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Hartfräsen Zustellung

Beitrag 10.03.2019, 23:15 Uhr
Mikrofraeser
Mikrofraeser
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Beiträge: 4

Guten Abend,

ich habe an meiner Maschine immer das Problem das die HB Fräser relativ schnell durch sind. Ich arbeite an einer Mikron WF31D mit Stufengetriebe.
Dadurch bin ich halt an Rechnerei gebunden. Ich suche mir immer den härtesten, zähsten Werkstoff aus den wir haben, wir bearbeiten grundsätzlich immer die gleichen Werkstoffe, und richte mich nach dieser Schnittgeschwindigkeit.

Die Werte sind bezogen vom Hersteller, muss diese halt nur runter rechnen über den Zahnvorschub.
Jetzt habe ich nur das Problem mit der Zustellung. Währen ich Fräser mit Eckenradius immer mit ca. 0,1xR fahren lasse, habe ich für scharfe Fräser keine wirklichen Richtwerte.

6mm 0,04-0,05
10mm 0,08-0,1
12mm 0,1-0,13

Das sind so meine Richtwerte für einfach HB-Schaftfräser. Kann man eine allgemeine Formel aufstellen für ap? Ich habe zwar aus meiner Schulzeit noch ein Tabellenbuch, aber die Werte sind nur für ungehärtete Materialien und auch nicht immer besonders gut^^

Für ae kenne ich die Formel 0,3 x D und damit fahre ich auch gut, nur ich denke die Tiefenzustellung machts bei mir.

Ich probiere zwar immer mal aus, aber das geht irgendwann ins Geld und die Kollegen tendieren zu mehr Zustellung, die haben aber auch moderne Maschinen die die Herstellerangaben erreichen können.

Der Beitrag wurde von Mikrofraeser bearbeitet: 10.03.2019, 23:17 Uhr
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Beitrag 11.03.2019, 16:18 Uhr
Rainer60
Rainer60
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Beiträge: 344

Hoi Mikrofraeser

Beim Mikrofräsen wähle ich die Zustellung "Summe ap + ae = 1/3D".

1/3D ae beim Hartfräsen (60HRC) scheint mir sportlich mit der alten Dame, es sei denn Du stellst nur 1mm ap zu. Aber dann sind die Ecken im nu hinüber.

Welche Summen (ap+ae zu D) fahren denn die Kollegen? Und vor allem welche Mittenspandicken resultiert bei denen?
Wenn die Mittenspandicke zu gering ist, dann reibt sich der Fräser die Schneidkanten eher rund.


--------------------
Gruss Rainer

"Es gibt immer eine Lösung - manchmal auch eine Andere"l
Meine Ratschläge sind kostenlos und müssen nicht angenommen werden...
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Beitrag 22.03.2019, 23:31 Uhr
Mikrofraeser
Mikrofraeser
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Beiträge: 4

In der Regel versuche ich so viel Tiefe zuzustellen wie ich kann, weil die Ecken sind sofort hin bei den Fräsern.

Was die für die mittlere Spanungsdicke raus haben kann ich nicht sagen. Zumal es leider auch nichts bringt. Ich habe die Schnittwerte auch öfter schon von denen einstellen lassen, aber auf der Maschine will das dennoch nicht so wirklich, bzw. es geht eigentlich wirklich gut, es kommt nur auf die Härte an.

Wie kann ich denn da rechnen? Die Schnittwerttabellen geben mir auch Formlen für ap und ae, nur benutze ich diese nicht, da die bei zunehmender Härte nicht mehr laufen. In den Tabellen stehen halt nur Zugefestigkeit und Co. Härtegrade sind leider keine eingetragen.
Ich kann dann darüber rechnen, nur müsste ich wissen wie es sich bei 30 HRC verhält und wie bei 65 HRC.



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Beitrag 23.03.2019, 07:10 Uhr
Rainer60
Rainer60
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Beiträge: 344

ZITAT(Mikrofraeser @ 22.03.2019, 23:31 Uhr) *
In der Regel versuche ich so viel Tiefe zuzustellen wie ich kann, weil die Ecken sind sofort hin bei den Fräsern.

Was die für die mittlere Spanungsdicke raus haben kann ich nicht sagen. Zumal es leider auch nichts bringt. Ich habe die Schnittwerte auch öfter schon von denen einstellen lassen, aber auf der Maschine will das dennoch nicht so wirklich, bzw. es geht eigentlich wirklich gut, es kommt nur auf die Härte an.

Wie kann ich denn da rechnen? Die Schnittwerttabellen geben mir auch Formlen für ap und ae, nur benutze ich diese nicht, da die bei zunehmender Härte nicht mehr laufen. In den Tabellen stehen halt nur Zugefestigkeit und Co. Härtegrade sind leider keine eingetragen.
Ich kann dann darüber rechnen, nur müsste ich wissen wie es sich bei 30 HRC verhält und wie bei 65 HRC.


