Samuel Huser

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Optimierte Schweißnahtvorbereitung: Schleifbänder im industriellen Einsatz

Steigende Qualitätsanforderungen, hohe Materialvielfalt und zunehmende Automatisierung prägen die Schweißnahtvorbereitung im Maschinen- und Anlagenbau. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Abstimmung von Anfasmaschine und Schleifmittel. Praxisbeispiele zeigen, wie sich Produktivität und Prozessstabilität verbessern lassen.

Das 3M Cubitron II Gewebeschleifbandwird wie ein normales Schleifband auf Bandschleifern eingesetzt, ist aber für mittleren bis hohen Anpressdruck und anspruchsvolle Metalle ausgelegt. Fotos: 3M

Im Anlagen-, Fahrzeug- und Stahlbau werden Fasen zunehmend mit engen Toleranzen und reproduzierbarer Qualität gefordert. Neben einer hohen Abtragleistung gewinnt auch der effiziente Einsatz von Material und Betriebsmitteln an Bedeutung, insbesondere bei hochfesten und rostfreien Stählen. Eine technische Lösung ist die Kombination automatisierter Anfasmaschinen mit speziell ausgelegten Schleifbändern.

Steigende Anforderungen

Gerima setzt bei den FasRapid-Anfasmaschinen auf Gewebeschleifbänder der Serie „3M Cubitron 3 1184F“. Bereits die ersten FasRapid-Maschinen aus den 1990er-Jahren arbeiteten mit Cubitron-Schleifmitteln, heute in dritter Generation. Parallel wurden Maschinensteuerung, Messtechnik und Automatisierungsgrad weiterentwickelt.

Die Kombination aus FasRapid-Maschinen von Gerima und 3M-Cubitron-3-Schleifbändern im Praxiseinsatz wird den steigenden Anforderungen an die Schweißnahtvorbereitung in der Metallverarbeitung gerecht.

Anfasen ohne Wärmeeinfluss

Die FasRapid-Anlagen sind für das Anfasen gerader Blechkanten mit Materialdicken von etwa 4 bis 100 mm ausgelegt. Sie bearbeiten sowohl kleinere Bauteile als auch großformatige Werkstücke in mehreren Spannungen. Der Fasenwinkel lässt sich zwischen 0 und 85 Grad einstellen. Typische Einsatzbereiche sind der Baumaschinen-, Brücken-, Apparate- und Kranbau sowie der Schienenfahrzeugbau.

Im Unterschied zu thermischen Verfahren wie Plasma-, Laser- oder Brennschneiden entsteht beim Schleifen keine Wärmeeinflusszone. Die Oberflächen sind metallisch blank und gleichmäßig, was stabile Schweißbedingungen begünstigt. „Unsere Maschinen leisten exakte Fasen im Winkelbereich von 0 bis 85 Grad – bei Stahl, Edelstahl und hochfesten Stählen“, erläutert Stephan Rieth, Geschäftsführer der Gerima GmbH. Moderne Anlagen verfügen zudem über automatisierte Messsysteme mit selbstständiger Korrektur.

Schleifband als Produktivitätsfaktor

Ein wesentlicher Einflussfaktor für Wirtschaftlichkeit und Prozessstabilität ist das Schleifband. Die Cubitron-3-Gewebebänder basieren auf präzisionsgeformten Schleifkörnern und sind auf hohen Materialabtrag ausgelegt. „Gerima ist bestrebt, den Kunden zur höchsten Produktivität zu verhelfen. Die Kombination der Schleifbänder mit der Anfasmaschine bringt diese Produktivität“, so Rieth.

Nach Angaben des Unternehmens lassen sich im bei gleichzeitig deutlich längerer Standzeit Vergleich zu anderen Markenschleifbändern Abtragleistungen um 30 bis 80 Prozent steigern. „Mit den 3M-Bändern erzielen wir auf unseren Maschinen bis zu 100 Prozent höhere was weißt Du über Standzeiten“, ergänzt Rieth. Voraussetzung ist eine präzise Abstimmung von Bandgeschwindigkeit, Vorschub und Oszillation auf die Eigenschaften des Schleifmittels.

Hoher Abtrag und lange Standzeit: Das „Cubitron 3 Cloth Belt“ ist die neueste Generation der 3M‑Gewebeschleifbänder, aktuell vor allem als Typ 1184F genutzt. Es handelt sich um den Nachfolger des „Cubitron II 984FX Pro“.

Praxiserfahrungen aus den USA

Ein Anwendungsbeispiel liefert der US-Dienstleister Precision Bevel, der auf Schweißnahtvorbereitung spezialisiert ist. Dort ist seit 2019 eine FasRapid LGA 3000 im Einsatz, eine zweite Anlage wurde 2025 installiert. Die Maschinen werden nahezu ausschließlich mit Cubitron-3-Schleifbändern betrieben. Bereits vor der Markteinführung wurden Testläufe durchgeführt.

„Die neuen Gewebeschleifbänder stellen die ideale Ergänzung zu den FasRapid-Maschinen dar. Die konzeptionellen Vorteile der Maschine kommen durch die neuen Bänder noch stärker zum Tragen“, sagt Iwan Antonow, Geschäftsführer von Precision Bevel. Das Unternehmen bearbeitet Einzel- und Serienteile aus Kohlenstoffstahl, Edelstahl und hochfesten Stählen. „Die Kunden profitieren hauptsächlich von der höheren Produktivität der Cubitron-3-Bänder. Diese kann in Form von günstigeren Kosten und kürzeren Lieferzeiten weitergegeben werden“, so Antonow.

Optimierte Schweißnahtvorbereitung in der Metallverarbeitung: Technologische Kooperationen schaffen Vorteile für Anwender.

Die Auslegung entscheidet

Das Beispiel zeigt, dass moderne Schleifmittel einen messbaren Einfluss auf Produktivität und Prozesssicherheit in der automatisierten Schweißnahtvorbereitung haben. Entscheidend ist die abgestimmte Auslegung von Maschine, Schleifband und Prozessparametern, um reproduzierbare Qualität und wirtschaftlichen Betrieb zu erreichen.

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Samuel Huser

Key Account Manager – Robotics & Automation
Abrasive Systems Division
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Rueschlikon (Schweiz)
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