Was ist Tiefbohren?
Tiefbohrungen haben üblicherweise ein Tiefen- zu Durchmesser-Verhältnis (D:d) von 10:1 oder größer, bis hin zu extremen Tiefen von über 400:1 in einer Vielzahl von Materialien. Von Aluminium bis hin zu hochfesten Edelstahllegierungen. Dies gelingt nur mit perfekt auf das Bohrverfahren abgestimmten Maschinen und Zubehör. Die gängigsten Bohrverfahren sind hierbei das Einlippenbohrverfahren (ELB) sowie das BTA-Bohrverfahren. Diese und andere Präzisionsbohrverfahren und Bohrfinishingprozesse führen zu einer sehr guten Oberflächenqualität, kleiner Durchmessertoleranz sowie einer optimalen Geradheit der fertigen Bohrung.
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Übliche CNC-Bearbeitungszentren lassen sich zwar häufig für das Tiefbohrverfahren nachrüsten, doch können spezifischen Anforderungen an Zubehör und Maschinenausrüstung hierbei nur näherungsweise erreicht werden. Somit sind die Anwendungsmöglichkeiten stark eingeschränkt und führen zumeist zu einer höheren Mängelquote.
UNISIG verfügt über jahrelange Erfahrung in Konstruktion und Herstellung von Tiefbohrausrüstungen. Ein fortschrittliches Bedien- und Steuerungskonzept sowie der Einsatz von robusten europäischen Standardkomponenten ermöglichen dauerhaft hochpräzise Tiefbohranwendungen. Unsere Kompetenz in der Entwicklung komplexer Bearbeitungsabläufe, Maschinendesign, Werkzeugtechnologie und dem Zubehör garantieren hierbei die erfolgreiche Umsetzung Ihrer Tiefbohraufgabe.
Die Arbeitsweisen
Rotierendes Werkzeug
- Üblicherweise eingesetzt bei asymmetrischen Komponenten sowie bei exzentrischen Bohrungen in runden Werkstücken
- Schnittgeschwindigkeit wird durch die Werkzeugspindel bestimmt
- Bohrungsverlauf kann signifikant höher sein als bei rotierendem Werkstück oder einem gegenläufigen Bohrprozeß.
Ein Bohren von zwei Seiten kann helfen geringe Verlaufstoleranzen einzuhalten.
Rotierendes Werkstück
- typischerweise eingesetzt für zentrische Bohrungen in rotationssymmetrischen Werkstücken
- Schnittgeschwindigkeit wird durch das Werkstück und seine Auswuchtung bestimmt
- geringerer Bohrungsverlauf als beim rotierenden Werkzeug
Werkzeug und Werkstück gegenläufig rotierend
- Ideal für zentrische Bohrungen in drehrunden Werkstücken
- Schnittgeschwindigkeit setzt sich zusammen aus der Drehzahl von Werkzeug und Werkstück
- erziehlt den geringsten Bohrungsverlauf und beste Konzentrizität

Die Bohrverfahren
BTA Bohrverfahren
- Geeignet für größere Bohrdurchmesser (20 - 500 mm)
- Aufbohr- und Kernbohrwerkzeuge erlauben größere Bohrdurchmesser bis 630 mm
- Kühlmittel wird unter Druck über den Bohrölzuführapparat (BOZA) von außen an das Werkzeug geführt
- Kühlmittel und Späne werden durch Werkzeug, Bohrrohr und Bohrspindel zentral abgeführt
- Es können höhere Vorschubraten als beim ELB-Verfahren erreicht werden, bei höherer Leistungsaufnahme

ELB Einlippenbohrverfahren
- Geeignet für kleinere Durchchmesser (1 - 50 mm)
- Innere Kühlmittelzufuhr: Kühlmittel wird unter Hochdruck über die Bohrspindel und den Werkzeugschaft an die Spitze des Werkzeugs geführt
- Kühlmittel und Späne werden über die V-förmige Nut außen am Werkzeug zurückgeführt
- Je nach Anwendung können bestimmte Kopfformen angeschliffen werden

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