Laser und Lasersysteme für die Materialbearbeitung
VDMA bei der Photonik stark positioniert
Photonik wirkt in Deutschland und global als Innovationstreiber. Die Schlüsseltechnologie stellt einen hochdynamischen wettbewerbsintensiven Weltmarkt dar, der bis zum Jahr 2020 auf rund 615 Milliarden Euro wachsen soll. „Um die herausragende Bedeutung dieser Schlüsseltechnologie für die Zukunftssicherung gegenüber Politik, Presse, qualifiziertem Nachwuchs sowie potentiellen Investoren herauszustellen, arbeiten wir eng mit den involvierten Industrieverbänden und Bundesministerien zusammen“, erklärt Thilo Brodtmann, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), anlässlich des „Photonik Kongresses 2014“ am 20. Februar in Berlin. Der Kongress widmete sich mit den drei Leitthemen „Unser Standort heute und morgen“, „Soziale Innovationsprozesse“ und „Photonik-Technologien für morgen“ der Dynamik einer sich immer schneller verändernden Welt und Gesellschaft, in der neue Technologien zum Motor ständiger Veränderungen werden.
Neben Prof. Wanka und Frau Zypries präsentierten prominente Plenarredner, wie Dr. Hans Ulrich Seidt, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation im Auswärtigen Amt, Dr. Peter Leibinger, Geschäftsführender Gesellschafter der TRUMPF GmbH & Co. KG sowie Prof. Dr. Henning Kagermann, Präsident von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V., ihre Sichtweisen zu aktuellen und künftigen Chancen der Photonik – aber auch zu deren Herausforderungen im internationalen Wettbewerb. „Wir verbinden Wissenschaft mit Ingenieurwesen und Produktionsexzellenz in einer Weise, wie es sonst niemand kann. Und das befähigt uns, hochkomplexe Produkte in kleiner Stückzahl in hoher Qualität herzustellen“, erklärt Leibinger. Seidt ergänzt: „Photonik wird in der Welt immer wichtiger. Denken Sie an Bereiche wie Gesundheit, Informationstechnik, Mobilität – in all diesen Bereichen werden wir in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren revolutionäre Entwicklungen erleben, die ohne Photonik nicht denkbar sind.“
Zurück zum Trendwachstum
Trotz des schwächeren Wachstums in den vergangenen zwei Jahren, das überwiegend noch Reflex der weltumspannenden Finanzkrise ist, sehen Branchenexperten gute Wachstumsaussichten für die deutsche Photonik-Industrie. Diese stand 2012 mit einem Umsatzplus von drei Prozent für rund 28 Milliarden Euro. Im Laufe des Jahres 2013 haben sich die Perspektiven gerade im Investitionsgüterbereich deutlich aufgehellt, so dass die Photonik-Industrie mit positiven Erwartungen ins neue Jahr gegangen ist. Die Wachstumsrate für 2013 spiegelt mit rund drei Prozent volle Teilhabe am Weltmarktgeschehen wider. Für 2014 weisen alle Konjunkturindikatoren darauf hin, dass der Pfad zurück zum langfristigen Trendwachstum führt und die im Vorjahr von der Branche prognostizierte Zielmarke von 44 Milliarden Euro Umsatz bis 2020 erreicht wird.
Produktionstechnik und Bildverarbeitung tragen Wachstum
Zum Wachstum der deutschen Photonik-Industrie tragen die produktionstechnischen Photonik-Kernbereiche Lasermaterialbearbeitung, Lithografie, Bildverarbeitung und Messtechnik überproportional bei. Sie halten Weltmarktanteile von bis zu 20 Prozent und liegen so deutlich über dem achtprozentigen Durchschnitt des gesamten Technologiefelds. Grund hierfür ist insbesondere eine hohe Exportquote (zuletzt durchschnittlich 66 Prozent), die in den Kernbereichen sogar noch höher liegt und weiteren Anstieg verspricht. Auch die F&E-Quote bleibt nach wie vor hoch: mit neun bis zehn Prozent liegt diese weit über dem Durchschnitt der Verarbeitenden Industrie, den das Institut der Deutschen Wirtschaft mit rund vier Prozent ansetzt.
Photonik ist eine „Enabling Technology“
Wie eine Befragung des VDMA auf Basis eines Innovationspanels ausweist, ist der Anteil von Produktneuheiten in jenen Industriezweigen besonders hoch, in denen Photonik direkt angesiedelt ist oder als „Enabling Technology“ für eine positive Hebelwirkung steht. Hierzu zählen beispielsweise der Maschinenbau, die Fahrzeugindustrie, die Elektrotechnik, die Telekommunikation und die Medizintechnik. Für 2014 sind in diesen Bereichen überproportionale Produktionsausweitungen zwischen drei und bis zu acht Prozent absehbar. Gerade die Automobilindustrie gilt als starker Abnehmer von Photonik. Thorge Hammer, Volkswagen AG, erklärt: „Neue Technologien wie zum Beispiel die generativen Fertigungsverfahren setzen wir in der Warmformgebung von Karosseriebauteilen ein. Dort ist es immens wichtig, dass man die verschleißanfälligen Werkzeuge schnell und reproduzierbar wieder aufbauen kann – und das wird mit generativen Fertigungsverfahren, hier Laser-Sintering, leicht möglich sein.“ Seit jüngerer Zeit deckt der VDMA das Zukunftsthema mit der neuen Arbeitsgemeinschaft „Additive Manufacturing“ ab. Denn der Weg vom Rapid Prototyping zur wirtschaftlichen Fertigung hochwertiger Serienbauteile in geringen Stückzahlen ist bereits zurückgelegt.
Die Kongress-Teilnehmer schauen mit viel Zuversicht nach vorne. Dr. Michael Mertin, CEO der Jenoptik AG: „Das Photon, also im Prinzip Licht, hat sehr viele Vorteile als Medium sowohl als Energieüberträger als auch als Informationsüberträger gegenüber Strom, also dem Elektron. Deshalb glaube ich, dass die Anwendung von Photonen immer weiter Strom nicht nur ersetzten, sondern synergetisch mit ihm zusammen zu Effizienz und zu neuen Möglichkeiten beitragen wird. Sowohl in der Fertigungstechnologie als auch im Bereich Freizeit und Gesundheit. Ohne Photonik ist unser modernes Leben heute nicht mehr denkbar.“
Der „Photonik Kongress 2014“ wurde mit Unterstützung der Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie Wirtschaft und Energie auf Anregung der Industrieverbände VDMA, SPECTARIS und ZVEI sowie der Messe München GmbH veranstaltet.

