Ständerbohrmaschine

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Ständer- oder Säulenbohrmaschinen sind die am häufigsten anzutreffende Bauform der Bohrmaschinen. Sie sind in nahezu allen Betrieben der Metall-, Holz-, Stein- und Kunststoffbearbeitung anzutreffen. Nach der DIN DIN 8580 zählt das Bohren mit einer Bohrmaschine zu den Spanenden Fertigungsverfahren mit geometrisch bestimmter Schneide und fällt unter die Kategorie Trennen.


Aufbau

Säulenbohrmaschinen werden für Bohrdurchmesser bis 50 mm eingesetzt und bestehen im Wesentlichen aus dem Maschinenfuß, der Säule und dem Maschinenkörper und einem Tisch.

Der Maschinenfuß, meist aus Grauguss hergestellt, sorgt für einen sicheren Stand der Maschine. In ihm sind in vielen Modellen zusätzlich Hohlräume geschaffen für ein Kühlmittelreservoir. Durch seine massive Ausarbeitung ist der Maschine trotz ihrer länglichen Bauform ein Stand ohne eine Verankerung im Bode möglich.

Die Säule stellt als Träger für Maschinenkörper und Tisch das Hauptelement der Maschine dar. In ihr sind zusätzlich Kanäle für die Kühlmittelversorgung und Rückführung, sowie Stromkabel für die Energieversorgung. Zur Höhenverstellung des Tisches besitzen gängige Modelle eine verzahnte Führung auf der Rückseite der Säule welche gelagert ist und sich zusammen mit dem Tisch um die Säule drehen lässt.

Der Tisch ist in der Regel auch aus Grauguss und wird zusätzlich noch durch Fräs- und Bohrarbeiten bearbeitet. Auf ihm wird das Werkstück abgelegt und fixiert. Durch eingefräßte T-Nuten oder Bohrungen werden Schnellspanner an dem Tisch fixiert, die entweder das Werkstück direkt einspannen oder eine Spannvorrichtung kraftschlüssig mit dem Tisch verbinden. Gleichzeitig werden vom ihm ein Großteil der Späne aufgenommen und das Kühlmittel aufgefangen und zurück zum Vorratsbehälter geleitet. Er besitzt weiterhin eine Handkurbel zur Höhenverstellung entlang der oben bereits erwähnten Führung und ist optional auf seinem Mittelpunkt drehbar. Aus Gründen der Sicherheit darf der Tisch während des Bohrbetriebes nicht drehbar sein und ist ebenfalls festzustellen.

Der Maschinenkörper ist Herz und Kopf der Bohrmaschine. In ihm sind Haupt- und Nebenantrieb, Getriebe, Hauptspindel und je nach Automatisierungsgrad die Steuerung untergebracht. Den Hauptantrieb übernimmt ein Gleichstrommotor mit gleichbleibender Drehzahl zur Sicherung der entsprechenden Momente. Das nachgeschaltete Getriebe ist in modernen Maschinen stufenlos zur exakten Einstellung der Drehzahl mit zwei bis vier Lastschaltstufen zur Vorauswahl des Drehzahlbereiches. Bohrmaschinen der unteren Preisklasse verfügen über keinerlei Einstellung der Drehzahl und sind für die industriellen und handwerklichen Benutzung ungeeignet. Sie sind eher für den privaten Gebrauch vorgesehen. Die Hauptspindel, auch Bohrspindel genannt, ist in der Pinole gelagert. Die Pinole verfügt über eine Zahnstange zur Bewegung entlang der Z-Achse. Die Bewegung kann handgesteuert, maschinell gesteuert oder eine Kombination aus beidem sein. Die kombinierte Ausführung ist am häufigsten anzutreffen, da mit ihr sowohl eine unkomplizierte Betätigung per Hand möglich ist, als auch der Einsatz eines Vorschubs. Der Vorschub wird von einem Nebenantrieb betrieben und ist meist stufenweise einzustellen, je nach Material und Bohrdurchmesser. Am unteren Ende der Pinole ist eine konische Bohrung, Morsekegel genannt, anzutreffen in der ein Bohrfutter oder ein Bohrer mit konischen Ansatz eingespannt werden kann. Die Bohrer mit konischen Ansatz sind ab einem Bohrdurchmesser ab 13 mm üblich, da für größere Bohrer ein Bohrfutter zu groß werden würde.


Ausprägungen

Man unterscheidet diesen Typ der Bohrmaschine in drei Varianten. Bohrmaschinen mit zylindrischer Säule welche Säulenbohrmaschine genannt werden, Bohrmaschine mit kubischer Säule welche Ständer- oder Kastenbohrmaschine genannt werden und als kleine Ausführung mit meist zylindrischer Säule, der Tischbohrmaschine.