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Angemerkt: USA – Land der unerwarteten Möglichkeiten

Oktober 2016
28
Autor: Manuel Löhmann (VDW Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Firma: Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.
Angemerkt: USA – Land der unerwarteten Möglichkeiten

Geschäftsreisenden passiert es nicht selten, dass sie unterschiedliche Achsen auf diesem Planeten tangieren. Von denen gibt es ja bekanntermaßen gute und böse. Bei Reisen in Länder der jeweils anderen Achse hilft ein zweiter Pass nicht immer. Das zeigt sich, wenn man als USA-Reisender zuvor den Iran besucht hat.

Esta, die ein Jahr gültige Einreisegenehmigung unserer amerikanischen Freunde, ist damit hinfällig. Ein Visum gen USA wird wieder Pflicht. Der Visumsantrag wird problemlos angenommen, kaum dass 190 Euro bezahlt sind und man erhält eine Einladung zu einem persönlichen „Interview“ bei der diplomatischen Vertretung. Hatten die USA nicht erst kürzlich die Wirtschaftssanktionen gegen die einstige Pfauen-Dynastie aufgehoben? War das Ziel nicht internationale Entspannung? Entspannend ist das hier jedenfalls nicht.

Pünktlich um 8.00 Uhr steht man also vor dem Eingang des amerikanischen Konsulats in Frankfurt/Main, direkt neben dem Hauptfriedhof. Dort angekommen, läuft der Antragssteller an der Schlange der Wartenden vorbei und winkt dem Beamten freudig mit der ausgedruckten Terminbestätigung zu. „Einen Termin haben hier alle“, erläutert der, „das ist nur eine Orientierung“. Die Zeit des Schlangestehens wird mit einem Plausch verkürzt, und so erfährt man nebenbei, dass kein – definitiv kein elektronisches Gerät im Gebäude erlaubt ist: kein Tablet, kein Handy, keine Uhr. Der Tipp des hilfsbereiten Beamten: „Legen Sie es in Ihr Auto, oder kommen Sie morgen wieder.“ Doch schnell spricht sich eine Lösung herum für all jene, die nicht mit dem Auto vorgefahren sind. Der Gärtner auf der anderen Seite des durchaus sehenswerten Hauptfriedhofs nimmt elektronische Gerätschaften in Obhut. So passiert man irgendwann den Sicherheitscheck und – steht vor einer weiteren Schlange.

Geraume Zeit später hat man dann das Ziel erreicht, ein Guckfenster. Man zeigt dem sehr freundlichen Mitarbeiter dahinter den akribisch ausgefüllten Fragebogen und den Pass. Das Interview ist pointiert: Wer sind Sie? Warum waren Sie im Iran? Die Antworten fallen deutlich kürzer aus als im Fragebogen und zwei Minuten später verlässt man – es ist mittlerweile Mittagszeit – die Botschaft. Das Visum wird per DHL nachgeliefert.

Wie war das doch gleich mit dem Iran? Wer ein Visum benötigt, geht zur iranischen Botschaft, bezahlt 30 Euro und verlässt nach einer Stunde das Gebäude mit dem Visum in der Tasche. Noch sinnierend über die neue Servicewüste USA öffnet man einige Tage später das DHL-Päckchen und traut seinen Augen kaum: In Händen hält man ein 5-Jahres-Visum. Fünf Jahre lang keine Intensivbefragungen und denkwürdigen Konsulatsbesuche mehr: Die USA ist ein Land der unerwarteten Möglichkeiten.

 

Bildquelle: Fotolia/Daniel Ernst

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