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Siemens Forum

Digital Industries, Motion Control, Machine Tool Systems

Polygonwelle drehen

Beitrag 03.01.2017, 10:47 Uhr
NoPa
NoPa
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Mitglied seit: 14.10.2016
Beiträge: 14

Hallo!

Ist es möglich auf einer Drehmaschine (1 Revolver, Y-Achse, C-Achse und Reitstock) mit Steuerung 840D Powerline eine Polygonwelle zu drehen?
Oder gibt es evtl. Zyklen dafür? (Option)

Wie geht man sowas überhaupt an? Haben leider noch keine Erfahrung mit solch einer Form...


Vielen Dank

Der Beitrag wurde von NoPa bearbeitet: 03.01.2017, 10:48 Uhr
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Beitrag 03.01.2017, 11:13 Uhr
Guest_guest_*
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Eine Erklärung zum "Polygondrehen" findest Du im Programmierhandbuch Arbeitsvorbereitung, das Du zur Maschine bekommen hast.
Evtl. auch als PDF-Datei auf der Datensicherungs-CD.
Einen Zyklus gibt es nicht dafür.
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Beitrag 03.01.2017, 11:20 Uhr
Basti86
Basti86
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Beiträge: 24

Hi,
also ich weiß nicht ob es Dir weiter hilft aber, als erstes würde ich die Welle in die Polygonform fräsen.
Und dann stellt sich mir die Frage ob drehen da überhaupt genau genug ist? Solche Polygonwellen werden doch in ihre Form
geschliffen und nicht gedreht? Beispiel Kurbelwelle........
Wenn Du sie schleifst kannst Du dann auch deine C-Achse dafür mit nutzen.

LG Basti
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Beitrag 03.01.2017, 11:27 Uhr
Andy742000
Andy742000
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Mitglied seit: 15.09.2012
Beiträge: 3.738

Hallo

Du sprichst von der Steuerung Powerline. Also geht es wohl um klassichen G-Code ?

Möglich ist alles und vieles.
Um das ganze dir einfacher zu machen, würde ich auf die Technologie Drehfräsen setzen.
Hier kannst du mit der C Achse und den Achsen X und Y synchronisiert das Polygon als Segment beschreiben.

Das du keine Angabe über das Aussehen des Polygons machst, versuche ich das mal so zu beschreiben.
Wir nehmen an das es sich um eine Form ähnlich Capto handelt. ( angetriebene Werkzeuge vorausgesetzt )

Wichtig ist das du im Bahnsteuerbetrieb mit G64 arbeitest. Dann zerlegst du das Polygon in 3 Segmente. Erster Großer Radius mit kleinem Anschlußradius. In Verbindung mit "TRACYL" kannst du jetzt in der Folge Wiederholung der Segmente ( Inkrementaler Y Bewegung) bei gleichzeitiger Z Bewegung relativ einfach programmieren. Um das Polygon abzuschließen, falls es an einem Bund endet, würde ich die Z Bewegung mit einem Parameter versehen, der dann im letzten Umlauf auf 0 gesetzt wird.

Eine andere Lösung wäre das Fräsen von der Stirnseite her, mit TRANSMIT.

Entsprechende Beispiele findest du ua um Programmierhandbuch Arbeitsvorbereitung für diese Steuerung.

Maximale Erfolge


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MfG
Andy

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4 BIT NC, Kugelschrittschaltwerk
Numerik 600 + Lochstreifen
und nun nicht weiter gekommen als bis zur Sinumerik ;-)

PS : Ich hasse R- Parameter ! Aus Rxxx wird unter Beachtung der Mond-Parabel und der "ERDschen" Glockenkurve nach der Division mit PI/8 + Werkhallenhöhe ein neuer sinnvoller Parameter Rxxx

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Beitrag 03.01.2017, 11:34 Uhr
Guest_guest_*
Themenstarter

Gast



ZITAT(Basti86 @ 03.01.2017, 11:20 Uhr) *
Hi,
also ich weiß nicht ob es Dir weiter hilft aber, als erstes würde ich die Welle in die Polygonform fräsen.
Und dann stellt sich mir die Frage ob drehen da überhaupt genau genug ist? Solche Polygonwellen werden doch in ihre Form
geschliffen und nicht gedreht? Beispiel Kurbelwelle........
Wenn Du sie schleifst kannst Du dann auch deine C-Achse dafür mit nutzen.
LG Basti


Polygondrehen an einer Kurbelwelle? Oder meinst du vielleicht Exzenterdrehen? wink.gif
Hier gehts um "Mehrkant-Drehen".
Polygondrehen oder Mehrkantdrehen erfolgt mit einem Einzahn-Glockenfräser, indem das AGWZ sich bei bei einem Sechskant sechsmal schneller dreht, als das Werkstück. Gerade Flächen ergeben sich nur, wenn Hauptspindel und AGWZ im richtigen Übersetzungsverhältnis synchron laufen.
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Beitrag 03.01.2017, 11:48 Uhr
Andy742000
Andy742000
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ZITAT(guest @ 03.01.2017, 11:34 Uhr) *
Polygondrehen an einer Kurbelwelle? Oder meinst du vielleicht Exzenterdrehen? wink.gif
Hier gehts um "Mehrkant-Drehen".
Polygondrehen oder Mehrkantdrehen erfolgt mit einem Einzahn-Glockenfräser, indem das AGWZ sich bei bei einem Sechskant sechsmal schneller dreht, als das Werkstück. Gerade Flächen ergeben sich nur, wenn Hauptspindel und AGWZ im richtigen Übersetzungsverhältnis synchron laufen.

