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Siemens Forum

Digital Industries, Motion Control, Machine Tool Systems

online Bahnanpassung im Fräsprozess

Beitrag 22.10.2020, 14:25 Uhr
Star11
Star11
Level 1 = IndustryArena-Lehrling
*
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Mitglied seit: 13.10.2020
Beiträge: 7

Hallo,

kann jemand vielleicht mir sagen,
-erste Frage :
was genau die unterschiede zwischen normale Bewegung mit G1 und Übertragungen Bewegung mit $AA_OFF bzw. was sind die Vor-und Nachteile von jeder Methode ?
-Zweite Frage:
wie kann man $AA_OFF in Programm statt G1 einsetzen ?
-dritte Frage:
was sind die unterschiede zwischen $AA_OFF als Synchronaction und ohne Synchronisation bzw.was sind die Vor-und Nachteile von der Beiden?

Ich danke euch im voraus .
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Beitrag 22.10.2020, 18:43 Uhr
CNCFr
CNCFr
Level 7 = IndustryArena-Professor
*******
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 15.09.2002
Beiträge: 1.517

ZITAT(Star11 @ 22.10.2020, 15:25 Uhr) *
Hallo,

kann jemand vielleicht mir sagen,
-erste Frage :
was genau die unterschiede zwischen normale Bewegung mit G1 und Übertragungen Bewegung mit $AA_OFF bzw. was sind die Vor-und Nachteile von jeder Methode ?
-Zweite Frage:
wie kann man $AA_OFF in Programm statt G1 einsetzen ?
-dritte Frage:
was sind die unterschiede zwischen $AA_OFF als Synchronaction und ohne Synchronisation bzw.was sind die Vor-und Nachteile von der Beiden?

Ich danke euch im voraus .

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Beitrag 22.10.2020, 19:37 Uhr
CNCFr
CNCFr
Level 7 = IndustryArena-Professor
*******
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 15.09.2002
Beiträge: 1.517

Der "Beitrag" #2 wurde durch eine leider nicht mehr rückgängig zu machenden click verursacht.

Ich versuche es noch einmal, das zu erklären:
Zunächst einmal erzeugt man mit AA_OFF keine Übertragenen sondern überlagerte Bewegungen, d.h die Bewegungen werden den durch das normale Programm erzeugten Bewegungen überlagert, du kannst auch sagen, sie werden zu den Programmbewegungen addiert.

Bei der Programmierung mit G1 verfahren die Achsen im Bahnverbund, d.h. sämtliche Positionen aller an der (Bahn-)Interpolation beteiligten Achsen sind zu jeder Zeit exakt definiert, Nur so ist es möglich, eine definiert Kontur, z.B. eine Gerade oder einen Kreis zu verfahren.
In der Steuerung gibt es grob gesprochen zwei Ebenen: Die Vorverarbeitung und die Interpolationsebene.
Mit G1 (oder G2 / G3 oder Spline usw.) programmierte Sätze werden in der Vorverarbeitung komplett vorbereitet, d.h. die Kontur wird gebildet, die Werkzeugkorrekturen und Nullpunktverschiebungen werden eingerechnet, die Grenzen (Softwarelimits, Arbeitsfeldbegrenzungen, Dynamikgrenzen) werden überwacht usw.
Zwischen dieser Vorbereitung und der Interpolation kann im Prinzip beliebig viel Zeit liegen.
Die überlagerten Bewegungen verhalten sich ziemlich anders. Zunächst einmal wirken sie achsial. Das bedeutet, dass dieser Bewegungsanteil für jede Achse einzeln interpoliert wird, es gibt keinen festen Zusammenhang zwischen den Achsen, die X-Achse weiß nicht, was die Y-Achse tut.
Die Einrechnung der überlagerten Bewegungen ist nicht an die Satzstruktur gebunden. Das bedeutet, dass man diese Bewegungen in der Vorverarbeitung nicht berücksichtigen kann. Alles muss in Echtzeit in der Interpolationsebene ablaufen.
Das gilt ganz besonders dann, wenn überlagerte Bewegungen durch Synchronaktionen ausgelöst werden. Diese arbeiten in der Interpolationsebene und können z.B. auf Echtzeitereignisse reagieren. Auf diese Ereignisse muss man zu dem Zeitpunkt reagieren, zu dem sie auftreten. Das ist in der Vorlaufebene prinzipiell nicht vorhersehbar.
Wenn man $AA_OFF im NC-Programm beschreibt, wird ein Vorlaufstop ausgelöst, d.h. es werden zunächst alle davor liegenden Sätze abgearbeitet, dann werden die die Endpunkte der Überlagerungsinterpolatoren gesetzt, die Achsen starten ihre Bewegung, und das Programm wird fortgesetzt.
Ganz generell kann man sagen, dass man überlagerte Bewegungen dann einsetzen wird, wenn man Bewegungen ausführen will, die im Programm nicht vorhersehbar sind, weil die Größe der Bewegung und der Zeitpunkt des Wirksamwerdens nicht bzw. nicht exakt vorhersehbar sind.
Also z.B. Nachstellen der Werkzeugachse beim Abrichten einer Schleifscheibe, Abstandsregelung bei einem Laser, Verschiebung einer Achspostion mit dem Handrad bei laufendem Betrieb.
Wenn du an einer normalen Dreh- oder Fräsmaschine Teile fertigst, die durch ihr NC-Programm eindeutig definiert sind, wirst du für überlagerte Bewegungen eher keine sinnvolle Anwendung finden.
Du solltest auch nicht die Nachteile übersehen: Die Anwendung wird (deutlich) komplexer, man verliert evtl. den Überblick über die aktuellen Achspositionen, die Bewegungen werden achsial interpoliert, d.h. der Bahnverbund gilt nicht mehr streng, die überlagerten Bewegungen beanspruchen einen Teil der Maschinendynamik (Beschleunigungen, Geschwindigkeiten), Verletzungen der Achsgrenzen werden erst erkannt, wenn die Grenze erreicht wird (die Achse hält auf der Grenze an) und nicht lange vorher bei der Vorverarbeitung.

