
Software
NC-Simulation für den Mittelstand
Leistungsfähige NC-Code-Simulation inklusive Optimierung: Diesen Bereich adressiert Simprotec. Das Thema gilt in vielen kleinen und mittleren CNC-Betrieben als kostenintensiv. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Zwischenahn kombiniert Algorithmen von MachineWorks mit einem Controller-Emulator sowie einer CAM-unabhängigen Postprozessor-Entwicklung auf Basis der Manus-Software. Geschäftsführer Kai Georg Lehmann erläutert im Gespräch mit dem IndustryArena eMagazine das Konzept.
Wie entstand die Idee zu Simprotec?
Lehmann:
Im Fokus steht für uns die NC-Code-Simulation mit Optimierung. Viele kleinere und mittlere Unternehmen benötigen höhere Prozesssicherheit, kürzere Laufzeiten und eine verlässliche Kollisionsvermeidung, können oder wollen aber keine umfangreichen Enterprise-Lösungen einführen. Genau hier setzen wir an.
Wo sehen Sie die zentrale Lücke in der deutschen CNC-Fertigung?
Lehmann:
Unsere Lösung ergänzt bestehende Strukturen, ohne einen CAM-Wechsel zu erfordern. Die Simulation basiert auf den Algorithmen von MachineWorks. Ein Controller-Emulator interpretiert die jeweilige NC-Sprache – etwa von Siemens, Heidenhain, Fanuc, Mazatrol oder Okuma – und bildet das reale Maschinenverhalten nach. Damit lassen sich Programme vorab prüfen und analysieren.
Welches Kundensegment sprechen Sie an?
Lehmann:
Die Software kombiniert die Simulationsalgorithmen von MachineWorks mit einem Controller-Emulator, um NC-Programme unterschiedlicher Steuerungen realitätsnah zu analysieren und zu optimieren. Screenshots: Manus
Was unterscheidet Ihre Lösung von klassischen Simulatoren?
Lehmann:
Zweitens die Vorschuboptimierung auf Basis der Spanvolumen-Berechnung. Während der Simulation werden Eingriffsbedingungen wie Schnitttiefe, Schnittbreite und Werkzeugkontakt erfasst. Daraus berechnen wir Schnitt- und Biegekräfte sowie das erforderliche Spindeldrehmoment. Ziel ist eine gleichmäßigere Auslastung und stabile Schnittbedingungen.
Diese Berechnungen erfolgen deterministisch auf Grundlage physikalischer Modelle. Künstliche Intelligenz wird in der Simulation selbst nicht eingesetzt.
Analyse von Luftschnitten und eine Vorschuboptimierung: auf Basis der Spanvolumen-Berechnung lassen sich Maschinenlaufzeiten reduzieren und Bearbeitungsprozesse stabilisieren.
Welche Rolle spielt die Postprozessor-Entwicklung?
Lehmann:
Die Postprozessoren (PP) sind maschinengebunden und nicht an ein bestimmtes CAM-System gekoppelt. Bei einem Softwarewechsel bleiben die Postprozessoren beim Kunden und können weiter verwendet werden. Anwender können aus der Datenbank PP-Vorlagen nutzen und ihre Programme testen, bevor sie sich festlegen.
Perspektivisch planen wir, KI bei der Konfiguration einzusetzen. Anwender sollen Anforderungen in natürlicher Sprache formulieren können, das System erzeugt daraus automatisch einen passenden Postprozessor. Die Simulation und Optimierung selbst bleiben jedoch auf nachvollziehbaren mathematischen Modellen aufgebaut.
Auf welchen Maschinen ist die Lösung einsetzbar?
Lehmann:
Die Simulationssoftware unterstützt unterschiedliche Maschinentypen – von 2,5-Achs-Fräsmaschinen bis zu Multitasking-Zentren.
Wo soll das Unternehmen in fünf Jahren stehen?
Lehmann:
Langfristig prüfen wir eine Erweiterung des Portfolios, etwa um Lösungen zur übergeordneten Fertigungsoptimierung. Unser Fokus bleibt jedoch klar: bestehende NC-Programme transparenter, sicherer und effizienter zu machen – mit vertretbarem Implementierungsaufwand für den Mittelstand.
Kontakt
Kai Lehmann
Geschäftsführer
SIMPROTEC GmbH & Co.KG
Bad Zwischenahn
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