Muss nicht zwanghaft ein einschneidiger sein wink.gif
Das Verhältnis Zähnezahl zu den entstehenden Flächen muss sich in einem Ganzzahligen Übersetzungsverhältnis wiederspiegeln.
zb 6 Kant geht auch mit 3 Messern / Schneiden

Für den 6 Kant wäre dann möglich 1:6 für ein Messer, 1:3 für zwei Messer oder 1:2 für drei Messer.


Auch bekannt unter dem Begriff Schlagdrehen ...
Aber das hat alles nichts mit einem Polygon oder einem Exzenter zu tun wink.gif

Der Beitrag wurde von Andy742000 bearbeitet: 03.01.2017, 11:53 Uhr


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Andy

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Beitrag 03.01.2017, 12:05 Uhr
Guest_guest_*
Themenstarter

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Guckst du hia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Polygon

https://de.wikipedia.org/wiki/Exzenter

http://www.matthiashertel.de/Technologien/...ntschlagen.html

Der Beitrag wurde von guest bearbeitet: 03.01.2017, 12:15 Uhr
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Beitrag 03.01.2017, 22:08 Uhr
InTex
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...oder hier:

http://www.iprotec.de/leistungen/unrundbea...tung/index.html


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Eine Schraube ohne Gewinde ist ein Nagel

Grüsse aus dem Harz - InTex
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Beitrag 04.01.2017, 09:15 Uhr
NoPa
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also das was Andy geschrieben hat mit "TRACYL" oder "TRANSMIT" werde ich mal so ins Auge fassen. Hört sich recht plausibel an!
Leider kenne ich die genaue Form noch nicht...Zeichnung wurde noch nicht an die Fertigung freigegeben. Passiert aber demnächst hoffe ich.

Und guest, in der Programmieranleitung Arbeitsvorbereitung habe ich schon nachgesehen aber ich finde da irgendwie nur die Beschreibung zum Polynom usw... hilf mir mal auf die Sprünge bitte smile.gif

ich danke euch!!
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Beitrag 04.01.2017, 12:12 Uhr
Guest_guest_*
Themenstarter

Gast



Arbeitsvorbereitung
Programmierhandbuch, 01/2015, 6FC5398-2BP40-5AA2
Seite 515
Kapitel 12.5 Synchronspindel
Das ist kurz und knapp, denn da gibts nicht viel zu erklären.

Wenn du aber ein Mehrkant fräsen willst, dafür gibt es freilich einen Zyklus. CYCLE79 - Mehrkant. wink.gif
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Beitrag 04.01.2017, 12:38 Uhr
Andy742000
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Hi
ZITAT(guest @ 04.01.2017, 12:12 Uhr) *
Arbeitsvorbereitung
Programmierhandbuch, 01/2015, 6FC5398-2BP40-5AA2
Seite 515
Kapitel 12.5 Synchronspindel
Das ist kurz und knapp, denn da gibts nicht viel zu erklären.

Wenn du aber ein Mehrkant fräsen willst, dafür gibt es freilich einen Zyklus. CYCLE79 - Mehrkant. wink.gif

Ich will dir jetzt nicht auf die Füße treten, aber der TE sprach von einer Powerline, damit dürfte Ausgabe das Handbuch aus dem Jahre 2015 wohl die falsche sein.


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MfG
Andy

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PS : Ich hasse R- Parameter ! Aus Rxxx wird unter Beachtung der Mond-Parabel und der "ERDschen" Glockenkurve nach der Division mit PI/8 + Werkhallenhöhe ein neuer sinnvoller Parameter Rxxx

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Beitrag 04.01.2017, 13:08 Uhr
Guest_guest_*
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ZITAT(Andy742000 @ 04.01.2017, 12:38 Uhr) *
Hi

Ich will dir jetzt nicht auf die Füße treten, aber der TE sprach von einer Powerline, damit dürfte Ausgabe das Handbuch aus dem Jahre 2015 wohl die falsche sein.


Ok. Dann eben Powerline ...

Arbeitsvorbereitung
Programmierhandbuch, 11/2006, 6FC5398-2BP10-2AA0
Kapitel 13.5 Synchronspindel Seite 13-13 ff.

oder:

Arbeitsvorbereitung
Programmieranleitung, 03.04 6FC5298-7AB10-0AP0
Kapitel 13.4 Synchronspindel Seite 13-521 ff.