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Beitrag 23.10.2020, 11:08 Uhr
Star11
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Beiträge: 7

ZITAT(CNCFr @ 22.10.2020, 18:37 Uhr) *
Der "Beitrag" #2 wurde durch eine leider nicht mehr rückgängig zu machenden click verursacht.

Ich versuche es noch einmal, das zu erklären:
Zunächst einmal erzeugt man mit AA_OFF keine Übertragenen sondern überlagerte Bewegungen, d.h die Bewegungen werden den durch das normale Programm erzeugten Bewegungen überlagert, du kannst auch sagen, sie werden zu den Programmbewegungen addiert.

Bei der Programmierung mit G1 verfahren die Achsen im Bahnverbund, d.h. sämtliche Positionen aller an der (Bahn-)Interpolation beteiligten Achsen sind zu jeder Zeit exakt definiert, Nur so ist es möglich, eine definiert Kontur, z.B. eine Gerade oder einen Kreis zu verfahren.
In der Steuerung gibt es grob gesprochen zwei Ebenen: Die Vorverarbeitung und die Interpolationsebene.
Mit G1 (oder G2 / G3 oder Spline usw.) programmierte Sätze werden in der Vorverarbeitung komplett vorbereitet, d.h. die Kontur wird gebildet, die Werkzeugkorrekturen und Nullpunktverschiebungen werden eingerechnet, die Grenzen (Softwarelimits, Arbeitsfeldbegrenzungen, Dynamikgrenzen) werden überwacht usw.
Zwischen dieser Vorbereitung und der Interpolation kann im Prinzip beliebig viel Zeit liegen.
Die überlagerten Bewegungen verhalten sich ziemlich anders. Zunächst einmal wirken sie achsial. Das bedeutet, dass dieser Bewegungsanteil für jede Achse einzeln interpoliert wird, es gibt keinen festen Zusammenhang zwischen den Achsen, die X-Achse weiß nicht, was die Y-Achse tut.
Die Einrechnung der überlagerten Bewegungen ist nicht an die Satzstruktur gebunden. Das bedeutet, dass man diese Bewegungen in der Vorverarbeitung nicht berücksichtigen kann. Alles muss in Echtzeit in der Interpolationsebene ablaufen.
Das gilt ganz besonders dann, wenn überlagerte Bewegungen durch Synchronaktionen ausgelöst werden. Diese arbeiten in der Interpolationsebene und können z.B. auf Echtzeitereignisse reagieren. Auf diese Ereignisse muss man zu dem Zeitpunkt reagieren, zu dem sie auftreten. Das ist in der Vorlaufebene prinzipiell nicht vorhersehbar.
Wenn man $AA_OFF im NC-Programm beschreibt, wird ein Vorlaufstop ausgelöst, d.h. es werden zunächst alle davor liegenden Sätze abgearbeitet, dann werden die die Endpunkte der Überlagerungsinterpolatoren gesetzt, die Achsen starten ihre Bewegung, und das Programm wird fortgesetzt.
Ganz generell kann man sagen, dass man überlagerte Bewegungen dann einsetzen wird, wenn man Bewegungen ausführen will, die im Programm nicht vorhersehbar sind, weil die Größe der Bewegung und der Zeitpunkt des Wirksamwerdens nicht bzw. nicht exakt vorhersehbar sind.
Also z.B. Nachstellen der Werkzeugachse beim Abrichten einer Schleifscheibe, Abstandsregelung bei einem Laser, Verschiebung einer Achspostion mit dem Handrad bei laufendem Betrieb.
Wenn du an einer normalen Dreh- oder Fräsmaschine Teile fertigst, die durch ihr NC-Programm eindeutig definiert sind, wirst du für überlagerte Bewegungen eher keine sinnvolle Anwendung finden.
Du solltest auch nicht die Nachteile übersehen: Die Anwendung wird (deutlich) komplexer, man verliert evtl. den Überblick über die aktuellen Achspositionen, die Bewegungen werden achsial interpoliert, d.h. der Bahnverbund gilt nicht mehr streng, die überlagerten Bewegungen beanspruchen einen Teil der Maschinendynamik (Beschleunigungen, Geschwindigkeiten), Verletzungen der Achsgrenzen werden erst erkannt, wenn die Grenze erreicht wird (die Achse hält auf der Grenze an) und nicht lange vorher bei der Vorverarbeitung.





Vielen Dank für deine klare und detaillierte Antwort.
Kannst du bitte vielleicht mir auch sagen ,was passiert wenn man Synchronaktion mit der Variable $AA_OFF benutzen bzw.was bringet es uns ?
bzw. was bedeutet Synchronisation (wer mit wem wird synchronisiert)

danke dir im voraus für deine Antwort
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