich denke mal er wird größer als bei Gusseisen sein also größer als 95° oder? Ansonsten werde ich mich bei einem Reststück herantasten und verschiedebe "setups" probieren.

Gruß
Tobi



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Beitrag 30.04.2020, 07:53 Uhr
Rainer60
Rainer60
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ZITAT(HBGFS @ 29.04.2020, 21:14 Uhr) *
...
Weiß jemand welcher Keilwinkel der Schaberklinge sich bei Turcite bewährt hat? Ich denke mal er wird größer als bei Gusseisen sein also größer als 95° oder? Ansonsten werde ich mich bei einem Reststück herantasten und verschiedebe "setups" probieren.


Hoi Tobi
Vermute auch, dass stumpfwinkliger weniger einhängen wird. Scharfe Kanten bei HM ziehe ich mit einem K80 Gummi-Polierkörper oder mit 0.3my Läppfolie, ab. Das nimmt den äussersten Faden und mit der 15-fachen Lupe ist eine glänzende Verrundung auszumachen.

Sonst suche mal auf YT nach Turcite scrapping. Womöglich kannst einen Tipp ergattern?

Wünsche gutes Gelingen!


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Gruss Rainer

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