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Keller Lufttechnik News

Maßstab für reine Luft.

Neue Containmentlösung in der Entstaubungstechnik

Wenn Beschäftigte zum Beispiel in der Pharmaindustrie potenziell gefährliche Stoffe verarbeiten, ist gutes Containment gefragt, um sie zu schützen. Leistungsfähige Entstaubungsanlagen filtern diese Stoffe aus der Luft. Bei der Entsorgung der Partikel fehlten bislang günstige Lösungen, die zu kleinen Absauganlagen passen. Keller Lufttechnik entwickelte ein Bag-in-Bag-System für Trockenabscheider, das Anfang 2019 auf den Markt kommen soll.

In der Pharmaindustrie steigen die Anforderungen an einen sicheren Herstellungsprozess. Denn die Wirkstoffe, mit denen die Beschäftigten dort arbeiten, werden immer potenter. Um potenzielle Gefahren zu minimieren, sind gute Containmentlösungen gefragt. Unter Containment verstehen Fachleute die Einhausung von Geräten und den darin verarbeiteten Substanzen, mit denen die Beschäftigten so wenig wie möglich in Berührung kommen sollten. Nur minimale Mengen in der Atemluft erlaubt Das Gefährdungspotenzial, das von einem Stoff ausgeht, wird durch den sogenannten OEB-Wert beschrieben. OEB steht für „Occupational Exposure Band“, also die Klassifizierung berufsbedingter Belastung. Es gibt sechs OEB-Klassen (1 bis 6). Je höher die Zahl, umso strenger sind die Anforderungen. OEB 4 und OEB 5 sind inzwischen häufig gefordert. Für OEB 4 gilt ein Occupational Exposure Limit (OEL) von ein bis unter zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das OEL gibt an, wie viel eines Stoffes in einem Kubikmeter Atemluft enthalten sein darf, damit ein Mensch sie acht Stunden lang gefahrlos einatmen kann. OEB 5 erlaubt lediglich weniger als ein Mikrogramm eines Stoffes in einem Kubikmeter Luft. Das würde einem zwanzigstel Teelöffel der Substanz im Rauminhalt des Empire State Building entsprechen.

Gängig aber teuer: Entsorgung mit Endlosschlauch
„Unseren Absauganlagen gelingt es, die Abluft an Maschinen so gut zu filtern, dass sie strenge Emissions-Grenzwerte einhält“, sagt Leopold Rang, Leiter Produktmanagement bei Keller Lufttechnik. „Die Herausforderung liegt an anderer Stelle: Bei der Entsorgung der Stäube könnten Beschäftigte einer zu hohen Konzentration der gefährlichen Substanzen ausgesetzt sein.“ Aus diesem Grund fangen Entstaubungsanlagen die Partikel, die sich beim Abreinigen vom Filter lösen, oft in Endlosschläuchen auf. Ist ein Sack gefüllt, verschließen ihn die Beschäftigten oben doppelt und durchtrennen ihn zwischen den beiden Verschlüssen. Den unteren Teil entsorgen sie, den oberen ziehen sie so weit nach unten, dass ein neuer Sack entsteht, der die aus der Luft gefilterten Partikel aufnehmen kann. „Der Nachteil des Systems: Die Bauweise ist sehr aufwendig und teuer“, erklärt Leopold Rang. Bei großen Entstaubungsanlagen mit Luftvolumenströmen von 10.000 bis 15.000 Kubikmetern pro Stunde stehe der Invest noch in einem angemessenen Verhältnis zum Preis der Gesamtanlage, auf kleinere Anlagen treffe das allerdings nicht zu.

Trend zu kleineren Entstaubungsanlagen
„Wir beobachten einen Trend hin zu kompakteren Filtersystemen, denn viele Hersteller möchten ihre Produktion heute flexibler anpassen können“, so Rang. „Für diese Anlagen mit Volumenströmen von 1.500 bis 2.000 Kubikmetern Luft pro Stunde benötigten wir neue Containmentstrategien für den Entsorgungsvorgang.“

Bag-in-Bag-System: wirtschaftliche Lösung für kompakte Anlagen
Die Lösung, die die Ingenieure bei Keller Lufttechnik dafür einsetzen, lässt sich als Bag-in-Bag-System bezeichnen. Einen vollen Entsorgungssack verschließen die Beschäftigten dabei wie gehabt doppelt und trennen ihn ab. Der obere Teil bleibt, unten verschlossen, an der Entstaubungsanlage hängen. Nun stülpen die Zuständigen einen weiteren Sack darüber und fixieren ihn oberhalb des vorhandenen Sackrestes. Sie greifen sich nun diesen Sackrest durch den neuen Sack hindurch und ziehen ihn von seiner Befestigung ab, so dass er als Abfall in das Behältnis fällt – eine ebenso einfache wie kostensparende Lösung. „Anfang 2019 soll unser neues System auf den Markt kommen“, kündigt Leopold Rang an.

Containment für immer mehr Branchen wichtig
Mit diesem sicheren Entsorgungssystem plant Keller Lufttechnik auch Märkte jenseits der Chemie- und Pharma-Branche zu erschließen. Denn in anderen Segmenten steigen die Sicherheitsanforderungen ebenfalls: Quarzstaub, wie er in der Keramik- und Betonherstellung anfällt, wird heute beispielsweise als krebserregend (kanzerogen) eingestuft. Es sind daher neue Arbeitsplatzgrenzwerte dafür in Kraft getreten. Ein anderes Beispiel: Die Verarbeitung von kohlefaserverstärkten Kunststoffen (CFK) setzt feine Fasern frei, die leitfähig sind und zu Kurzschlüssen in Schaltanlagen führen können. In diesen Fällen ist der Einsatz der neuen Containmentlösung daher genauso sinnvoll.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Keller Lufttechnik GmbH + Co.KG

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