
Titelinterview
Zwischen Wettbewerbsdruck und Digitalisierung
Der Werkzeugmaschinenbau steht unter wachsendem Wettbewerbsdruck aus Asien, steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen und einem tiefgreifenden technologischen Wandel. Tobias Trautmann, der zusammen mit Ralf Großhauser als Geschäftsführer die Vollmer Werke Maschinenfabrik leitet, erläutert im Interview mit dem IndustryArena eMagazine, wie sich das Unternehmen strategisch positioniert – von Hybridbearbeitung über Automatisierung bis hin zum Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Zudem fordert er faire Wettbewerbsbedingungen und eine konsequente Durchsetzung europäischer Normen.
Wie ist Ihr erstes Jahr an der Spitze von Vollmer verlaufen?
Trautmann:
Wie bewerten Sie die Position der Schleiftechnik in Deutschland?
Trautmann:
Welche technologischen Trends prägen die Branche?
Trautmann:
Der Markt fordert eigentlich konträre Ziele. Er verlangt höhere Effizienz und kürzere Prozesszeiten bei zugleich steigenden Qualitätsanforderungen. Bei Rotationswerkzeugen bewegen wir uns im Bereich von zwei bis fünf Mikrometern Genauigkeit. In unseren Hybridlösungen erfolgt zunächst der Materialabtrag durch Erodieren, anschließend das präzise Finish durch Schleifen. So lassen sich Präzision und Oberflächenqualität gezielt kombinieren.
Laserbearbeitung von PKD-Werkzeugen: Minimaler Materialabtrag und lange Standzeiten ermöglichen neue Geometrien und höhere Produktivität.
KI unterstützt bei Zyklenprogrammierung, Analyse großer Datenmengen und Optimierung von Fertigungsprozessen.
Sind hybride Verfahren grundsätzlich effizienter?
Trautmann:
Vollmer setzt stark auf Automatisierung. Wie ist der Stand der Entwicklung?
Trautmann:
Deshalb rüsten wir Bestandsmaschinen nach und statten Neuanlagen konsequent mit Automationszellen aus. Ziel ist eine möglichst mannlose Nutzung rund um die Uhr. Dabei geht es nicht nur um das Be- und Entladen von Werkstücken, sondern auch um periphere Tätigkeiten wie Kennzeichnung oder Handhabungsprozesse. Diese Aufgaben bündeln wir in integrierten Automationslösungen.
Automationszelle im Einsatz: Maschinen werden rund um die Uhr mannlos betrieben, um Effizienz und Ressourcennutzung zu steigern.
Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz?
Trautmann:
Wir arbeiten daher an effizienteren Kühlsystemen, optimieren Haupt- und Nebenzeiten und prüfen alternative Komponenten wie Plattenwärmetauscher. Ziel ist es, den CO₂-Fußabdruck der Maschinen im Betrieb zu reduzieren – auch wenn dies im Markt nicht immer durch höhere Preise honoriert wird.
Wie beeinflussen künstliche Intelligenz und Digitalisierung Ihre Entwicklung?
Trautmann:
Auch in der Werkzeugprogrammierung, beim User Interface oder in internen Prozessen setzen wir KI ein. Systeme wie ChatGPT oder Copilot unterstützen Mitarbeitende bei Analyse, Dokumentation und Kommunikation.
Im Kundenservice analysiert KI große Datenmengen, um Fehler schneller zu identifizieren. Schulungsunterlagen werden für interaktive Anwendungen aufbereitet. Damit lassen sich Serviceleistungen trotz Fachkräftemangels effizienter bereitstellen.
Hybridbearbeitung bei Vollmer:
Kombination aus Erodieren und Schleifen für höchste Präzision bei Rotationswerkzeugen. Fotos: Vollmer
Von welcher Form der KI sprechen wir konkret?
Trautmann:
Welche Schwerpunkte setzt Vollmer während der GrindingHub?
Trautmann:
Zudem präsentieren wir Weiterentwicklungen unserer Laser-, Schleif- und Hybridmaschinen. Neue Technologien reduzieren Nebenzeiten und erweitern die Möglichkeiten bei komplexen Geometrien. Wichtig ist uns die Integration in bestehende ERP-Systeme, um Prozesse ganzheitlich abzubilden.
Modulares Greifersystem: Flexibles Handling in der GrindingHub-Automationszelle reduziert Nebenzeiten und erhöht Maschinenlaufzeiten.
Wie blicken Sie auf die kommenden Jahre?
Trautmann:
Kontakt
Tobias Trautmann
Geschäftsführer
VOLLMER WERKE Maschinenfabrik GmbH
Biberach/Riß
E-Mail senden
Kontakt Marketing
Ingo Wolf
Leiter Marketing Services
Tel. +49 7351 571-277
E-Mail senden
