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EMO Hannover Blog

EMO World Tour: Weiter in Tokyo

April 2017
04
Autor: Alexander Schneiders
Firma: Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.
EMO World Tour: Weiter in Tokyo

Mit der Pressekonferenz in Tokyo machte die EMO World Tour 2017 wieder Halt im asiatischen Raum. Dr. Wilfried Schäfer vom Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) stellte dabei Journalisten und Veranstaltungsbesuchern die Inhalte der diesjährigen EMO Hannover vor, unterstützt von Oliver Frese von der Deutschen Messe AG. Einen besonderen Vorgeschmack gab es mit dem für die Messe hochwertig produzierten Image-Film.

„Connecting systems for intelligent production“, schon dieses Motto für die EMO Hannover 2017 zeigt, an dem Thema Industrie 4.0 kommt derzeit kaum jemand vorbei. Entsprechend skizzierte Dr. Schäfer auch die Sicht des VDW auf die digitale Transformation. Für den Hochtechnologiestandort und „Herzensland“ der Roboter Japan selbstverständlich kein Neuland. Stellvertretend für die dortige Industrie erläuterte Takeshi Yamamoto, Senior Director und Division Manager des Überseegeschäfts bei der Okuma Corporation, die japanische Herangehensweise.

Japans Wirtschaft braucht neuen Schwung

Die japanische Wirtschaft kämpft derzeit mit dem starken Yen und dem Nachfragerückgang im wichtigsten Markt China, der fast ein Fünftel der Ausfuhren aufnimmt.  Für das laufende Jahr erwarten die Wirtschaftsforscher von Oxford Economics beim Bruttoinlandsprodukt einen Zuwachs von 1,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr wächst die Wirtschaft damit wieder stärker. Dennoch bleibt der Reformdruck auf die Regierung hoch. Die KfZ-Industrie setzt voll auf Hybrid- und Wasserstofffahrzeuge. Sie forscht intensiv an den Fahrzeugen der nächsten Generation. Industrie 4.0, die Vorbereitungen auf die Olympiade 2020 in Tokio, der Negativzins der japanischen Zentralbank und gelockerte Rahmenbedingungen für Überseeinvestitionen, insbesondere in den asiatischen Schwellenländern, sollen die Investitionen in Maschinen ankurbeln. Gleichermaßen will die Regierung den Bestand an Auslandsinvestitionen in Japan erhöhen.

Indes spiegelt sich die stärkere Wirtschaftsleistung zwar in der Industrieproduktion, nicht aber bei den Investitionen wider. Entsprechend stagniert der Werkzeugmaschinenverbrauch. Alle wichtigen Abnehmerbranchen von Werkzeugmaschinen in Japan werden laut Oxford Economics weniger investieren.

Unvermindert hält die Verlagerung von Produktionsstätten für die Automobilfertigung ins Ausland an. Dabei werden die traditionellen Lieferketten zwischen Automobilherstellern und Teilelieferanten flexibler. Das bietet Chancen, auch mit neuen Lieferanten von Produktionstechnik ins Geschäft zu kommen. Die beste Informationsplattform dafür bietet die EMO Hannover 2017.

Alle wichtigen Lieferanten für die japanische Industrie sind hier mit großen Beteiligungen vertreten. Traditionell importiert Japan weniger als ein Fünftel der benötigten Werkzeugmaschinen. Zuletzt im Jahr 2015 waren das Maschinen im Wert von 829 Mio. Euro. Deutschland ist der größte Lieferant mit einem  Anteil von fast einem Viertel, gefolgt von China, Taiwan, der Schweiz und den USA. 2016 lieferten die deutschen Hersteller Maschinen einschließlich Teile und Zubehör im Wert von 169 Mio. Euro. Das entsprach einem Anstieg von 15 Prozent. Vorrangig wurden Lasertechnik, Bearbeitungszentren sowie Teile und Zubehör geliefert. Für das laufende Jahr haben die Geschäfte allerdings einen Dämpfer erhalten. In den ersten drei Quartalen 2016 sanken die Bestellungen aus Japan gemäß einer regelmäßigen VDW-Umfrage unter den Mitgliedern um mehr als ein Viertel.

„Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ist sehr gut verankert in der japanischen Industrie, wenn es um Speziallösungen für besondere Anwendungen im Automobilbau, bei den Zulieferern, im Maschinenbau und der Luftfahrindustrie geht“, erläutert VDW-Experte Schäfer. „Wir möchten jedoch speziell auch die vielen mittelständischen und kleineren Anwender von Werkzeugmaschinen ermuntern, sich auf der EMO Hannover zu informieren, was die Welt der Metallbearbeitung sonst noch zu bieten hat“, so Schäfer weiter.

„Auch für japanische Hersteller von Produktionstechnik gilt es, internationale Märkte stärker in den Fokus zu nehmen“, fährt der VDW-Geschäftsführer fort. Dass sie international wettbewerbsfähig sind, zeige ihre Weltmarktposition. Mit einem Volumen von 11,1 Mrd. Euro steht Japan 2016 auf Platz 3 der weltweit größten Produzenten von Werkzeugmaschinen. Das Land exportiert mehr als die Hälfte seiner Produktion. Zuletzt waren die Ausfuhren im Jahr 2016 gemäß VDW-Weltstatistik allerdings um 18 Prozent gesunken.

Die Lieferungen nach Deutschland sind 2016 jedoch um 7 Prozent gewachsen. Deutschland steht auf Platz 9 der wichtigsten Märkte für die japanischen Ausrüster. Japan ist Nummer 2 der wichtigsten Lieferanten für die deutsche Industrie. 2016 wurden Maschinen, Teile und Zubehör für rd. 375 Mio. Euro aus Japan nach Deutschland eingeführt, vorrangig Drehmaschinen und Bearbeitungszentren. Japanische Hersteller sind demnach gut beraten, die EMO Hannover 2017 zu nutzen, um sich im Weltmarkt als kompetente Anbieter zu positionieren. Bisher haben sich rd. 90 japanische Hersteller angemeldet.

 

Bildquelle: VDW

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