Hoi
Mit rechnen alleine wirst wohl nicht weiterkommen, sondern die passenden Daten für Deine Maschine empirisch ermitteln müssen. 30HRC ist weich und von 62-65HRC ist nochmals eine andere Liga. Da würde ich je nach Festigkeit / Härte des Werkstückes, den geeigneten Fräser aussuchen. Die Hersteller geben Richtwerte zur Vs bei entsprechender Festigkeit / Härte an und eher am unteren Ende beginnen. So hast mal einen Anfangsrichtwert für die Drehzahl.

Was die Zustellungen ae und ap betrifft, wird die Maschinenstabilität die Grenzen setzen und wohl nur durch Versuche zu ermitteln sein unter Berücksichtigung Fz/hm.
Da würde ich mir eine eigene Datenliste erstellen. Z.B. mit einem 10er Fräser ap10mm und ae1mm beginnen. Sukzessive die ae erhöhen und das optimal erscheinende Ergebnis notieren. Die Späne geben auch Auskunft ob es ihnen gepasst hat oder nicht. Angenommen ae opt. wäre 2mm, dann versuche mal mit ap 20mm und ae1mm. Ich vermute, dass dies die Spindel dann nicht mehr mag und mit ae etwas zurück und/oder die Vs reduzieren musst.

Wenn Du 3 Werte in einer Grafik mit einer Kurve verbindest, hast einen Anhaltspunkt zum Zustellungsverhältnis (Summe ae+ap zu FräserØ).
Das Ganze mit verschiedenen Materialien und FräserØ nimmt einige Zeit in Anspruch, aber so ist die Datenermittlung nun mal.
Wenn alles beisammen hast, kannst es z.B. in ein logarithmisches Diagramm einbringen und eine nützliche Datenliste im Werkzeugschrank. wink.gif

Das Kosten/ Nutzenverhältnis einer solchen Übung muss jedoch gut überlegt sein.


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Gruss Rainer

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Beitrag 24.03.2019, 16:18 Uhr
Johannes
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Beiträge: 13

ZITAT(Mikrofraeser @ 11.03.2019, 00:15 Uhr) *
Guten Abend,

ich habe an meiner Maschine immer das Problem das die HB Fräser relativ schnell durch sind. Ich arbeite an einer Mikron WF31D mit Stufengetriebe.
Dadurch bin ich halt an Rechnerei gebunden. Ich suche mir immer den härtesten, zähsten Werkstoff aus den wir haben, wir bearbeiten grundsätzlich immer die gleichen Werkstoffe, und richte mich nach dieser Schnittgeschwindigkeit.

Die Werte sind bezogen vom Hersteller, muss diese halt nur runter rechnen über den Zahnvorschub.
Jetzt habe ich nur das Problem mit der Zustellung. Währen ich Fräser mit Eckenradius immer mit ca. 0,1xR fahren lasse, habe ich für scharfe Fräser keine wirklichen Richtwerte.

6mm 0,04-0,05
10mm 0,08-0,1
12mm 0,1-0,13

Das sind so meine Richtwerte für einfach HB-Schaftfräser. Kann man eine allgemeine Formel aufstellen für ap? Ich habe zwar aus meiner Schulzeit noch ein Tabellenbuch, aber die Werte sind nur für ungehärtete Materialien und auch nicht immer besonders gut^^

Für ae kenne ich die Formel 0,3 x D und damit fahre ich auch gut, nur ich denke die Tiefenzustellung machts bei mir.

Ich probiere zwar immer mal aus, aber das geht irgendwann ins Geld und die Kollegen tendieren zu mehr Zustellung, die haben aber auch moderne Maschinen die die Herstellerangaben erreichen können.


Ich war ehemal Anwendungstechniker.
0,1x Schneidenradius wären mir bei einem Torusfräser bei stirnseitigem Einsatz zu gering, 0.2-0,3x R je nach Härte dürften es schon sein! und zwischen 56 HRc wie im Formenbau und einem 1.2379 mit 63HRc im Schnittwerkzeugbau liegen schon Welten!

Beim seitlichen Einsatz wären mir 0,3xd ae schon zu viel, es sei denn du fährst sehr wenig ap. Das würde ich nicht tun, beim seitlichen Hartfräsen lieber die Schneidenlänge möglichts ganz ausnützen und ca. 0,1-0,15 xD ae, je nach Härte
Eine sehr gutes Schnittwertprogramm hatte früher die Fa. Prototyp Werkzeuge CCS, das hat sogar auf die Werkzeuge des Wettbewerbs gepasst. Heute ist das Walter Prototyp, kann man downloaden als app. Ob es noch so gut wie früher ist, habe ich nicht überprüft. Früher hat die Software ap, ae und Härte kalkuliert und war eigentlich unfehlbar
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