SIMPLE-QUALITY
SIMPLE-QUALITY

Quality - Keep it simple...!!

Lieferantenschnittstellenvereinbarung mit RACi-Matrix

Beitrag 10.02.2024, 22:52 Uhr
bamoun
bamoun
Level 1 = Community-Lehrling
*
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 08.10.2013
Beiträge: 10
Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zur Erstellung einer Lieferantenschnittstellenvereinbarung (LSV) mit RASCI-Matrix.

Konstellation:

OEM (Original Equipment Manufacturer)
Monteur (1st Tier)
Setzteillieferant (2nd Tier)

Status quo:
Der OEM ist verantwortlich für den 2nd Tier, sprich er macht RGA & PPF.
OEM bezahlt Monteur und Monteur bezahlt Tier 2
Gefahrenübergang entspricht Materialfluss
Die operativen Q Tätigkeiten des Monteurs sollen geklärt werden. (Wareneingangsprüfung, Sperrung, Sortieren, Reklamation 0km und Feld).

Fragen:
Welche Themen/Tätigkeiten sollte die RASCI-Matrix enthalten?
Welche Erfahrungen habt ihr mit der Erstellung von LSVs in ähnlichen Konstellationen gemacht?
Welche Tipps und Tricks könnt ihr mir geben?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen,
Bamoun
   
Beitrag 13.02.2024, 16:17 Uhr
Sonntag
Sonntag
Level 7 = Community-Professor
*******
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 12.12.2006
Beiträge: 1.111
ZITAT(bamoun @ 10.02.2024, 22:52 Uhr) *
Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zur Erstellung einer Lieferantenschnittstellenvereinbarung (LSV) mit RASCI-Matrix.

Konstellation:

OEM (Original Equipment Manufacturer)
Monteur (1st Tier)
Setzteillieferant (2nd Tier)

Status quo:
Der OEM ist verantwortlich für den 2nd Tier, sprich er macht RGA & PPF.
OEM bezahlt Monteur und Monteur bezahlt Tier 2
Gefahrenübergang entspricht Materialfluss
Die operativen Q Tätigkeiten des Monteurs sollen geklärt werden. (Wareneingangsprüfung, Sperrung, Sortieren, Reklamation 0km und Feld).

Fragen:
Welche Themen/Tätigkeiten sollte die RASCI-Matrix enthalten?
Welche Erfahrungen habt ihr mit der Erstellung von LSVs in ähnlichen Konstellationen gemacht?
Welche Tipps und Tricks könnt ihr mir geben?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen,
Bamoun



Guten Tag,

zur fachlich korrekten Einordnung fehlen detailliertere Informationen:
Wer/wo sind Sie in der Lieferkette; was bekommen Sie von wem und was liefern Sie an wem?
Wer hat die Designverantwortung für das, was Sie liefern?
Liegt Ihnen die Design-FMEA vor und wurde eine Prozess-FMEA (von wem?) erstellt und/oder liegt eine System-FMEA vor?
Wer erstellt den Produktionslenkungsplan für Ihre Wertschöpfung und liegt er Ihnen vor?
Welche Wertschöpfung verantworten Sie und nach welcher Spezifikation/Pflichten-/Lastenheft abgeschlossen zwischen welchen Parteien liefern Sie?

Gibt es Besonderer Merkmale beim Produkt, was Sie liefern? Wenn ja:
Wer in der Lieferkette kann auf die Besonderen Merkmale Einfluss nehmen und wer in der Lieferkette kann Abweichungen beim Besonderen Merkmal mit welchem Aufwand (zerstörende Prüfung?) feststellen?
Haben Sie Ihre Produkthaftpflichtversicherung und Rückrufversicherung befragt bzw. in Ihrer Risikobetrachtung mit eingebunden?

Wo ist in welcher Form (Vertrag?) festgelegt, dass der OEM die Verantwortung für den Setzlieferant hat?

Die Beantwortung dieser vertiefenden Fragen könnte Ihnen ggf. schon eine Hilfestellung sein.

Der Beitrag wurde von Sonntag bearbeitet: 13.02.2024, 16:34 Uhr


--------------------
Mit freundlichen Grüßen
aus dem Naheland
Sonntag
   
Beitrag 13.02.2024, 20:41 Uhr
bamoun
bamoun
Level 1 = Community-Lehrling
*
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 08.10.2013
Beiträge: 10
Guten Abend,

Danke für die Antwort.
Ich bin der Monteur in der Lieferkette.
Wir bekommen die Setzteile und liefern ein ZSB an den OEM nach Seiner Montagevorgabe und Reihenfolge. Wir müssen den Prozess industrialisieren (Build To Print). Design fmea liegt nicht vor und wir müssen eine Prozess fmea erstellen.
In unserem Vertrag mit dem OEM, ist es in seiner Verantwortung die Setzteile zu bemustern.
Besondere Merkmale sind noch nicht definiert aber wird es sicherlich geben. Dazu hätte ich gerne ein paar Infos, wie diese festzulegen sind, wenn der Kunde sie nicht vorgibt. Aus der P-fmea?
Ich hoffe meine Antworten helfen ihnen ein bisschen weiter.