Der Beitrag wurde von guest bearbeitet: 04.01.2017, 13:17 Uhr
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Beitrag 05.01.2017, 09:23 Uhr
NoPa
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Hey

habe mit TRACYL jetzt probeweise mal so eine Kontur erstellt und abfahren lassen in der Luft...das ganze funktioniert auch. Jedoch stellt sich für mich die Frage, bekomme ich da nicht eine Konturverzerrrung bei Radien?
Da das Werkzeug ja senkrecht zur Mantelfläche steht?!
Programmiert habe ich die Fräsermittelpunktsbahn...verwende ich zusätzlich G41 verfährt die Maschine irgendwo in der Gegend rum, nur nicht da wo sie soll. Da ich ja in der G19-Ebene bin (sprich Y/Z-Ebene)...und X ist Zustellachse, somit wirkt die Radiuskorrektur nur auf Y/Z. Oder bin ich am Holzweg?
In jeden Segment befinden sich die zwei genannten Radien...die ich mit X und Y -Koordinaten programmiert habe...

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Beitrag 05.01.2017, 09:52 Uhr
Andy742000
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Hi
ZITAT(NoPa @ 05.01.2017, 09:23 Uhr) *
Hey

habe mit TRACYL jetzt probeweise mal so eine Kontur erstellt und abfahren lassen in der Luft...das ganze funktioniert auch. Jedoch stellt sich für mich die Frage, bekomme ich da nicht eine Konturverzerrrung bei Radien?
Da das Werkzeug ja senkrecht zur Mantelfläche steht?!
Programmiert habe ich die Fräsermittelpunktsbahn...verwende ich zusätzlich G41 verfährt die Maschine irgendwo in der Gegend rum, nur nicht da wo sie soll. Da ich ja in der G19-Ebene bin (sprich Y/Z-Ebene)...und X ist Zustellachse, somit wirkt die Radiuskorrektur nur auf Y/Z. Oder bin ich am Holzweg?
In jeden Segment befinden sich die zwei genannten Radien...die ich mit X und Y -Koordinaten programmiert habe...

Ja das ist ein Problem. Das man umgehen kann, in dem Mann auf TRACYL verzichtet und die C Achse direkt programmiert. So das die Fräserkante sich immer an der Konturkante befindet. Oder anders ausgedrückt, du musst mit der Y Achse eine entsprechende Ausgleichsbewegung machen, um nicht die Kontur zu verletzen. Das aber auszurechen ist eher nur mit CAD / CAM möglich. Wenn es das Werkstück zulässt würde ich mit TRANSMIT von der Planseite herangehen, damit reicht es wenn du das Polygon als ganzen in Form einer Kontur beschreibst. Je größer dein Fräserdurchmesser ist, um so größer ist auch die reale Konturabweichung. Das heist vorschruppen mit einem grossen Fräser damit erstmal das Material weg kommt, und dann mit einem kleineren Fräser nachschlichten.
Hier könnte man noch die Funktion Polygonzug SPLINE nutzen, wenn es der Konstruktion gelingt entsprechende Wegpunkte auszugeben, mit denen du dann das Programm schreiben kannst. Es ist in jedem Fall immer eine 3 Achsbewegung aus XY und C und der Zustellung in Z.

Wenn du mal ein Bild der Form hier posten könntest, könnte man dir gezielter helfen.


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MfG
Andy

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Beitrag 05.01.2017, 11:01 Uhr
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Gast



ZITAT(NoPa @ 05.01.2017, 09:23 Uhr) *
Hey

habe mit TRACYL jetzt probeweise mal so eine Kontur erstellt und abfahren lassen in der Luft...das ganze funktioniert auch. Jedoch stellt sich für mich die Frage, bekomme ich da nicht eine Konturverzerrrung bei Radien?
Da das Werkzeug ja senkrecht zur Mantelfläche steht?!
Programmiert habe ich die Fräsermittelpunktsbahn...verwende ich zusätzlich G41 verfährt die Maschine irgendwo in der Gegend rum, nur nicht da wo sie soll. Da ich ja in der G19-Ebene bin (sprich Y/Z-Ebene)...und X ist Zustellachse, somit wirkt die Radiuskorrektur nur auf Y/Z. Oder bin ich am Holzweg?
In jeden Segment befinden sich die zwei genannten Radien...die ich mit X und Y -Koordinaten programmiert habe...


Ein Mehrkant (Polygon) im TRACYL zu fräsen macht wenig Sinn.
Das Werkzeug steht senkrecht zum Umfang des Werkstücks und die Kontur wird in der Abwicklung in der Ebene G19 (YZ) programmiert. Tracyl rechnet diese Kuntur in Bewegungen in C und Z um.
In dieser Ebene macht es eher Sinn direkt mit YZ eine mehrfach wiederholte Bahn für jede Fläche zu fräsen.
Wenn geometrisch möglich ist das Fräsen eines Mehrkants im TRANSMIT die erste Wahl. Dafür gibt's auch einen Zyklus.
Oder die Flächen des Mehrkants einfach mit C positionieren und in Z fräsen.

Wenn's schneller gehen soll, oder das Fräswerkzeug zu kurz ist und die Formabweichung eine untergeordnete Rolle spielt, ist "Polygondrehen" oder "Mehrkantschlagen" optimal.
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