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Initiative für eine funktionstüchtige Industrie in der Energiekrise

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Flensburg, 9. Mai 2022 – Die WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) hat sich im Rahmen ihrer Frühjahrstagung in Flensburg intensiv mit den Auswirkungen der Energiekrise auf das produzierende Gewerbe beschäftigt und eine Effizienzinitiative gestartet. Die WGP ist ein Zusammenschluss von 70 führenden Professorinnen und Professoren der Produktionstechnik.

„Der Ukraine-Krieg und drohende Gasembargos, Energielieferstopps oder Sanktionen könnte die Produktion in unserer Industrie erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg in größeren Teilen zum Erliegen bringen. Wir müssen daher alles tun, um unsere Produktionsautonomie aufrecht zu erhalten“, warnte der WGP-Präsident Prof. Jens  P. Wulfsberg. Im Zuge der Effizienzinitiative unterstützen die Forschenden produzierende Unternehmen bei der Erarbeitung von individuellen Energie-Einsparmöglichkeiten. „Wir haben schon heute Lösungen für die Industrie, mit denen Energie im zweistelligen Prozentbereich eingespart werden kann – selbst in energieintensiven Branchen wie der Stahlindustrie. Wir haben daher beschlossen, auf zunächst 100 bis 200 Unternehmen zuzugehen und ihnen Workshops und Dialoge kostenfrei anzubieten, damit sie auch bei den ungünstigsten Szenarien noch möglichst handlungsfähig bleiben.“ Von der freiwilligen und kostenlosen Unterstützung sollen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen profitieren.

 

In den kommenden Wochen erstellen eigens für diese Aufgabe abgeordnete Mitarbeitende an den bundesweiten WGP-Instituten eine Liste der bislang bearbeiteten Best-Practice-Beispiele. Auch das Gespräch mit Industrieverbänden wollen die Professorinnen und Professoren suchen.

 

Flensburger Beschluss sieht schnelle Umsetzung vor

Darauf aufbauend werden Checklisten erstellt, die es Unternehmen ermöglichen soll, sich stufenartig auf Szenarien wie steigende Energiepreise bis hin zum Gaslieferstopp einzustellen. „Auf der Tagung war allen klar, dass wir nicht wie gewohnt weitermachen können“, so Prof. Wolfram Volk, Sprecher des WGP-Wissenschaftsausschusses. „Sollte Russland die Gaslieferungen stoppen, fällt für unsere Industrie 50 Prozent der benötigten Primärenergie weg. Unsere Kompetenzen liegen ja gerade in innovativer, energie- und ressourcenschonender Produktion, und wir müssen unseren Teil dazu beitragen, diese schwere Krise zu überwinden.“

Um die Maßnahmen möglichst schnell in die Breite zu tragen, werden die WGP-Forschenden proaktiv auf Firmen zugehen. „Die einzelnen Institute werden die dafür notwendige Manpower zur Verfügung stellen, das haben wir in Flensburg beschlossen.“ Auf Wunsch werden sie auch die Gegebenheiten vor Ort anschauen und ihre Handlungsempfehlungen an die spezifischen Produktionsbedingungen anpassen. „Es kommt jetzt darauf an, so schnell wie irgend möglich die Initiative in Gang zu bringen, damit wir erste Effekte noch in diesem Jahr sehen können. Das wird uns helfen, Energieengpässe abzumildern und die Produktion mit möglichst wenigen Einschränkungen weiter am Laufen zu halten“, so Volk.

 

Großes Einsparpotenzial bleibt bislang ungenutzt

Die drohende Energiekrise – sei es durch europäische Sanktionen oder durch einen russischen Lieferstopp von Gas – könnte die Produktion von Vorprodukten für die Industrie stark einschränken. Das wiederum würde fast alle Industriezweige in Schwierigkeiten bringen. Doch die deutsche Industrie hat noch großes Potenzial bei der Einsparung von Primärenergie und viele der Maßnahmen lassen sich sogar kurzfristig umsetzen.

Allein bei Hilfsprozessen wie dem Waschen und Reinigen von Bauteilen werden rund 25 Prozent der Primärenergie verbraucht. „Hier haben wir einen sehr großen Hebel, wenn beispielsweise nicht unbedingt notwendige Waschvorgänge vermieden werden“, erläutert Volk, der auch den Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen (utg) an der Technischen Universität München leitet. Ebenfalls enorm sind die Einsparpotenziale für die Verwendung und Aufbereitung von Kühlschmierstoffen. „Die WGP hat in den vergangenen Jahren eine ganze Klaviatur an Möglichkeiten erarbeitet, die die Energieeffizienz etwa von Fertigungsprozessen, Verfahren, Maschinen, Steuerungs- und Planungprozessen oder auch der Logistik deutlich steigern“, fasst Wulfsberg zusammen. „Damit können wir unsere Industrie in kurzer Zeit unabhängiger von möglichen Versorgungseinbrüchen beim Gas machen.“

 

Die Politik mit ins Boot holen

„Wir hoffen, auf diese Weise nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Politik auf unsere Einsparkapazitäten aufmerksam zu machen. Wir haben sehr viele Hebel, die wir bislang nicht in der notwendigen Breite betätigen“, mahnt Wulfsberg, der auch das Laboratorium Fertigungstechnik (LaFT) an der Helmut Schmidt-Universität in Hamburg leitet. „Und schon während der Klimadebatte führte die Energieeffizienz in der Industrie vielfach ein stiefmütterliches Dasein. Das muss sich nun zeitnah ändern.“ Einen Schritt in diese Richtung geht der Berliner Kongress Energieeffizienzforschung in Industrie und Gewerbe am 17. und 18. Mai 2022 in Berlin. Organisatoren sind die Macher der ETA-Fabrik an der TU Darmstadt, einer Modellfabrik mit ganzheitlichem Effizienzkonzept, das nicht nur Maschinen und Prozesse, sondern beispielsweise auch das Fabrikgebäude mit ins Auge fasst.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik - WGP

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