Danke
Bamoun
   
Beitrag 14.02.2024, 16:26 Uhr
Sonntag
Sonntag
Level 7 = Community-Professor
*******
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 12.12.2006
Beiträge: 1.111
ZITAT(bamoun @ 13.02.2024, 20:41 Uhr) *
Guten Abend,

Danke für die Antwort.
Ich bin der Monteur in der Lieferkette.
Wir bekommen die Setzteile und liefern ein ZSB an den OEM nach Seiner Montagevorgabe und Reihenfolge. Wir müssen den Prozess industrialisieren (Build To Print). Design fmea liegt nicht vor und wir müssen eine Prozess fmea erstellen.
In unserem Vertrag mit dem OEM, ist es in seiner Verantwortung die Setzteile zu bemustern.
Besondere Merkmale sind noch nicht definiert aber wird es sicherlich geben. Dazu hätte ich gerne ein paar Infos, wie diese festzulegen sind, wenn der Kunde sie nicht vorgibt. Aus der P-fmea?
Ich hoffe meine Antworten helfen ihnen ein bisschen weiter.

Danke
Bamoun


Guten Tag Bamoun,

meine Erfahrungen mit Setzlieferanten in der Lieferkette sind nicht gut.
Sie könnten bei Ihrer Risikoanalyse überlegen, wer in der Lieferkette welche Interessen hat, wer Vorteile genießt, wer welche Einflussgrößen hat und wer ggf. benachteiligt wird (Risiko/Nutzen Verhältnis).

Besondere Merkmale als Produktmerkmal legt der Design-Verantwortliche fest und vermerkt diese in der Spezifikation (z.B. Zeichnung).
Besonderer Merkmale als Prozessmerkmale (z.B. Temperaturen, Drücke, Drehmoment) werden in der P-FMEA vom Prozesseigner des Fertigungsprozesses ermittelt.
Alle Besonderen Merkmale werden im Produktionslenkungsplan aufgeführt.

Die "Verantwortung für Bemusterung" der Setzteile beim OEM gemäß Vertrag ist nicht zwingend verknüpft mit
Verantwortung für Qualität und Liefertreue im Serienprozess. Der Setzlieferant weiß, dass Sie ihn nicht ohne weiteres sanktionieren können
bei Liefer- und Qualitätsproblemen.

Oder kann es sein, dass es sich um "Beistellteile" in Eigentum Ihres Kunden handelt?
Beim vom Kunden festgelegten Setzlieferant müssen Sie die Produkte dort kaufen und bei
Beistellteilen liefert der Kunde Ihnen sein Eigentum für Ihre Wertschöpfung.
Dies wäre dann anders zu bewerten.

Sie könnten sich bei Ihrer Risikoanalyse auch Gedanken machen, wie Sie bei Feldbeanstandung und drohender Rückrufaktion
gerichtsverwertbare Entlastungsnachweise erzeugen, dass Sie die angelieferte Ware beim Montageprozess nicht beschädigt und
die Feldbeanstandung verursacht haben.
Ein VDA 6.3 Prozessaudit (mindestens P5 bis P7) beim Setzlieferanten von einem zertifizierten Prozessauditor Ihres Vertrauens
könnte für die Risikobetrachtung weitere wichtige Erkenntnisse liefern.

Viel Glück und Erfolg bei Ihrem Vorhaben.

Der Beitrag wurde von Sonntag bearbeitet: 14.02.2024, 16:55 Uhr


--------------------
Mit freundlichen Grüßen
aus dem Naheland
Sonntag
   
Beitrag 14.02.2024, 17:46 Uhr
bamoun
bamoun
Level 1 = Community-Lehrling
*
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 08.10.2013
Beiträge: 10
Guten Tag Sonntag,

Sie haben mir sehr viel geholfen. Danke dafür.
Also zusätzliche Verträge zwischen Monteur und Setzlieferanten sind empfehlenswert / notwendig? Deswegen soll diese RASI bzw lieferantenschnittstellenvereinbarung erstellt werden.

Zum Thema „Beistellteil“ in Eigentum unseres Kunden, wie würden Sie die Themen, Rollen & Zuständigkeiten definieren und bewerten? Ein Komponent ist sicher eine Beistellung, da Eigentumübergang geht direkt zwischen setzlieferant und Kunde.
Was ist ihre Empfehlung zum Verfahren bei Feldreklamation und Hallenstörfälle?

Meine Sorge ist tatsächlich das operative im Serienprozess. Zum Beispiel wenn aufgrund einer Reklamation eine Prozessänderung verursacht wird, was wiederum vom Kunden freigegeben werden muss.


Vielen Dank und viele Grüße
Bamoun
   
Beitrag 15.02.2024, 14:38 Uhr
Sonntag
Sonntag
Level 7 = Community-Professor
*******
Gruppe: Mitglied
Mitglied seit: 12.12.2006
Beiträge: 1.111
Guten Tag bamoun,

dieses Forum ist weniger geeignet, detaillierte Einzelfragen zu konkreten Projekten zu beantworten. Bedenken Sie bitte, dass Sie hier in aller Öffentlichkeit möglicherweise vertrauliche oder auch belastende Informationen preisgeben.
Im ungünstigsten Fall haben möglicherwiese die Geschäftsleitung und die relevanten Prozesseigner wichtige Aufgaben
wie z.B. Herstellbarkeitsbewertung und Vertragsprüfung unzureichend erfüllt.
Trotz der Anonymität im Forum könnte es sein, dass es Usern gelingt, mittels der preisgegebenen Informationen Ihr Unternehmen zu erahnen.

In Ihrem Fall kann ich nur raten, einen erfahrenen Experten mit einer ausführlichen Risikoanalyse mit Betrachtung aller Schnittstellen zu beauftragen,
der das Vertrauen Ihrer Geschäftsführung genießt.

Der Beitrag wurde von Sonntag bearbeitet: 15.02.2024, 14:48 Uhr


--------------------
Mit freundlichen Grüßen
aus dem Naheland
Sonntag
   
1 Besucher lesen dieses Thema (Gäste: 1)
0 Mitglieder: