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High-End-Bikes – konstruiert und gefertigt in Deutschland - TEST
Abwärts mit Höchstgeschwindigkeit. Da liegen dem Biker nicht nur Steinchen im Weg, sondern mitunter ganze Felsbrocken oder es geht im freien Fall meterweit nach unten. Bei solchen Belastungen und Strapazen eines Fahrrads kommt es wohl kaum auf Feinabstimmung an, könnte man meinen. Aber weit gefehlt: Was den Fahrer dann vor Stürzen oder einem Halsbruch bewahrt, ist gerade die präzise Abstimmung von Feder, Gabel, Rädern und Antrieb. Und die Qualität der einzelnen Bauteile, für die der Name Nicolai bürgt. Dabei helfen einerseits die passenden Werkzeugmaschinen und Werkzeuge, andererseits auch die CAD- und CAM-Software mit ihren vielfältigen Funktionen und optimalen Prozesswegen. Solidworks mit dem nahtlos integrierten CAMWorks verleiht der Mountainbike-Manufaktur Nicolai aus Lübbrechtsen bei Hildesheim die Flexibilität, um außergewöhnliche Räder herzustellen.
Guter Rat ist nicht teuer, wenn es um die Frage geht, auf welches Zweirad man sich setzen soll. Gutes Rad kostet zwar mehr als eines aus Massenproduktion, aber das ist es den Enthusiasten weltweit auch wert. Und wenn man den Stall kennt, aus dem das Rad kommt, dann hat man ein ganz anderes Gefühl dabei, wenn es richtig ab geht. Nicolai-Räder werden auf einem ehemaligen Bauernhof im niedersächsischen Lübbrechtsen mit Liebe zum Detail gefertigt. So vielfältig wie die Kunden sind auch die Mountainbikes. In dem denkmalgeschützten Gebäude findet man jeden Winkel genutzt, um die komplette Entwicklung und Fertigung der High-End-Bikes unterzubringen.
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„Die einen wollen handgenähte Schuhe, die anderen ein eigens für sie angefertigtes Fahrrad“, berichtet Geschäftsführer Karlheinz Nicolai. Er hat das Unternehmen gegründet und im Lauf von 22 Jahren eine weltbekannte Marke daraus gemacht. Der typische Kunde „hat bereits drei Räder und sucht das vierte, das genau zu ihm passt und ganz und gar keine Massenware ist“, erklärt Nicolai und sagt selbstbewusst: „Wir sind das letzte Unternehmen weltweit, das mit einer eigenen Marke eine hohe Stückzahl im eigenen Haus fertigt.“
Jedes ausgelieferte Rad ist nicht nur passend vom Käufer gewählt, sondern auch dem Fahrer angepasst, der es dann nutzen wird – vorwiegend in der Freizeit, oft auch im Wettkampf – und dann nicht selten als Sieger. Denn die Bikes sind professionell gefertigt und technologisch auf dem neuesten Stand. Jährlich entstehen so mehr als 1000 ganz besondere Zweiräder.
„Das ist unser Erfolgsgeheimnis“, verrät Nicolai. Kunden schätzen es sehr, dass das Produkt exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Das beginnt bei der individuellen Beratung und endet bei dem liebevoll und hochwertig hergestellten Mountainbike.
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Wie Hühner auf der Stange kommen dem Besucher im Stall voller Mountainbikes die hängenden Rahmen vor. Die Nester sehen allerdings eher aus wie Werkzeugmaschinen von Brother oder Haas. Und die Kapazität des Maschinenparks stößt an ihre Grenzen. Mehr lässt sich in den Gebäuden wohl kaum unterbringen. Den Showroom beherbergt eine angrenzende Scheune: Hightech inmitten landwirtschaftlicher Atmosphäre.
Diese moderne Verbindung funktioniert nur, wenn alles nahtlos zusammenpasst. Denn die Ansprüche der Kunden sind hoch und die Ergebnisse werden schnell erwartet. „Wir brauchen Werkzeuge, um zu höherer Agilität zu kommen“, ergänzt Nicolai. Dem Geschäftsführer ist es deshalb wichtig, die volle Prozesskette zu beherrschen – und gute Partner zu haben. So beginnt der erste Schritt mit einem virtuellen Rad, zum individuell gefertigten Produkt sind es dann nur noch wenige Umdrehungen. „Bei der Konstruktion bietet uns Solidworks genau das, was wir brauchen“, sagt Nicolai.
Kontaktdaten des Autors
Georg Dlugosch
IndustryArena eMagazine Oberndorf am Neckar
Kontakt | Anwender
Karlheinz Nicolai
Geschäftsführer NICOLAI Gesellschaft für Zweirad- und Maschinenbau mbH Lübbrechtsen Tel. +49 5185 602 66 710 E-Mail senden
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