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IFW Hannover Blog

Schwebende Komponenten in der Werkzeugmaschine

Dezember 2019
19
Autor: NR-WGP10
Firma: Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen IFW, Leibniz Universität Hannover
Schwebende Komponenten in der Werkzeugmaschine

Bieten magnetisch gelagerte Komponenten in der Werkzeugmaschine? Vor dem Hintergrund dieser Frage lud das IFW zum „Wissenstransfer Magnetführungen in Werkzeugmaschinen“ interessierte Gäste aus der Industrie ein. Maschinenhersteller, Anwender sowie Systemlieferanten folgten der Einladung nach Garbsen.

Live-Demonstrationen von Magnetführungssystemen und Diskussionen über aktuelle Ergebnisse und Potenziale der Magnetlagertechnik: Am 05. Dezember trafen sich die interessierten Experten der Firmen Siemens, DMG Mori, ELHA-Maschinenbau, Physik Instrumente, KEBA, Micro-Epsilon Messtechnik und IBS Precision Engineering mit den Wissenschaftlern des IFW. Ziel der Veranstaltung war es, anwendungsspezifische Vorteile der Magnetlagertechnik zu präsentieren, die Hürden für ihre Einführung zu erörtern und sinnvolle Einsatzmöglichkeiten herauszuarbeiten.

Das IFW präsentierte den Veranstaltungsteilnehmern Ergebnisse aus fünf Forschungsprojekten des Instituts. Die Magnetlagerungen sind einerseits in vollständige 3- und 5-Achs-Maschinen sowie andererseits als Teilkomponenten in Prüfstände aus den Bereichen Rundtisch, Flächenführung und Ultrapräzisionszerspanung integriert.

Diskutiert wurden unter anderem die im Vergleich zu konventionellen Lager- und Führungstechnologien höhere Komplexität und die Schnittstelle zum Maschinenbediener. Dieser benötigt vor allem ein intuitiv zu bedienendes sowie robustes System.

Als Alleinstellungsmerkmale von Magnetlagern wurden die vollkommene Medien- und Reibungsfreiheit sowie die systeminhärenten sensorischen und aktorischen Fähigkeiten hervorgehoben. Aufgrund der vollkommenen Reibungsfreiheit sind magnetische Lagerungen quasi wartungsfrei und bieten enorme Potentiale in Anwendungen, bei denen sehr hohe Positioniergenauigkeiten und sehr hohe Geschwindigkeiten erforderlich sind.

Gerade dann, wenn große Massen mit hoher Dynamik bewegt werden müssen, spielt ein elektromagnetisches Lager seine Stärken aus, während konventionelle Lagerungen, wie z.B. Wälzlager oder Hydrostatik, an ihre technischen Grenzen stoßen. Einigkeit bestand auch darin, dass eine zukünftige Reduzierung der Systemkosten, insbesondere für die Sensorik und Steuerungselektronik, die Attraktivität der Magnetlager weiter steigern wird.

„Eine gelungene Veranstaltung“, so das Fazit von Organisator Dr.-Ing. Benjamin Bergmann. „Wir konnten konkrete Anwendungsgebiete sowie die Herausforderungen bei einer Umsetzung identifizieren und haben gemeinsame Projekte ins Auge gefasst.“

Weitere am Thema interessierte Unternehmen sind herzlich willkommen!

Kontakt:

Dr.-Ing. Benjamin Bergmann, IFW-Bereichsleiter „Maschinen und Steuerungen“, Tel. +49 762 2390, E-Mail bergmann@ifw.uni-hannover.de